Vendée Globe: Thomson in Nöten – Ryant schneidet Foil ab – Dalin 200 Meilen in Führung

An der Eisgrenze

Charlie Dalin könnte bei der Vendée Globe eine Vorentscheidung geglückt sein, während Verfolger Ruyant klettert und sägt. Hugo Boss fällt auf Platz 12 zurück. Herrmann im Mast.

Die Situation am 27.11 um 9 Uhr. Apivia liegt weit vor dem Feld und hat schon fast die Eisgrenze erreicht.

An der Spitze der Vendée-Globe-Flotte hat Charlie Dalin (Apivia) wieder Fahrt aufgenommen und seine Verfolger weiter abgeschüttelt. Am Cap der Guten Hoffnung könnte er mit fast 500 Meilen Vorsprung ankommen. Denn der Zweitplatzierte Thomas Ruyant (LinkedOut), hängt mit 200 Meilen Rückstand immer noch in der Flaute und hat ganz andere Probleme.

Kevin Escoffier am Rande des Hochs. © Escoffier PRB

Er beschäftigte sich damit, den nicht mehr funktionsfähigen, angerissenen Backbord-Flügel abzusägen. Zwei Meter schnitt er ab, um die Gefahr zu vermeiden, dass die Spitze bei voller Fahrt abbricht und dabei Rumpf oder Outrigger beschädigt. Dann turne er auch noch im Mast rum, “um seine verschiedenen Probleme zu lösen”, erklärt sein Team. LinkedOut war damit in den vergangenen 24 Stunden das langsamste Boot der gesamten Flotte, hat nun aber auch wieder Fahrt aufgenommen.

Pip Hare (Platz 24) behebt ein Problem am Achterliek. © Pip Hare

Auch Boris Herrmann schickt ein Video, das ihn im Mast zeigt. Über ein größeres Problem hat er bisher nicht berichtet. Möglicherweise checkt er nur die Systeme im Topp und nutzt die Flautenphase. Allerdings hat er zuletzt auf seine beiden direkten Gegner Maitre Coq und PRB fast 30 Meilen verloren.

Die Dreier-Gruppe macht nun wieder gute Fahrt und versucht vor die drei südlicher positionierten Boote zu rutschen. Besonders Louis Burton (Bureau Vallée) ist dort aber längst im starken Nordwestwind drei Knoten schneller unterwegs und hat auch Sam Davies abgehängt.

Samantha Davies hat im Süden ihren ersten Albatross gesehen. © Sam Davies

Großer Verlierer der vergangenen Stunden ist Alex Thomson. Nach dem bastelnden Ruyant war er mit “Hugo Boss” der langsamste Skipper der Spitzengruppe und wurde sogar in Luv von zwei Verfolgern überlaufen. Zurzeit wird er sogar nur auf Platz 12 geführt. Nachdem er gestern verkündet hatte, wieder zurück im Rennen zu sein, spielte der Wind für ihn nicht so richtig mit.

Die Führungsgruppe hat im Süden bereits ihren ersten Albatros gesehen. Das Rennen in den “Roaring Forties” tritt nun in eine adere Phase ein. Es wird deutlich kälter, und die Boote erreichen die von der Wettfahrtleitung definierte virtuelle Eisgrenze. Gut 12.000 Meilen müssen die Skipper jetzt in südlichen Gefilden bis zum Kap Horn zurücklegen.

Der Weg im Süden. Noch 12.000 Meilen bis Cap Hoorn.

Vendée Globe Tracker

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Carsten Kemmling

Der Mann von der vordersten Front. Mehr zu ihm findest Du hier.

Ein Kommentar „Vendée Globe: Thomson in Nöten – Ryant schneidet Foil ab – Dalin 200 Meilen in Führung“

  1. avatar Jörg sagt:

    Boris ist ein Gewinn für die Regatta und ein schöner Kontrast zu den doch eher schweigsamen Franzosen. Superinteressante Videos in großer Zahl, mit ausführlichen Kommentierungen in englisch und somit für fast alle zu verstehen. Seine Webseite ist sogar besser als die von Alex Thomson. Insbesondere sein Echtzeit-Dashboard mit vielen Infos bis hin zur Riggbelastung und zum Foiltrimm ist sensationell.

    Super Beitrag, mehr davon! Like or Dislike: Daumen hoch 8 Daumen runter 0

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