Vendée Globe: Wassereinbruch bei Kito de Pavant – Skipper bereitet sich auf Rettung vor

"Jemand muss mich holen"

Kito de Pavant (55) hat bei der Vendée Globe mit seiner “Bastide Otio” einen schweren Schaden erlitten. Die Rettungsausrüstung liegt bereit. Wasser dringt in sein Schiff ein.

Nach und nach fordert die Vendée Globe immer mehr Opfer. Die Stürme der vergangenen Tage im Südmeer haben schon zu zahlreichen Problemen geführt. Fünf Ausfälle gibt es schon, ein weiterer ist wahrscheinlich und nun hat es auch noch Kito de Pavant erwischt.

Der charismatische Salzbuckel segelte mit seiner sechs Jahre alten “Bastide Otio” auf einem 10. Platz 3000 Meilen hinter dem Führenden mit einem Speed von 16 Knoten in schwerer See als er von einer harten Kollision geschockt wurde.

Kito de Pavant

Kito de Pavant im Southern Ocean. © Kito de Pavant

Per Telefon berichtet der Skipper von Bord: “Ich habe irgendetwas heftig  mit dem Kiel getroffen. Der Aufprall war brutal. Das Schiff kam zum Stillstand. Das hinter Lager vom Neige-Mechanismus ist abgerissen. Der Kiel hängt unter dem Rumpf und wird nur noch von der Kiel-Ramme gehalten. Und die arbeitet sich langsam durch den Rumpf.

Das Gehäuse des Kiels ist zerstört und es tritt viel Wasser ein. Aber im Moment betrifft das nur den Bereich, wo die Maschine platziert ist. Die Wellenhöhe beträgt fünf bis sechs Meter. Ich habe das Großsegel geborgen, damit das Boot weniger krängt. Die Situation ist im Moment stabil, aber ich habe meine Sicherheitsausrüstung bereit gelegt. Jemand muss kommen und mich holen.”

Die Position von Kito de Pavant.

Die Position von Kito de Pavant.

Die Vendée Globe-Organisatoren haben das MRCC (Maritime Rescue Coordination Center) alarmiert und so ist ein Notruf an den Frachter “Marion Dufresne” rausgegangen, der, 100 Meilen nördlich von de Pavants Position fährt. Sie soll in zehn Stunden am Unglücksort eintreffen. Der nächste Teilnehmer im Bereich des Franzosen ist Louis Burton 640 Meilen achteraus. Er kommt aber erst in zweieinhalb Tagen in die Nähe des Havaristen.

Kito de Pavant kann es nicht fassen. In der Nacht ist er mit seiner havarierten `Groupe Bel´ im portugiesischen Cascais angekommen... © Ricardo Pinto | Groupe Bel

Kito de Pavant ist Kummer gewohnt. © Ricardo Pinto | Groupe Bel

Nach dem Schaden könnte man das nach dem Sponsor Bastide Otio benannte Boot auch als Unglücksschiff bezeichnen. Denn auch bei der vergangenen Vendée Globe bereitete es seinem Skipper Jean Pierre Dick große Probleme.

Der Franzose segelte lange auf Rang drei als ihm der Kiel abbrach. Dick brachte schließlich das Kunststück fertig, seine “Virbac Paprec 3”  noch 2643 Meilen ohne Kiel auf Kurs zu halten und das Rennen auf Rang vier zu beenden.

 

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Carsten Kemmling

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