Vendée Globe: Jérémie Beyou bestätigt nächsten Versuch – Boot vom IMOCA-Neuling

"So lange, bis ich gewinne"

Jérémie Beyou und Sponsor Charal haben wie zuvor schon durchgesickert offiziell die nächste Kampagne gestartet, um die Vendée Globe zu gewinnen. Warum er einen neuen Designer wählt.

Charal bekommt einen Nachfolger. © Lebec / Charal

Jérémie Beyou hat bei einer Pressekonferenz am Dienstag ( 4. Mai) die Verlängerung seiner Partnerschaft mit dem Fleischfabrikanten Charal bis 2026 bekannt gegeben. Der Rindfleischproduzent mit 900 Millionen Euro Umsatz pro Jahr und 3.000 Mitarbeitern hat sich nicht vom Misserfolg seines Werbeträgers bei der Vendée Globe schocken lassen und schenkt ihm weiterhin das Vertrauen. Dabei wird das Budget wie gehabt bei einem Vendée Globe Siegerprojekt für die nächsten vier Jahre auf 15 Millionen Euro geschätzt.

Jeremie Beyou bei der Arbeit. © Gauthier Lebec/Charal

Das beinhaltet nicht nur den Betrieb des Bootes, sondern auch einen weiteren Neubau. Beyou hält erneut an der Strategie fest, früh mit einem nach den neuesten Erkenntnissen und Regeln gebauten IMOCA auf das Wasser zu bekommen. Denn der Bau des Schiffes ist schon vor einem Monat gestartet. Allerdings soll es erst im Juni nächsten Jahres vom Stapel laufen. Bis dahin will Beyou noch seine alte Charal bei den Höhepunkten Transat Jaques Vabre 2021 und Route du Rhum 2022 segeln. Erst danach steht sie zum Verkauf.

Der dreimalige Gewinner der Solitaire du Figaro, Sieger des letzten Volvo Ocean Race (Dongfeng) und Dritter der Vendée Globe 2016-2017 hat es immer wieder betont: “Ich werde die Vendée Globe segeln, bis ich sie gewonnen habe!”

Konstruktion vom “hervorragenden Segler”

Dass der 44-Jährige seine Bemühungen mit dem Fleischgroßhändler fortsetzt, ist schon seit einigen Monaten ein offenes Geheimnis. Erstaunlich ist dagegen die Wahl des Konstrukteurs. Anstatt die drei großen IMOCA-Designbüros VPLP, Verdier und Juan Kouyoumdjian zu konsultieren, setzt er nun auf den Neuling im Vendée-Globe-Zirkus Sam Manuard. Man habe alle Optionen in Betracht gezogen, aber schließlich sei die Wahl auf Manuard gefallen, dem mit dem Plattbug IMOCA von Armel Tripon’s L’Occitane en Provence ein viel beachteter Premieren-Entwurf geglückt ist. Der Vendée-Globe-Dritte Louis Burton hat sich das Boot schon gesichert.

L’Occitaine zeigt den voluminösen Bug und die extreme Flügelform © PIERRE BOURAS

Beyou kennt Manuard schon seit 2006 als er noch Figaro segelte und es besteht eine persönliche Verbindung. „Die Tatsache, dass Sam Manuard auch ein hervorragender Segler ist, hat den Ausschlag gegeben”, erklärt Jérémie Beyou bei der Pressekonferenz. Es ist allerdings noch nicht klar wie sehr sich die neue Charal von Bureau Vallée 3 (ex L’Occitane) unterscheiden wird. Aber viel deutet darauf hin, dass auch sie mit einem voluminösen Bug versehen ist. Die neuen Imoca-Regeln müssen eingearbeitet werden. Sie schreiben unter anderem vor, dass die Boote stabiler sein müssen und die Länge der Foils reduziert wird.

Dieses Video hat das Team zum neuen Boot gepostet. Das Boot entspicht der bekannten Manuard-Form:

Charal 2 wird bei der CDK-Werft in Lorient gebaut. Ambitionen, das Volvo Ocean Race zu segeln hat Beyou bisher nicht erkennen lassen. Sein Coach, Match-Race-Weltmeister Bertrand Pacé, gilt als Kritiker der IMOCA-Benutzung für beide Regatten. Er hat schon früh geäußert, dass es nicht möglich sein werde, beide Veranstaltungen mit dem selben Boot zu gewinnen. 2021 segelt Beyou aber im Doublehanded-Modus mit seinem Co-Skipper Christopher Pratt das Rolex Fastnet Race 2021, die Défi Azimut und schließlich die Transat Jacques Vabre.

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Carsten Kemmling

Der Mann von der vordersten Front. Mehr zu ihm findest Du hier.

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