Vendée Globe: Wie der Schweizer Roura die ex”Hugo Boss” endlich in Fahrt bringen will

Neugeburt

Seit der Schweizer Alan Roura (30) im Oktober 2021 den IMOCA von Alex Thomson kaufte, schien er sich für die nächste Vendée Globe als Mitfavorit positionieren zu können. Aber davon ist er meilenweit entfernt.

Selten kommt Alan Roura so stabil in die Flugposition. © Hublot

15/19/18/17 lauten die jüngsten Ergebnisse von Alan Roura im IMOCA Circuit. Der Mann kann sich den Nicht-Foilern kaum erwehren. Die jüngsten Leistungen mit “Hublot” sind eine der größten Enttäuschung der Szene.

Dabei klang der Schweizer so euphorisch als ihm 2021 erst der Kauf von Alex Thomsons “Hugo Boss” glückte und danach ein Sponsor-Deal mit dem renommierten schweizer Uhren-Hersteller Hublot. Roura jubelte: “Meiner Meinung nach ist es das beste Boot seiner Generation, entworfen von einem Skipper, der fast 20 Jahre IMOCA-Erfahrung hat und sich nie gescheut hat, an die Grenzen seiner Möglichkeiten zu gehen. Auch die extremsten. Es ist sicher, dass ihr die nächsten Neubauten sehr ähnlich sein werden…”

Alan Roura beim Start der Transat Jacques Vabre. © Hublot

“Ziel ist es, das neue Sportgerät so nahe an sein Potenzial zu bringen, wie möglich.” Dann könne er auch mit Siegchancen bei der nächsten Vendée Globe starten.  “Mein Traum ist es, zu gewinnen oder mindestens unter die besten Drei zu kommen”. Nach zwei Saisons steht aber fest: Entweder das Schiff hat kein Potenzial, oder es gelingt dem Skipper nicht, dieses zu erreichen.

Alan Roura hat trotz seines jungen Alters schon zweimal die Vendée Globe bestritten. Er ist jüngster Finisher der Welt-Regatta und wollte schon bei seiner zweiten VG-Teilnahme 2020/21 eigentlich einen weiteren Karriere-Schritt nach vorne machen. Aber es folgte ein enttäuschendes Erlebnis mit Platz 17 und das Ende der fünfjährigen Sponsor-Verbindung mit der Bäckereikette La Fabrique.

Roura ließ bei der VG-Zweiten von 2008 vor seinem VG-Start 2020 Tragflächen der ersten Generation nachrüsten. © Christophe Breschi / La Fabrique

Roura stand vor dem Aus. Ein neuerlicher Angriff bei der Vendée Globe schien nicht finanzierbar. “Irgendwann sagt man sich, dass man es nicht schaffen wird”, gab er zu. Aber wie es manchmal so kommt, als er das Kapitel Profi-Segler schon schließen will, meldet sich “ein leidenschaftlicher Mäzen”, wie ihn Roura nennt. Er bringt das Geld auf, um “Hugo Boss” kaufen zu können und plötzlich ist der Schweizer besser im Spiel als er zu hoffen wagte.

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Carsten Kemmling

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