Meinung Vendée Globe: Was wir schon jetzt von der Welt-Regatta lernen können

Der Quotenbringer

Noch sind keine Zahlen bekannt, aber gefühlt avanciert Boris Herrmann auf seiner Sea Explorer während dieser Vendée Globe zum wichtigsten Aushängeschild für den Deutschen Hochseesegelsport. Miku meint, das muss Konsequenzen haben!

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Michael Kunst

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5 Kommentare zu „Vendée Globe: Was wir schon jetzt von der Welt-Regatta lernen können“

  1. avatar Jörg Gosche sagt:

    Dein Ohr in Gottes Gehörgang .... sag ich immer!

    Aber ob das alles mit Öko-Schiffen machbar wäre …. und ob das dann wirklich auch öko ist?
    Dieses Recycling von bis zu 20 Jahre alten Schiffen (wie von Pip Hare) hat ja auch schon eine gewisse Nachhaltigkeit.
    Aber ob man unbedingt mit den Foils dem armen Meerestier über die Glatze sicheln muss … und welche unglaubliche Belastungen die Piloten zu ertragen haben … darüber könnte man sich im Rahmen von Regelenpassungen auch in anderer Richtung Gedanken machen.
    Immer Höher, Schneller, Weiter ist mit Umweltfreundlichkeit meiner Meinung nach nicht in eine ehrliche Verbindung zu bringen.

    Trotzdem:
    Was Boris in den vielen Jahren seiner persönlichen Vorbereitung da auf die Beine gestellt hat ist einfach genial und kann gar nicht hoch genug bewertet werden. Allein als Deutscher überhaupt erstmal dort an den Start gehen zu können ist schon eine enorme Leistung ….. und dann auch noch so eine geile Performance hinzu legen – sowohl medial als auch rein sportlich – das ist überwältigend! Hoffentlich hält das Material bis zum Ziel durch!!!!! Boris ist auf jeden Fall ein Held!

  2. avatar ds sagt:

    Interessanter “Artikel” mit guten Überlegungen. Auch ich hoffe sehr stark, dass der Verkauf von Malizia II nicht als Abschied zu deuten ist, wo doch die TOR Teilnahme bereits angekündigt war, sondern eher als Ausruf eine sportlich ambitionierte Kampagne (mit Neubau für Team?) zu starten. Ich würde es hoffen, denn auch, wenn Boris sich nun in seiner Rolle sehr bescheiden gibt, würde es wohl kaum ein anderer schaffen, den Sport so klasse zu vermarkten. Boris Reichweite auf seinen Kanälen hat sich mehr als verdoppelt und seine Einblicke sind teils unterhaltsam, teils informativ und das verbindet die Zuschauer mit dem Sport und seiner Kampagne. Das ist für Sponsoren ebenso wichtig, da es eher nach nachhaltiger Begeisterung aussieht und nicht nur nach einem kurzfristigen Effekt.

    Bei der Nachhaltigkeit bin ich geteilter Meinung. Auf der einen Seite halte ich es auch für wichtig auf der anderen Seite ist es been ein sehr kompliziertes Thema. Nachhaltigkeit wird auch dadurch erreicht, dass Sportgeräte lange halten und in diesem Fall trifft das zu. Die Boote haben eine Lebensdauer von mehreren 100k km, existieren viele Jahre unter anderem da Kohlefaser weniger anfällig ist, weich zu werden, die Struktur lange hält etc. Niemand hat etwas davon, wenn ein Boot evtl. recycelbar ist, aber eben nur 6 Jahre hält. Die Produktion verursacht Umweltschäden, das recyceln auch. Und nur weil eine andere Faser benutzt wird, ändert das noch nicht viel am Kunststoff, der damit verstärkt wird. Und bei der Faser ist gar kein so großes Problem. Zwar ist Kohlefaser nicht gut zu recyceln, was aber die meisten vergessen, ist, dass der Ausgangsstoff durch andere Industrien, Petrol etc., sowieso als Abfallprodukt anfällt. Der Umwelt wäre nicht stark geholfen, wenn nun extra an anderer Stelle Ressourcen, erzeugt, aufgebaut etc. werden müssen, damit der Ausgangsstoff erst hergestellt wird. Ich denke es ist generell bei allem wichtig zu verstehen, dass es kein umweltfreundlich gibt, es gibt nur umweltschädlich, einige Dinge mehr andere weniger.

    Ich fühle mich nicht so sehr in der Lage das bei Boris zu kritisieren. Was fällt bei uns im Job alles an und wie sehr hinterfragen wir es. Irgendwo laufen Server rund um die Uhr für meine Netflix-doku, obwohl ich auch ein altes Buch aus dem Regal nehmen könnte. Bei der Formel 1 werden halten Carbonteile bei weitem nicht so lange und die Autos laufen mit Benzin und werden um die Welt geschickt. Ich mag es zwar auch nicht, wenn man sich an anderen schlechten Beispielen orientiert, um sich Dinge zu erlauben, aber ich habe bei so etwas wieder die Sorge, dass es potenzielle Sponsoren abschreckt: wenn schon die deutschen Segelfans das kritisieren, was sagt dann die Breite Masse dazu. Die Segelsport braucht sich den Umweltschuh, als letztes anzuziehen und hat zurecht mehrere Umweltpreise/ Auszeichnungen gewonnen.

