Vendée Globe: Ein Viertel ist raus, “Hugo Boss” auf drei, Le Cléac’h setzt sich ab

Emotionale Qualen


Day 10 highlights – Monday, November 19, 2012 von VendeeGlobeTV

Wie sich die Bilder gleichen. Nach dem traurigen Kito de Pavant sind nun Jeremy Beyou die emotionalen Qualen anzumerken, die mit seiner Vendée Globe Aufgabe einher gehen. Vier Jahre Vorbereitung für die Katz. Nach Marc Guillemot Louis Burton und Samantha Davies sind jetzt ein Viertel der Teilnehmer nicht mehr im Rennen.

Bernhard Stamm zeigt mit seiner kraftvollen "Cheminées Poujoulat" Schwächen vor dem Wind. © Martinez

Bernhard Stamm zeigt mit seiner kraftvollen “Cheminées Poujoulat” Schwächen vor dem Wind. © Martinez

Und der nächste Ausfall scheint schon vorprogrammiert. Der Pole Zbigniew Gutkowski (39) hält der ehermalige 470er und 49er Segler nach einem abenteuerlichen Schlenker auf Madeira zu. Aber statt eines Not-Stopps hat “Gutek” immer noch Hoffnung, sein Autopilot-Problem in den Griff zu bekommen.

Der erstaunliche Kurs komme dadurch zustande, dass er einem Tief aus dem Weg gehen wolle, um besser an dem Software Problem des Autopiloten arbeiten zu können. Gutkowski hatte die ehemalige HUGO BOSS 2 erst zwei Monate vor dem Vendée Globe Start übernommen.

Gotowskis Schlenker. Bekommt er sein Autopilot-Problem noch in den Griff?

Gotowskis Schlenker. Bekommt er sein Autopilot-Problem noch in den Griff?

Die Ausfallquote hat jetzt schon in der frühen Phase des Rennens 25 Prozent erreicht. Es darf befürchtet werden, dass sich die Zahl dem desaströsen Ergebnis der vergangenen Vendée Globe nähert als 18 Yachten ausschieden und nur 12 ins Ziel kamen. Zuvor hatten jeweils gut 50 Prozent der Skipper das Rennen beendet.

Gleichauf gegen die Flautenwand

Immerhin hat sich aus der Spitzengruppe bisher nur Jeremy Beyou als Siebter verabschiedet. Die übrigen sechs Yachten segeln unbeeindruckt von der hohen Ausfallquote ein spannendes Rennen.  Nahezu gleichauf sind sie gegen die Flautenwand der Doldrums gerast und versuchen den Dümpel-Modus hinter sich zu bringen.

Vendée Globe am 20.11. Fünf Spitzenboote liegen beieinander, der führende  Armel Le Cléac’h scheint durch die Flaute durch.

Vendée Globe am 20.11. Fünf Spitzenboote liegen beieinander, der führende Armel Le Cléac’h scheint durch die Flaute durch.

Dabei scheint sich Armel Le Cléac’h mit “Banque Populaire”, der vor vier Tagen die Führung übernommen hat, exzellent aus dem Leichtwind-Band lösen zu können. Sein Vorsprung ist zwar von 60 Meilen auf 25 geschrumpft, aber zurzeit liegt die Konkurrenz wie angenagelt in der Flaute, während der Franzose schon wieder nahezu zehn Knoten schnell segelt.

Top-Mover in der Nacht war Alex Thomson, der nach seiner spektakulären Bastel-Aktion an den parkenden Kollegen vorbei rauschte und bis auf Rang drei vorstieß. Ein schöner psychologischer Coup, der aber noch wenig Aussagekraft hat, da die fünf Konkurrenten nur zehn Meilen auseinander liegen. Dennoch ist es nach wie vor erstaunlich, wie gut Thomson mit dem einzigen älteren Design im Vorderfeld bei den Favoriten mithalten kann.

Zufrieden darf auch der Schweizer Bernhard Stamm mit der Positionierung sein, dessen Kouyoumdjian Konstruktion zuletzt große Vorwind-Schwächen zeigte. In 12 Stunden verlor er 40 Meilen auf die neuen Verdier Designs, ist aber immer noch dran an der Spitze. Er holte wieder stark auf, wenn sich Raumschots-Bedingungen einstellten. Besonders im Southern Ocean könnte er Gas geben.

Tracker

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Carsten Kemmling

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Ein Kommentar „Vendée Globe: Ein Viertel ist raus, “Hugo Boss” auf drei, Le Cléac’h setzt sich ab“

  1. avatar Wilfried sagt:

    Auch wenn der Tracker es anzeigt sollte man sich nicht jedesmal von den Distanzen gemessen auf den nächsten Waypoint irre machen lassen. In Richtung auf den optimalen Kurs ist Banque Populaire noch immer 80 Meilen in Front. Da holt zur Zeit keiner auf.

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