Vendée Globe: Nur 17 von 35 Einhandskipper qualifiziert – Neue Regatta rund Island

Organisatoren wollen "Geisterspiel" umgehen

Während auch in Frankreich so langsam die Segler wieder aufs Wasser dürfen, mehren sich die Fragezeichen hinter der Vendée Globe. Kann das wichtigste Segelsport-Ereignis am 8. November 2020 starten?

Die IMOCA-Flotte will wieder los. © Yvan Zedda – Azimut Trophy 2019

Die Veranstalter der Vendée Globe versuchen, Zweifel an dem Start ihrer Regatta auszuräumen. In einer aktuellen Mitteilung weisen sie darauf hin, dass die Vorbereitungen nach wie vor in vollem Gange sind für den geplanten Start am 8. November.

 

Sportlich sei der Ablauf des Rennens um die Welt nicht gefährdet, falls die Behörden keinen Riegel davor schieben. Aber für die Franzosen ist die Regatta der Weltumsegler eben auch ein großes Volksfest. 2017 zählten die Veranstalter vor Ort bei Start und Ziel in Les Sables d’Olonne insgesamt 2,25 Millionen Besucher und verzeichneten damit im Vergleich zur vorherigen Regatta einen Zuwachs von 250.000.

Publikum beim Start erlaubt?

Diese Zahlen werden in Corona-Zeiten zum Problem. Denn Großveranstaltungen dürften es auch im November noch schwer haben, genehmigt zu werden. Von der Aufmerksamkeit vor Ort hängen allerdings viele der eher kleineren lokalen Sponsoren ab. 

Deshalb können sich die Organisatoren eigentlich kein “Geisterspiel” leisten. So bekunden sie, man prüfe alle Möglichkeiten, um Publikum erlauben zu können. Sie versuchen ein Konzept zu entwickeln, dass wirtschaftliche und gesundheitliche Faktoren abwäge.

Darüberhinaus gibt es das Problem, dass sich bisher nicht einmal die Hälfte (17) der 35 angemeldeten Skipper das Anmeldeverfahren offiziell abgeschlossen haben. Sie haben Probleme, die Qualifikationsmeilen zu absolvieren oder die Sponsoren bei der Stange zu halten.

Neue Regatta rund Island

Einige Fristen wurden schon angepasst, um der Situation Rechnung zu tragen. Insbesondere ist der Anmeldeschluss auf den 1. September verschoben. Außerdem kündigten die Organisatoren an nach der ausgefallenen Atlantik-Vobereitungsregatta nach New York nun eine neue Möglichkeit zu planen.

Am 4. Juli soll das Rennen Vendée-Arctic-Les Sables d’Olonne starten. Es führt von Les Sables d’Olonne rund Island und dann zu den Azoren. Von dort werde die Rückregatta zehn Tage nach der Zielankunft gestartet.

Das Format der Regatta wurde von der Regattaleitung und dem Organisationsteam vollständig überarbeitet, um die Distanzregeln zwischen Skipper und ihrer Teams bei der Vorbereitung in den Häfen zu respektieren. Das sei auch ein wichtiger Schritt zur Vorbereitung auf den Vendée Globe. Der französische Segelverband unterstütze die Initiative. Die Genehmigung der neuen Regatta ist allerdings noch nicht erfolgt.

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Carsten Kemmling

Der Mann von der vordersten Front. Mehr zu ihm findest Du hier.

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