Vendée Globe: Tanguy de Lamotte auf Rang 10 im Ziel

Herzenssache


Zielankunft von Tanguy de Lamotte

Mit seinem „Initiative Coeur“-Projekt erreichte Tanguy de Lamotte buchstäblich die Herzen aller Vendée Globe-Fans und finanzierte 13 Dritte-Welt-Kindern eine lebensrettende Herzoperation.

Tanguy de La Motte, Vendée Globe, Herzoperation

Leitmotiv vom Start bis ins Ziel: Herzenssache © initiative coeur

Es ging nochmal richtig die „Post ab“ in Les Sables d’Olonnes, als Tanguy de Lamotte am Sonntag  um kurz vor 11 Uhr nach 98 Tagen und knapp 22 Stunden seine Weltumrundung beendete. Zehntausende erwarteten ihn entlang des berühmten Kanals zum Hafen, darunter auffällig viele junge Fans. Dutzende Schulklassen, die mit Bussen aus der Umgebung herbeigefahren wurden, Maternelle-Schüler (Kindergarten) und sogar rekonvaleszente Kinder und Jugendliche aus umliegenden Krankenhäusern jubelten dem 35jährigen bei strahlendem Sonnenschein zu. Viele zeigten mit roten Luftballons ihre Begeisterung und Solidarität mit und für das Projekt „Initiative Coeur“ (Herzenssache).

„Das war ein verdammt hartes Stück Arbeit, aber sie kam von Herzen!“ sagte Tanguy direkt nach seiner Ankunft. „Kindern ein neues Leben schenken – kann man sich einen schöneren Grund für eine Weltumseglung vorstellen?“

Tanguy de La Motte, Vendée Globe, Herzoperation

Alter Kahn mit Herz © Blanchet

Dreizehn Kindern ein neues Leben geschenkt

Gemeinsam mit seinen beiden Sponsoren DMP-Initiatives und dem Schokoladenfabrikanten Alex Olivier etablierte Tanguy eine Art Solidaritäts-Zählsystem im sozialen Netzwerk Facebook: Sponsoren zahlten für „likes“ auf der Projektseite. Und seit dem Beginn der Kampagne vor zwei Jahren kamen knapp 200.000 zusammen. Mit dem Geld konnten 13 herzkranke Kinder aus Ländern der Dritten Welt nach Frankreich gebracht werden, wo sie operiert wurden. In allen Fällen handelte es sich um lebensrettende OPs , mitunter in „letzter Minute“. Die Kosten für eine derartige OP-Aktion werden mit ca. 100.000 Euro beziffert.

Tanguy de Lamotte machte von Beginn der Kampagne an allen Beteiligten klar, dass es für ihn bei dieser Vendée Globe nur um die Kinder gehe: „Natürlich lebe ich hier ein fantastisches Abenteuer, erfülle mir mit meiner ersten Nonstop-Weltumseglung einen Jugendtraum. Aber seglerisch wäre jeder andere Wunsch als „Ankommen“ vermessen gewesen!“

Tanguy de La Motte, Vendée Globe, Herzoperation

Herzlichst © Initiative coeur

Fleißiger Videoproduzent

Unterwegs auf dem ältesten Schiff des Feldes (Lombard-Design von 1998, Ex-Whirlpool, Tiscali, Proform, Pingouin) machte er dann auch seglerisch wenig von sich reden. Von Beginn an trieb er nahezu das gesamte Feld vor sich her und baute vor allem in den Schwachwindphasen den Abstand nach vorne konsequent weiter aus.

Dafür machte de Lamotte – gemäß seinem Auftrag – mit eher eigenwilligen, meistens auf Kinder ausgerichteten On-Board-Videos “im Gespräch mit meinem Roboter” von sich reden; im Südpazifik drehte er das mittlerweile kultige Luftgitarren-Vid „Smoke on the Water“, das zu den meistgeklickten Vids dieser Vendée Globe zählt.


Tanguy angeleint neben seinem Schiff bei missglücktem Reparatur-Versuch, inklusive Tränen der Verzweiflung eines Schiffbauingenieurs.

Auf der Rückfahrt durch den Atlantik erwischte er ein UFO – die langwierige und schwierige Reparatur des entstandenen Ruder- und Steckschwertschadens trieben den Schiffsbauingenieur fast zur Verzweiflung!

Herzlichst

„Doch schon allein die Ankunft, ganz zu schweigen vom Erfolg meiner Kampagne, haben mich für all die Hinterhersegelei, für all’ die Strapazen mehr als entschädigt!“ sagte er bei seiner ersten Pressekonferenz im Hafen von les Sables, die er übrigens tanzend und singend zu seiner Lieblingsmusik eröffnete.

Tanguy de la Motte, Vendée Globe, Herzoperation, Kinder

Großer Bahnhof für den 10ten Rang: Tanguy – Sieger der Herzen © Blanchet

Seine Projekte für die nahe Zukunft? „Ich werde wohl weiter in der Class 40 unterwegs sein,“ prognostizierte er. Vor 5 Jahren zeichnete der Schiffsbauingenieur als Mitarbeiter des Architekturbüros Simon Rogers seine eigene Class 40, mit der er 2009 etwa die Solidaire du Chocolat gewann. „Und wer weiß, vielleicht bin ich ja bei der nächsten VG mit einem neuen IMOCA nach eigenem Riss am Start?“

Ganz egal wie: Mindestens dreizehn Kinder bzw. bis dahin Jugendliche werden ihm dafür von ganzem Herzen alles Glück wünschen!

avatar

Michael Kunst

Näheres zu miku findest Du hier
Spenden
https://yachtservice-sb.com

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Sicherheitsfrage (SPAM-Schutz): *