Vendée Globe: IMOCA, die vierte Neue – Der Entwurf von TNZ-Star-Designer Verdier

Böser Bug

Der Yacht-Konstrukteur und Einhandsegler Charlie Dalin hat den vierten neuen IMOCA vom Stapel laufen lassen. Anders als bei Hugo Boss werden auch die neuen Flügel gezeigt.

Nach Charal, Arkea-Paprec und Hugo Boss hat Charlie Dalin in Lorient den vierten IMOCA der neuen Generation vorgestellt. Er geht für den Sponsor Apivia an den Start, der zum großen Versicherungsunternehmen Macif gehört, seit vielen Jahren Geldgeber für Weltrekordler Francois Gabart.

Charlie Dalin vor seiner neuen Apivia. © Apivia Voile

Dalin (35) wies offenbar ausreichend Klasse für dieses Karriere-Highlight nach, indem er vier Podium-Platzierungen beim Solitaire du Figaro belegte. Außerdem wurde er 2015 an der Seite von Yann Eliès Dritter beim Zweihand-Rennen Transat Jacques Vabre.

Dieses Rennen über den Atlalantik mit dem Start Ende Oktober ist erneut sein Kurzzeit-Ziel. Aber diesmal hat er eine gänzlich schärfere Waffe am Start. Wieder vertraut er auf den erfahrenen Mitstreiter Yann Eliès , doch nun ist er selber der Boss bei seinem eigenen Projekt. Mit seinem neuen Schiff will er insbesondere nächstes Jahr angreifen, wenn es bei der Vendée Globe rund um die Welt geht.

Der Franzose stellte seinen neuen IMOCA unmittelbar nach der Präsentation von Alex Thomson auf der anderen Seite des Kanals in Lorient vor. Und natürlich wird sofort verglichen.

Dabei fällt auf, dass der Rumpf von Apivia weniger radikale Elemente zu beinhalten scheint als Hugo Boss. Der böse Bug erscheint allerdings voluminöser, als bei der Konkurrenz.

Voluminöse Bug-Partie. © Maxime Horlaville

Böser Bug © Lloyd Images

Der Arkea-Bug. © arkea paprec

Das Vorschiff spielt aber keine ganz so große Rolle, wenn es die Bedingungen erlauben, dass der 60 Fußer aus dem Wasser gehoben wird. Deshalb ist umso mehr der Shape und die Wirkweise der Tragflächen für das Leistungpotenzial den neuen IMOCAs verantwortlich.

Weit ausladende Tragflächen. © Maxime Horlaville

© Maxime Horlaville

Die Foils scheinen noch länger zu sein als bei Arkea-Paprec. Ob man ihnen auch vertrauen kann, muss sich noch zeigen. Bei der vergangenen Transat Jacques Vabre 2017 kam von den sechs Booten der ersten IMOCA-Foiler-Generation nur eines ins Ziel.

Aber hinter der Apivia-Entwicklung steckt nicht nur das Know How des Skippers selbst, der sein Schiffbaustudium 2006 in Southampton abgeschlossen hat, sondern insbesondere Guillaume Verdier, einer der führenden Foiler-Spezialisten in der Welt.

Der Franzose arbeitet als Designer für das Team New Zealand und war maßgeblich an den beiden schnellsten Designs der vergangenen Vendée Globe beteiligt: Banque Populaire VIII und Hugo Boss.

Rigg und Decksalinge von Apivia. © Maxime Horlaville

Eigentlich hatte er auch für das nächste Volvo Ocean Race einen One Design Einrumpfer entwickeln sollen, den Volvo Super 60. Bei der italienischen Werft Persico war sogar schon ein 1:1 Vorführmodell gebaut worden. Aber die Organisatoren gingen schließlich einen anderen Weg. Sie setzen nun ebenfalls auf die IMOCA-Klasse.

So hat Verdier jetzt die Erkenntnisse seiner Arbeit jetzt in das Boot von Dalin einfließen lassen. Es muss sich zeigen, wie erfolgreich das sein kann. Aber die Voraussetzungen sind vielversprechend.

 

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Carsten Kemmling

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Ein Kommentar „Vendée Globe: IMOCA, die vierte Neue – Der Entwurf von TNZ-Star-Designer Verdier“

  1. avatar Mirko sagt:

    Die haben vergessen, die Rümpfe umzudrehen!

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