Vendée Globe: Maxim Sorel vom Nicht-Foiler zum Top-Fünf-Kandidat – Apivia Neubau bestellt

Karriereschritt für Rookie

Der Erfolg bei der Vendée Globe 2024 beschert nun auch dem zehntplazierten Maxime Sorel einen IMOCA-Foiler. Er lässt ein Schwesterschiff von Apivia bauen.

Maxim Sorel segelte auf Platz zehn. © Vincent Curutchet/Alea

Die erstaunliche Leistung der Nicht-Foiler bei der vergangenen Vendée Globe hatte insbesondere mit den speziellen Windbedingungen zu tun. Aber die Akteure nutzten die besondere Aufmerksamkeit durch ihre Präsenz in der Spitzengruppe, um den Sponsoren Werbezeit zu verschaffen. Drei von ihnen ist es nun gelungen, den Schritt zum Foiler Uprade zu gehen und damit in eine höhere Liga aufzusteigen.

Erst konnte Pip Hare vermelden, dass ihr Sponsor Medallia die Yacht des Vendée-Globe-Dritten Louis Burton erworben hat. Dann gelang Romain Attanasio der Deal mit Boris Herrmann und nun ist auch Maxim Sorel ein deutlicher Karriereschritt gelungen.

Der zehntplatzierte Vendée Globe Finisher verkündet, dass er ein Schwesterschiff von Apivia in Auftrag gegeben hat, dem Foiler von Charlie Dalin. Seine langjährigen Sponsoren, Spirituosen-Händler und Kneipen-Betreiber V and B, das Departement Mayenne und neuerdings der französische Schokoladen-Produzent Monbana finanzieren den Bau des Verdier-Designs, mit dem Sorel dieVendée Globe 2024 bestreiten will. Er strebt damit nun eine Platzierung unter den ersten fünf an.

Das Boot wird in Vannes bei Multiplast gebaut und anschließend in Concarneau von François Gabarts Rennstall Mer Concept, der auch Apivia betreut, fertig montiert. Das Schiff soll im Juni 2022 vom Stapel laufen.

Guter Kommunikator

Der blonde Vendée-Globe-Rookie, der 2017 die Transat Jacques Vabre in der Class 40 gewonnen hat – mit einer Mach 40.3 vom L’Occitane-Designer Sam Manuard -, hat es bestens verstanden, sein Abenteuer mit den Bedürfnissen des Sponsors zu verbinden. Mit der Vendée-Story gelang es ihm besonders gut, die V and B 230 Filialen zu verbinden.

Seit der inzwischen 34-Jährige 2014 begonnen hat, unter der Flagge von V und B zu starten, segelte er in der Class 40 2015 auf Anhieb bei der Transat Jacques Vabre auf Platz zwei und siegte zwei Jahre später. Es war die Eintrittskarte in die IMOCA-Klasse und zur Vendée Globe, die er schließlich mit seinem 13 Jahre alten Oldie bestmöglich absolvierte.

Sorels Aufstieg bestätigt die These, dass die Zeit der verschlossenen alten Salzbuckel bei dieser Disziplin des Segelns endgültig vorbei ist. Alex Thomson hat die Ära des an der Spitze segelnden Kommunikators eingeleitet.

Die aktuelle Erfolgsformel: Entertainer-Fähigkeiten machen den Sponsor froh und führen zu einem siegfähigen Budget. Umso mehr nach dieser Vendée Globe, die nicht für möglich gehaltene Fortschritte bei der Übertragungstechnik gemacht hat.

So betont auch Sorel: “Ich gehöre zu denen, die es toll finden, sich mit den Fans an Land viel auszutauschen.” Der Ingenieur aus Concarneau in der Bretagne teilte seine Probleme mit den Fans an Land und machte keinen Hehl daraus, dass es ziemlich knapp war, diese Runde zu schaffen.

Risse im Boot

Insbesondere der Untergang von PRB brachte ihn zum Grübeln. Denn er segelte mit einem fast identischen Design, das schon drei frühere Vendée Globes und ein Barcelona World Race nicht beendet hat. Vor vier Jahren ging Thomas Ruyant nach einem Strukturschaden damit fast unter.

Nach dem Escoffier-Unglück habe er vielfach akribisch nach Rissen im eigenen Boot gesucht. Und kurz nach der Kap-Hoorn-Rundung sei er dann auch am Deck fündig geworden. Fieberhaft laminierte er mit Input des vom Bruder und Vater geführten Shore-Teams an Land fieberhaft, um die Struktur zu verstärken. Eine Situation, die nicht dazu beigetragen hat, im Atlantik noch einmal Druck auf die anderen drei Nicht-Foiler machen zu können. Die seien ohnehin etwas leistungsstärker gewesen. Von dem Speed-Unterschied war er überrascht.

L’Occitaine im neuen Gewand nun in Händen von Louis Burton. © Bureau Vallée

Schon während der Vendée Globe hat Sorel intensiv an dem jetzigen Coup gearbeitet. Er tüftelte an Budgets und nahm an Online-Meetings teil, bei denen es um die Zukunft ging. Sorel machte keinen Hehl daraus, dass er 2024 wieder dabei sein und sportlich mehr erreichen will. Schon nach dem Zieleinlauf bestätigte er, “ein bisschen weiter gehen und wachsen” zu wollen. “Mit einem größeren Team und wettbewerbsfähigeren Projekt.” Dabei soll er sehr am Plattbug-Foiler “L’Occitaine” interessiert gewesen sein, den sich schließlich Louis Burton gesichert hat. Aber über die jetzige Entwicklung dürfte er sich auch nicht beschweren.

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Carsten Kemmling

Der Mann von der vordersten Front. Mehr zu ihm findest Du hier.

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