Vendée Globe: Sam Davies bekommt einen Neubau – Angriff auf die Spitze

Erstmals auf Augenhöhe

Samantha Davies wird 2024 bei ihrer vierten Vendée Globe mit einem neuen IMOCA teilnehmen. Sie gab Details zu ihrer nächsten Kampagne bekannt, bei der sie erstmals ein siegfähiges Boot segeln kann.

Samantha Davies © initiative coeur/davies

Die Britin Sam Davies (46) war bei der vergangene Vendée Globe nach einer schweren Kollision ausgeschieden und hatte sie dann doch noch als “Siegerin der Herzen” beendet. Sie segelte mit ihrem effektiv mit langen Flügeln modifizierten zehn Jahre alten “Initiative Coeur” teilweise auf Augenhöhe mit den Besten, hatte aber bei harten Southern-Ocean-Bedingungen Probleme, den Speed zu halten.

Foil, IMOCA, Boris Herrmann, Sam Davies

Die gigantische Tragfläche von Sam Davies nach dem Einbau 2019. © initiative coeur/zedda

Das solle sich bei der nächsten Vendée Globe ändern. Denn Davies hat bekannt gegeben, dass sie ihre vierte Teilnahme bei der Welt-Regatta mit einem neuen 60-Fußer bestreiten kann. Der Rumpf ist bereits bei der Black-Pepper-Werft im Bau, die bisher ein Geheimnis um den Skipper des Neubaus gemacht hat.

Das Schiff wird nach den Plänen von Sam Manuard in der Form der ehemaligen “L’Occitane en Provence” gefertigt, mit der Armel Tripon gesegelt ist und die nun vom VG-Dritten Louis Burton erworben wurde. Der Stapellauf ist für den Mai 2022 geplant. Bis Ende 2021 wird das Schiff nach Lorient transportiert, wo es von Davies Team finalisiert wird.

Davies startet erneut für die Organisation Initiatives-Coeur, die seit 2012 vier IMOCAs mit dem Namen versehen hat. Dabei handelt es sich um ein Projekt, das humanitäres Mäzenatentum und Sportsponsoring verbindet. Während der Regatta wird Geld gesammelt, das dem Verein Mécénat Chirurgie cardiaque zugutekommt. Es ermöglicht die Operation von Kindern, die an Herzfehlbildungen leiden. Dahinter stecken mehrere Firmen als Geldgeber die etwa im Fundraising, als Aluminium-Hersteller, Schokoladen-Produzenten oder der Computer-Technik tätig sind.

Yacht wird dem Segelstil angepasst

Die ursprüngliche 2020er Version des Bootes soll entsprechend der Erfahrungen bei der überstandenen Vendée Globe überarbeitet werden. Das betrifft insbesondere die Foils aber auch die Ergonomie des Cockpits. Es wird dem Segelstil von Sam Davies angepasst. Erster wichtiger Renneinsatz ist die Route du Rhum mit Start am 6. November 2022.

Sam Davies und ihr Lebenspartner Romain Attanasio am Ponton beim Start der Vendee Globe in les Sables d’Olonne, Frankreich, am 8. November 2020. © Jean-Marie Liot / Alea

Davies erklärt bei ihrer Präsentation: “Es ist großartig, dass das Abenteuer weitergeht. Ich bin stolz darauf, Teil dieses Projekts zu sein. Es funktioniert gut. Viele Menschen haben darin investiert.” Sie sei aber auch froh, dass endlich eine Frau auf Augenhöhe mit den Besten segeln könne. “Und ich hoffe, dass ich nicht die Einzige sein werde.”

Zuletzt hatte Dee Caffari für 2008/09 ein neues Schiff bauen dürfen und wurde Sechste. 2000/01 lieferte sich die legendäre Ellen MacArthur mit ihrer Kingfisher ein hartes Duell um den Sieg. Michel Desjoyeaux gewann knapp.

Bevor Davies ihre neue Yacht segelt, wird sie noch mit dem alten IMOCA die Transat Jacques Vabre im Doublehanded-Modus mit Nicolas Lunven bestreiten. Dabei trifft sie erneut auf ihren Mann Romain Attanasio, mit dem sie das Promi-Traumpaar der Szene bildet. Der könnte dann durchaus schneller sein nach dem Kauf von Boris Herrmanns Schiff. Aber sollte sich mit dem Neubau wieder ändern.

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Carsten Kemmling

Der Mann von der vordersten Front. Mehr zu ihm findest Du hier.

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