Video Fundstück: Mit Mini12er bei 50 kn Wind unter Spi – 1993!

Liegend im Hack

Den Linien der „großen“ 12er nachgebaut, ist die 2.4mR heute offizielle Paralympics-Klasse und nicht nur bei behinderten Seglern beliebt. Das Vid von 1993 ist längst Kult!

Mini 12er wird die 2.4mR-Klasse heute noch liebevoll genannt, was wiederum mit ihren Ursprüngen zu tun hat: Nach dem America’s Cup in Newport/USA, 1980 war das, stellten gleich mehrere Konstrukteure ihre Mini-Version des damals gängigen 12er-America’s Cupper vor. In England die „Illusion“ und „Shadow“, an der US-Küste die „Millimeter“, in Kalifornien die „Defender“. Doch den wahren Vortrieb für den weltweiten Erfolg der Klasse gaben die Schweden, die in den 80iger-Jahren des letzten Jahrhunderts gleich Drei ihrer begabtesten Bootskonstrukteure an die Mini-12er-Konstruktion setzten. 1986 brachte der behinderte schwedische Arzt Claes Hultling (Rollstuhlfahrer) zwei schwedische Mini 12er nach Fremantle, wo damals die WM der „Großen“ 12er stattfand. Die Schweden begeisterten und lokale Bootsbauer nahmen die Mini 12er gleich in ihre Angebotspalette auf.

2p4m_D2Doch der „Wildwuchs“ bei der Konstruktion der noch nicht restlos etablierten Klasse ging weiter. Klare Regeln mussten her, denn mittlerweile stieß das Boot vor allem bei einer bis dato immer benachteiligten Seglergruppe auf größtes Interesse: Behinderte Menschen, die endlich trotz ihrer Handicaps alleine und selbstverantwortlich ein Boot segeln… und beherrschen wollten. Und das in möglichst großen Regattafeldern, bitteschön.

Gerade weil diese (noch nicht vereinheitlichte) Klasse keine One-Design-Class war, konnten – in Bezug auf die jeweilige Behinderung des Seglers – entsprechende bauliche Veränderungen und Korrekturen in der Anordnung der Beschläge vorgenommen werden. Was aber nicht den „Kuddelmuddel“ rund um die verschiedenen Bootstypen ordnete.

Also ergriff die Scandinavian Yachting Association die Initiative und stellte ihren Vorschlag für Abmessungsgrundsätze der IYRU 1988 vor.

Heute sind die 2.4 mR (nach der Internationalen Meter-Formel) 4,18 m langen und 81,3 cm breiten sowie 99 cm tief gehenden Yachten weltweit etabliert; sie segeln seit 2000 als offizielle Paralympische Klasse und werden mittlerweile auf drei Kontinenten konstruiert und gebaut, jedoch nicht nur für behinderte Segler, sondern auch für Skipper, die das „etwas andere Segelfeeling“ suchen. In Deutschland sind ca. 30 der 2.4mR Yachten unterwegs.

2.4 Altmeister Heiko Kröger  © Marina Könitzer

2.4 mR -Altmeister Heiko Kröger © Marina Könitzer

Mit Heiko Kröger haben „wir“ den wohl größten 2.4mR-Segler weltweit in der Nationalmannschaft. Seine Erfolge reichen von der Premieren-Goldmedaille bei den Paralympics 2000 bis zum Vize-WM-Titel 2013.

Auch wenn die 2.4mR-Klasse sich weltweit durchgesetzt hat, bleiben dennoch „Exoten“ wie etwa die „Defender“ oder „Illusion“ in England zumindest emotional Teil der weltweiten Mini-12er-Familie. Entsprechend ist das obige Vid einer „Illusion“ , Skipper: Mark Downer, bei 50 kn Hack vom November 1993 auf der Isle of Wight weltweit längst Kult!

Im Vergleich: Heiko Kröger im Malle-Glitsch, aufgenommen mit modernster On-Board-Technik…

 Website deutsche 2.4mR Klassenvereinigung

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4 Kommentare zu „Video Fundstück: Mit Mini12er bei 50 kn Wind unter Spi – 1993!“

  1. avatar Super-Spät-Segler sagt:

    50 Knoten? Das sind 10 Bft und nicht mal die Wellenköpfe reißen ab?

    94km/h Windgeschwindigkeit und der Spinnaker überlebt ‘nen Aufschießer?

    Seemansgarn!

    Heiko fährt doch deutlich schneller. War das bei Windstärke 11 oder 12?!

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  2. avatar Stefan Kaste sagt:

    Zur Info: In Deutschland segeln weit mehr als 30 – 2.4mR. geschätzt sind es ca. 90 Schiffe. Allein in den letzten zwei Jahren sind mehr als ein Dutzend Boote neu dazugekommen. Dabei wird die Mehrzahl der 2.4mR von nichtbehinderten Seglern gesegelt. Eine der wenigen Möglichkeiten Inklusion aktiv umzusetzen!

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  3. avatar Backe sagt:

    Heiko hat auch ne ziemliche Welle zum absurfen.
    Aber was die 50 angeht, gebe ich dir völlig Recht … Ist vermutlich – wie bei Angler-Erzählungen von ihrem größten Fang – im laufe der Jahre immer ein bisschen mehr geworden. ;.)

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  4. avatar Heiko sagt:

    Schöner Artikel!!! Kleine Ergänzung:
    Die Minizwölver sind deutlich kleiner als die 2.4mR, deren Riss eher mit den 6mR Booten verwandt ist.
    Die 2.4mR ist wie ein Drachen oder Star Internationale Klasse und wird hauptsächlich von Seglern ohne Behinderung gesegelt.
    Es gibt mittlerweile die 2.4 OD also Onedesign Klasse. Über 98% aller 2.4mR passen mit leichten Modifikationen in diese ÖD Rule da sie alle Norlin NK 3 Boote sind.

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