Vendée Globe: “Charal” gibt noch mehr Gas – Alex Thomson verzichtet auf Generalprobe

Im Tiefflug

Vor zehn Tagen hatte Vendée Globe Favorit Jérémy Beyou mit seiner “Charal” schon eine beeindruckende Flugshow abgeliefert. Nun wird es noch besser. Auch bei Alex Thomson tut sich was.

Jérémy Beyou hat die ersten intensiven Segelmeilen vor der französischen Küste mit seinen neuen Flügeln absolviert und zeigt ein neues Video. Dazu kommentiert er den Fortschritt. “Es ist ein Unterschied wie Tag und Nacht. Das Boot fliegt nicht mehr so hoch über den Wellen, aber es verhält sich viel stabiler. Ich erreiche höhere Durchschnittswerte von 24 bis 26 Knoten. ”

“Charal” mit den neuen Flügeln. Weniger Flughöhe, aber mehr Stabilität. © Charal

Das dürfte die Konkurrenz unruhig machen. Insbesondere im britischen Lager ist es zuletzt sehr ruhig gewesen. Alex Thomson hatte im November bei der Transat Jacques Vabre kurz nach dem Start mit seiner neuen “Hugo Boss” mächtig Gas gegeben bevor er dann mit einem nicht identifizierten Objekt im Wasser kollidiert war. Er musste den Kiel absägen und “unten ohne” 800 Meilen zu den Kapverden segeln.

Das Schiff wurde per Frachter umständlich wieder nach England transportiert, und es muss befürchtet werden, dass Thomsons  Vendée-Globe-Sieg-Projekt deutlich zurückgeworfen wurde. Besonders die folgende Lockdown-Phase kam für ihn – und alle anderen Skippern mit Neubauten – zu Unzeiten. Ihm fehlen nun wichtige Qualifikations- und Test-Meilen.

Immerhin hat er seine “Hugo Boss” jetzt wieder in Portsmouth aus der Halle geschoben und zu Wasser gelassen.

Aber Thomson überrascht nun mit der Ankündigung, dass er nicht vorhat, an der am 4. Juli startenden Generalprobe für die Vendée Globe, das Vendée-Arctic-Les Sables d’Olonne Rennen, teilzunehmen. Die Ersatzveranstaltung für die beiden ausgefallenen nach New York und zurück führenden Transatlantikregatten würde nicht in seinen Zeitplan passen.

Aber auch die aktuellen Reisebeschränkungen und Quarantänebestimmungen  machen die Teilnahme an dem Rennen kompliziert. Er habe auch einige Bedenken hinsichtlich des “unnötigen Risikos” einer so weit nördlich führenden Route.

Die kommenden Wochen und Monaten wolle er mit seinem Team dafür nutzen, die Leistungsfähigkeit von “Hugo Boss”verbessern. Außerdem muss er noch einen 2.000 Seemeilen langen Solotörn absolvieren, um sich überhaupt für die Vendée Globe zu qualifizieren.

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Carsten Kemmling

Der Mann von der vordersten Front. Mehr zu ihm findest Du hier.

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