Vendée Globe: Le Cléac’hs Vabanque-Spiel. Osten oder Süden, wer hat Recht?

Schnell, aber auch schlau?

Alex Thomson erklärt die taktische Situation von Bord:
"Banque Populaire" entfernt sich nach Osten und lässt eine große Lücke zur direkten Konkurrenz zu. © JEAN-MARIE LIOT / DPPI

“Banque Populaire” entfernt sich nach Osten und lässt eine große Lücke zur direkten Konkurrenz zu. © JEAN-MARIE LIOT / DPPI

Die Vendée Globe ist strategisch in eine spannende Phase getreten. Am Morgen jubelte noch die Presseabteilung des Veranstalters, dass Alex Thomson auf Position drei geführt wird, aber der scheinbare Platzwechsel hat vorerst nur mit einer Kursänderung der führenden Boote zu tun.

Erst drehte Jean-Pierre Dick nach Süden ab und verlor damit Meilen im Hinblick auf den direkten Weg zur ersten Marke, die weit im Osten liegt. Kurz danach drehte auch Francois Gabart ab, um sich durch die Flaute zu kämpfen und früher die starken Westwinde zwischen dem 30. und 40. Breitengrad zu erreichen.

Vendée Globe Situation am 27.11.2012. Armel Le Cléac’h zieht weiter nach Osten, während die härtesten Gegner nach Süden gehalst sind.

Vendée Globe Situation am 27.11.2012. Armel Le Cléac’h zieht weiter nach Osten, während die härtesten Gegner nach Süden gehalst sind.

Erstaunlich ist allerdings, dass der Führende Armel Le Cléac’h bisher die Meinung der beiden härtesten Konkurrenten über die aktuell beste Strategie nicht teilt. Er setzt seinen östlichen Kurs weiter fort macht dadurch eine große Lücke zu den Gegnern auf. Will er eine Vorentscheidung erzwingen? Das Risiko zu diesem recht frühen Zeitpunkt des Rennens erscheint groß.

Mike Golding, der auf Platz sechs liegt und sich von einem sehr schnellen Jean Le Cam unter Druck gesetzt sieht, beschreibt die komplizierte Wetter-Situation. “Es sind die dritten Doldrums des Rennens, und es ist sehr frustrierend.” Es habe in den vergangenen 16 Stunden viel geregnet, der Wind änderte sich ständig und blieb manchmal ganz aus.

Eine Flautenzone versperrt den Weg zum starken Westwind im Süden. Gabart und Dick wollen auf direktem Weg da durch.

Eine Flautenzone versperrt den Weg zum starken Westwind im Süden. Gabart und Dick wollen auf direktem Weg da durch.

“Es ist schwer, einen Ausweg zu sehen. Man muss einfach warten, bis sich das System bewegt und wie es sich entwickelt. Im Moment verhält sich der Wind nicht, wie er vorhergesagt ist. Er ist konfuser und dynamischer.”

Er könne verstehen, was Jean-Pierre Dick mit seiner Halse gen Süden bezwecke, Armel versuche dagegen so viele Meilen wie möglich in Richtung der nächsten Marke zu machen.

Tracker

avatar

Carsten Kemmling

Der Mann von der vordersten Front. Mehr zu ihm findest Du hier.
Spenden
http://nouveda.com

8 Kommentare zu „Vendée Globe: Le Cléac’hs Vabanque-Spiel. Osten oder Süden, wer hat Recht?“

  1. avatar Seven sagt:

    Ich beobachte es seit denke das der Schlenker nach Südwesten richtig ist. Scheinbar wird der Tiefausläufer in den nächsten Tagen nach Osten ziehen.
    Endlich mal konträre Entscheidungen….die nächsten Stunden/Tage werden spannend!

    Like or Dislike: Daumen hoch 2 Daumen runter 0

    • avatar yuammy sagt:

      …das Problem ist, dass das Helena-Hoch aktuell irre weit im Süden ist und das zu befürchten steht, dass die Front von Westen einem nicht viel nutzt zum Erreichen des Gate und das die Front zu weit im Süden durchgeht.

      Like or Dislike: Daumen hoch 1 Daumen runter 0

  2. avatar Ketzer sagt:

    Einfach geil, dass Ihr hier täglich eine Zusammenfassung bringt. So kriegt man das Geschehen mit, ohne sich all zu lange durch die offiziellen Seiten clicken zu müssen.

    DANKE

    Super Beitrag, mehr davon! Like or Dislike: Daumen hoch 25 Daumen runter 0

    • avatar NAMBAWAN sagt:

      da kann ich mich nur anschließen – das macht ihr echt super!

      wenn möglich, auch einige berichte/analysen von der arc 🙂

      Super Beitrag, mehr davon! Like or Dislike: Daumen hoch 5 Daumen runter 1

    • avatar Minifahrer sagt:

      Ja, das mit der Zusammenfassung hier ist gut. Aber ich wüsste nicht, wo ich mich bei der offiziellen Seite ‘durchklicken’ müsste. Dort gibt es direkt auf der Startseite die Links zu den aktuellen Beiträgen, Skipper-Messages, Interviews und Zusammenfassungen. Und wenn man sich gleich die englische Version als Lesezeichen/Favorit setzt, ist man auch als nicht-frankophiler Beobachter direkt am Geschehen (Links werden gelistet unter “On an ongoing basis”). Englisch sollte man dann natürlich beherrschen…

      Like or Dislike: Daumen hoch 0 Daumen runter 0

  3. avatar Uwe sagt:

    Le Cléac’h will das Tief auf der falschen Seite passieren. Das geht vermutlich in die Hose.
    J.-P. Dick machts richtig !

    Heisse Debatte. Was meinst du? Daumen hoch 3 Daumen runter 11

    • avatar penner sagt:

      Mit dem Wetter auf der anderen Seite der Welt ist das für uns, die wir da nicht so oft sind, etwas kompliziert: Dreht sich alles andersrum! – Is kein Tief sondern Hoch.
      yuammy hat das weiter oben ganz passend gesagt. Auch mE kann es passieren, dass die südlicheren Kurse ebenfalls in einer Schwachwindzone enden, weil Gouph Island (wenn ich es richtig verstanden habe) an SB gelassen werden muss. Das ist jetzt wirklich ganz großes Schach …

      Like or Dislike: Daumen hoch 2 Daumen runter 0

      • avatar yuammy sagt:

        …nun, es gibt für die kommenden 24h eine Tiefdruckrinne bei 31-32°S und östlich von 17°W. Vielleicht gibt es Modelle, die dieses für erfolgsversprechend sehen.

        Like or Dislike: Daumen hoch 0 Daumen runter 0

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Sicherheitsfrage (SPAM-Schutz): *