Vendée Globe: “Hugo Boss” ist verkauft – Wer den schwarzen Renner bekommt

"Verrückte Wette"

Nach dem Rückzug von Alex Thomson rankten sich viele Gerüchte um den möglichen neuen Skipper von “Hugo Boss”, dem aktuell radikalsten IMOCA der Flotte. Nun ist das Geheimnis gelüftet.

Hugo Boss mit ihren geschwungenen Flügeln. © ATR

Der Schweizer Alan Roura ist neuer Besitzer von “Hugo Boss”, dem 60-Fußer von Alex Thomson. Der 28-jährige, der 2016 als jüngster Vendée-Globe-Teilnehmer in die Geschichte eingegangen ist und 2021 mit Platz 17 enttäuschte , gab per Pressemitteilung bekannt, dass er 2024 seine dritte Vendée Globe mit dem Schiff des Briten bestreiten wird.

Zuvor hatte er eine Rückkehr nur für den Fall angekündigt, falls er ein siegfähiges Projekt auf die Beine stellen könnte. Mit der “Hugo Boss” sieht er sich dazu in der Lage. Die Yacht mit einem vollständig geschlossenen Cockpit gilt als das extremste und innovativste seiner Generation.

Alan Rora jubelt für die Schweiz nach einer für ihn besonders harten Vendée Globe.© Jean-Louis Carli / Alea

Finanziert hat das Schiff laut Mitteilung “ein leidenschaftlicher Mäzen”. Damit wäre es ein ähnliches Modell wie es bei Boris Herrmann funktioniert hat. Gerhard Senft hatte damals schnell eines der schnellsten Gebrauchtboote gekauft und es Herrmann unter dem Namen “Malizia” zur Verfügung gestellt. Senft konnte es nach erfolgreicher Vendée Globe schließlich gut verkaufen.

Neuer Titelpartner

Roura, der seit fünf Jahren in Lorient ansässig ist und mit seiner Partnerin und Pressesprecherin Aurelia Mouraud ein einjähriges Kind hat, bestätigt: “Dieses Boot katapultiert uns in eine neue Dimension.”

Ein Titelpartner für die laufenden Kosten soll auch schon bereitstehen, aber dazu sagt er nur: “Mit einem neuen Titelpartner, der an mich glaubt, wollen wir die Schweiz weiterhin in der Welt der Hochseeregatten vertreten und deshalb andere Unternehmen einladen, uns zu unterstützen. Einige stehen schon bereit, aber es gibt noch weitere Möglichkeiten, sich dem Abenteuer anzuschließen”.

Roura ließ bei der VG-Zweiten von 2008 Tragflächen der ersten Generation nachrüsten. © Christophe Breschi / La Fabrique

Nun könne er die nächsten drei Jahre Vollgas geben. Willen und Erfahrung seien bereits vorhanden, “nun brauchte ich nur noch die Mittel, um besser zu werden”, sagt er. “Mit diesem Boot der neuesten Generation und dem Budget, um das richtige Team zusammenzustellen und mich auf meine Leistung zu konzentrieren, weiß ich, dass ich die Reife erlangen kann, um dieses neue Ziel anzustreben: den Sieg bei der nächsten Vendée Globe.”

Endlich ein Boot mit Siegpotenzial

Roura ist bereits heimlich mit Alex Thomson auf “Hugo Boss” gesegelt und begeistert. “Meiner Meinung nach ist sie das beste Boot ihrer Generation, entworfen von einem Skipper, der fast 20 Jahre IMOCA-Erfahrung hat und sich nie gescheut hat, an die Grenzen seiner Möglichkeiten zu gehen. Auch die extremsten. Es ist sicher, dass ihr die nächsten Neubauten sehr ähnlich sein werden…

Alan Roura wie er leibt und lebt – jetzt auch mit Streckenrekord auf der Nordatlantikroute © roura/la Fabrique

Dieses Boot war sehr begehrt. Nicht immer ist man sich darüber im Klaren, wie viel Arbeit das ist, wie viele Stunden man für die Finanzierung, die Akquise und die gesamte Entwicklung des Projekts aufwendet. Es ist ein persönlicher Erfolg für mich, dass ich meine Investoren und zukünftigen Partner überzeugt habe, mich bei dieser verrückten Wette zu begleiten. Mit diesem Boot habe ich die Möglichkeit, einen neuen Schritt in meiner Entwicklung zu machen.

Ich bin nach wie vor sehr stolz auf meine Karriere und darauf, dass ich mich als Segler und Wettkämpfer in der Ausbildung bewährt habe. Aber jetzt möchte ich entdecken, wozu ich an Bord eines Bootes mit Siegpotenzial fähig bin. Es ist eine Ehre, dieses Amt von einem Segler wie Alex Thomson zu übernehmen, aber auch ein großer Druck! Ich kann es kaum erwarten, das Ruder in die Hand zu nehmen.”

Alex Thomson sagt: “Ich kenne Alan, seit er in die IMOCA-Klasse eingestiegen ist und ich habe seine Fortschritte seither genau verfolgt. Ich bin kürzlich mit ihm auf dem Boot gesegelt, und er hat mich mit seiner Fähigkeit beeindruckt, so viel und so schnell zu lernen. Er ist ein großes Talent, und mit diesem Boot, seiner Entschlossenheit und seinen zukünftigen Partnern hat er nun alle Voraussetzungen, um bei der nächsten Vendée Globe als einer der Favoriten zu starten. Ich bin sehr froh, dass Alan dieses Schiff übernimmt, und ich freue mich darauf, ihm während unserer Übergabefahrt alles weiterzugeben, was ich kann. Ich wünsche ihm alles Gute für 2024!”

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Carsten Kemmling

Der Mann von der vordersten Front. Mehr zu ihm findest Du hier.

3 Kommentare zu „Vendée Globe: “Hugo Boss” ist verkauft – Wer den schwarzen Renner bekommt“

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  2. avatar Bitte sagt:

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  3. avatar breizh sagt:

    Das ist mal eine Ansage. Es wird sehr spannend zu sehen sein, ob das Boot Alan wirklich soweit nach vorne pusht. Und noch viel besser sobald das Boot in Lorient liegt, kann man sich den Renner endlich einmal genau ansehen. Bin schon gespannt, wie die Szene in Lorient nach genauer längerer Inspektion die Konstruktion bewertet.

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