    Die Kritik trifft eher auf den AC zu, wo die Boote sehr schnell verschrottet werden und vgl. wenige km überleben, genauso die Segel etc. Ich denke der Einsatz von nachhaltigeren Rohstoffen sollte nicht in einer gefährlichen Konstruktionsklasse erprobt werden, sondern im Onedesign Bereich. Bei der Vendee Globe geht es mehr als bei jeder anderen Regatta darum, dass die Segler gesund an Land kommen. Das TOR, bei dem Logistik und Media Crews mit mehreren Containern um die Welt geschickt werden, hat sicher einen ganz anderen Fußabdruck.

  3. avatar Andreas Borrink sagt:

    Wieder mal eine sehr interessante Diskussion hier – leider aufgrund der Bezahlschranke begrenzt auf einige wenige…….

    Ich denke, ein Grundproblem ist der allgegenwärtige Götze Recycling. Dem Verbraucher wird hier mit gelben Tonnen und verklausulierten Packungsaufdrucken vorgegaukelt, dass aus seinem Müll wieder etwas brauchbares wird. Das ist definitiv ein Märchen. So lange Millionen Tonnen gemischter Plastikabfälle noch in China verbrannt oder (aktueller) in der Türkei in die Landschaft oder eben in die Ozeane gekippt werden, ist das alles leider ein Scheingefecht. Hier muss man mit strengen Gesetzen und Kontrollen ansetzen, nicht bei Booten und Autos. Was da im Sportbereich gemacht wird, kann bestenfalls eine Signalwirkung erzielen.

    Technisch betrachtet stehen sich der Anspruch an höchste Festigkeit einerseits und Recyclingfähigkeit andererseits leider diametral entgegen. Wer es leicht und steif haben will, braucht Epoxy, Carbon und Waben, Punkt; nichts davon kann man recyclen. Man kann es bestenfalls shreddern, sehr fein Mahlen und dann irgendwo als Füllstoff benutzen, der aber leider weitaus teurer ist, als ein gleichwertiges Primärprodukt. Das nennt sich dann „Downcycling“ (kein gutes Marketing-Wort….) und trifft im übrigen auch für Verpackungsmüll zu. Aus einem Yoghurtbecher wird niemals wieder ein Yoghurtbecher gleicher Qualität zum gleichen Preis!

    Die technologischen Fortschritte, die gemacht und in AC und VG sichtbar werden, sind natürlich schon beeindruckend und für eine vergleichsweise kleine Klientel auch hochinteressant. Aber ich mache mir nicht vor, dass es außer mir, Manfred (Jörg?) und einer Handvoll weiterer „Freaks“ je ein breites Publikum geben wird, das um 2:45 aufsteht und alle vier Stunden ein Trackerupdate abruft. Diese „Masse“ schaut sich Holstein gegen Bayern an und freut sich (wie ich, hihi), wenn die Bayern ein’s auf die Mütze kriegen……

    Boris drücke ich nun beide Daumen und hoffe, dass sein aktueller Kurs gen Westen (eben abgerufen; 20° westlicher als alle anderen!) sich als klug herausstellt, wenn die ITCZ morgen passiert werden muss. Boris, go, Du gewinnst das Ding! Es wäre ein Sieg der Abgeklärtheit und Vernunft. Auch ein tolles Signal.

  4. Eigentlich durch Zufall im Internet , verfolge ich jede freie Minute Wie weit Boris Herrmann schon gekommen ist. Ich habe großen Respekt von dieser großartigen Leistung , aber auch von allen Teilnehmern
    Nicht zu vergessen der „ALTE SEEBÄREN“ Jean Le Cam
    der ohne viel Schnickschnack an seinem Boot auch eine Meisterleistung vollbringt

  5. avatar Karsten Stümpel sagt:

    Moin,

    das erste, was ich alle paar Stunden mache ist tatsächlich in die Liste zu sehen und zu hoffen, dass er das Speedpotenzial seines Bootes abrufen kann und das er nach den Doldrums wieder über die anderen bügelt.

    Die Nachhaltigkeitsdiskussion ist typisch deutsch und meiner Meinung nach an dieser Stelle nicht angebracht. Es fragt auch keiner nach, wenn die Segelbundes Juxliga quer durch die Republik reist oder ich mit der Jolle auf dem Trailer 800km zu einer Regatta nach Polen fahre ( und wieder zurück mit 13 l pro 100/km)

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