Vendée Globe: Boris Herrmann sieht sich auf Rang drei – Fürst Albert drückt die Daumen

"Monaco Spirit"

Boris Herrmann wird bei der Vendée Globe auf Rang sechs geführt. Er sieht sich aber als Dritter. Beim live-Online-Besuch erklärt der deutsche Skipper, warum er immer noch sehr vorsichtig segelt.

“Ich habe ein wenig Angst”, sagt Boris Herrmann in der aktuellen Vendée Globe live Show auf die Frage von Pierre Casiraghi, Prinzen-Sohn, Co-Skipper und Gründer des Malizia Sailing Teams in Monaco, für das der Deutsche segelt. “Um ehrlich zu sein, habe ich ein wenig Angst, dass etwas kaputt geht. Ich denke Louis oder Yannick können das Gaspedal durchdrücken und ich würde das mit den alten Foils auch tun. Mit denen habe ich schon alle Art von Bedingungen erlebt und weiß, dass sie halten. Bei den neuen Foils weiß ich das nicht. Aber in 24 Stunden ist dieser harte Reach vorbei.”

In der Show kommt auch Casiraghis Onkel, Fürst Albert von Monaco zu Wort, der sein Mitfiebern verdeutlicht. Herrmann startet für den Yacht Club Monaco. Mit der Unterstützung des Fürstentums kamen seine Ambitionen für die Vendée Globe Teilnahme erst richtig in Fahrt. Im November 2018 segelte er die erste IMOCA-Regatta auf dem neuen Schiff für den Malizia-Rennstall.

Herrmann bestätigt, dass er eigentlich aktuell auf Rang drei gleichauf mit Thomas Ruyant liegt. Rang sechs oder sieben, auf dem er zeitweilig geführt wurde, sind nicht real. “Ich weiß auch nicht, warum die Tracker-Leute keine zusätzlichen Wegepunkte einfügen”, kritisiert der Skipper.

Das hatten sie im ersten Atlantik-Abschnitt der Regatta getan, aber Wettfahrtleiter Jacques Caraës erklärt, dass man nun von dem engen Verlauf so kurz vor dem Ziel überrascht wurde. Normalerweise liegen die Boote zu diesem Zeitpunkt des Rennens so weit auseinander, dass diese Unwucht im Tracker nicht mehr ins Gewicht fällt.

Wettfahrtleiter Jacques Caraës zeigt, wie der Tracker den direkten Weg misst und warum das Bild schief ist.

“Aber wir wissen es besser“, sagt Herrmann. „Es geht darum, nach Norden oder vielleicht sogar nach Nordwesten zu kommen. Ich bin gerade schneller als Thomas und habe wohl die Chance in den nächsten 24 Stunden vor ihn zu rutschen. Dann kommt auch noch Yannick unglaublich schnell von hinten. Aber ich muss das Boot zusammenhalten. Das Wichtigste ist immer noch, die richtige Balance zu finden.”

Aktuell segelt Herrmann wieder stabil über 19 Knoten. Er mag etwas Angst haben, aber vom Gaspedal geht er aktuell nicht. Nur Louis Burton vor ihm erreicht einen höheren Speed, aber der segelt immer noch deutlich tiefer und schneller.
Dessen VMG-Wert (gut gemachter Weg Richtung Ziel) der letzten vier Stunden erreicht nur 8,9 Knoten, Herrmann dagegen hat jetzt in seinem Kielwasser angeluvt und segelt mit 12,8 Knoten (VMG). Ruyant mit gleichem Kurswinkel in Luv von ihm wird gar nur mit 9,8 Knoten geführt und auch Bestaven hinter ihm erreicht nur 10 Knoten.

Gute Zahlen für Herrmann. Hoffentlich hält alles!

Auch Jean Le Cam darf man nicht ganz aus den Augen lassen. Der liegt zwar gut 200 Meilen hinter Herrmann, im Vergleich hat er aber 10:15 Stunden mehr Zeitbonus in der Hinterhand. Bei den aktuellen Geschwindigkeiten liegt er immer noch in Schlagdistanz zur Seaexplorer – Yacht Club de Monaco. Und bei den bald anstehenden Leicht- und Downwind-Bedingungen ist der Nicht-Foiler eher sogar schneller. Aber auch Le Cam hat zuletzt erklärt, dass er sein Schiff nicht mehr zu 100 Prozent segeln kann.

Tracker

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Carsten Kemmling

Der Mann von der vordersten Front. Mehr zu ihm findest Du hier.

7 Kommentare zu „Vendée Globe: Boris Herrmann sieht sich auf Rang drei – Fürst Albert drückt die Daumen“

  1. avatar brahms sagt:

    Es ist und bleibt übelst spannend!
    Apropos: Woher bekommt der Segelreporter die Real-Time-Daten von Malizia?

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    • avatar PL_koch.sven sagt:

      Ist das eigentlich ein Nachteil wenn die anderen Teams seine Daten so genau kennen und sich ggbfs. auf seine Rennstrategie einstellen können?

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    • avatar PL_koch.sven sagt:

      Ist das nicht ein Nachteil wenn die anderen Teams seine Daten so genau kennen und sich ggbfs. auf seine Rennstrategie einstellen können? Oder andere Frage, geben alle Teams diese Daten online?

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    • avatar eku sagt:

      Was hat eigentlich das PL vor einigen Nicks zu bedeuten?

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