Vendée Globe Flash: Sébastien Simon (ARKEA PAPREC, 4.) kollidiert – Schwere Foil-Schäden

Das nächste Drama

Der bei der Vendée Globe auf Platz vier liegende Franzose Sébastien Simon ist mit einem nicht identifizierten schwimmenden Objekt zusammengestoßen. Die Kollision soll schwere Schäden an der Tragfläche verursacht haben.

Auch Arkea-Paprec beim Testen seiner neuen Foils. © arkea paprec

Der nächste Unfall bei der Vendée Globe. Gestern noch musste Sébastien Simon (ARKEA PAPREC) bei der Suche nach Kevin Escoffier helfen, nun ist der 30-Jährige  selber in großen Schwierigkeiten.

Die Achterkante des Foils beschädigte, asl sie bei der Kollision hinten im Foil-Schacht anschlug. © Sebastien Simon / Arkea Paprec

Simon hat die Tragfläche mit einem Flaschenzug gesichert. © Sebastien Simon / Arkea Paprec

© Sebastien Simon / Arkea Paprec

436 Meilen vom Spitzenreiter entfernt auf Rang vier rangierend, ist ARKEA PAPREC um 8:20 Uhr UTC mit einem nicht identifizierten schwimmenden Objekt kollidiert. Dabei wurde die Steuerbord-Tragfläche beschädigt. Der Skipper steht mit seinem Team an Land und der Wettfahrtleitung in Kontakt und berät das Vorgehen.

Die Position von Sébastien Simon (hervorgehoben) in Luv von Boeis Herrmann (grau). Damien Seguin segelt direkt dahinter und könnte helfen.

Der untere Teil der Foil-Aufnahme und der gesamte Schacht sollen sich vom Rumpf gelöst haben. Dadurch ist ein Leck entstanden. Er hat offenbar auf Steuerbordbug gehalst, um durch Krängung auf diese Seite, das Eindringen von Wasser zu begrenzen. Es ist zurzeit nicht bekannt, wie viel Wasser bereits im Boot ist. Am Abend sollen sich Wind und Seegang weiter verstärken.

Seb Simon (Arkea Paprec) hat Probleme mit seinem Autopiloten. © Sebastien Simon / Arkea Paprec

Simon segelte mit Wind von Steuerbord mit einem Speed von 17,6 Knoten bei 20 Knoten Westwind und schwerer See mit 3-4 m hohen Wellen als sich der Unfall ereignete.

Er war mit seinem mitfavorisierten neuen Juan-K-Design nach Bastelarbeiten an den Windinstrumenten im Masttopp den daraus resultierenden Autopilot-Probleme bis auf Rang 17 zurückgefallen, zuletzt aber regelmäßig eines der schnellsten Schiffe der Flotte und hatte stetig aufgeholt.

Sébastien Simon

Mit seinen Foils plagten ihn schon vor einem Jahr  große Schwierigkeiten, als ihm bei der Überführung zur Transat Jacques Vabre eine Tragfläche abgebrochen. Er absolvierte das Rennen schließlich nur mit einem Foil. Aber damals ging es um strukturelle Prombleme. Diesmal sieht es ernster aus.

Sébastien ist nach Alan Roura (27) mit 30 Jahren der zweitjüngste Skipper dieser Vendée Globe. Er kommt aus der Jollenszene und bewies sein Können mit 420er WM-Bronze 2013. Doch danach wendete sich der Ingenieur für Struktur- und Verbundwerkstoffe der Hochseeszene zu und ebnete den Weg in den Profi-Offshore-Sport  mit einem Sieg beim “Challenge Espoir Bretagne CMB”, einem renommierten Offshore-Junioren-Wettbewerb für 18 bis 24 Jährige.

Danach lernte er geduldig im Figaro-Rennzirkus und gewann 2018 nach fünften Anlauf nach den Plätzen 33/33/11/3 tatsächlich die Solitaire du Figaro. Danach dann ging alles ganz schnell. Simon übernahm erst den schnellen IMOCA “PRB” von Vincent Riou – mit Escoffier an Bord gerade erst zusammenklappte – gewann damit unter dem Namen Arkéa-Paprec das Bermuda 1000 Race , und übernahm im Dezember 2019 den IMOCA-Neubau, der er zu den Mitfavoriten der aktuellen Vendée Globe gehörte.

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Carsten Kemmling

Der Mann von der vordersten Front. Mehr zu ihm findest Du hier.

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