Videofundstück: 14-Footer-macht-Laune-Vid

Gennaker: unbegrenzt!

Int 14 KV Promovid von Peter Weigt auf Vimeo.

Die 14-Foot-Skiff-Segler sind in Deutschland zwar längst keine Exoten mehr – den „fliegenden Kisten“ wird aber noch reichlich Respekt gezollt. Das Vid mindert die Schwellenangst und macht Bock auf… abheben!

14-Footer

14-Footer im Glitsch vor der Boje – atemberaubend! © Tebaldi/14″-Klasse

Gleich vorneweg: Die 14 sind eine Konstruktionsklasse! Soll heißen: Sie unterliegen technisch einer permanenten Evolution. Alle paar Jahre ist also mit wahren Quantensprüngen in der Entwicklung zu rechnen – zuletzt wurden die rasanten Skiffs in 2004 auf T-Foils optimiert.

Was eine eher schlechte und eine ziemlich gute Nachricht nach sich zieht:

  1. Wer immer mit dem neuesten Material bei Regatten vorne dabei sein will, muss mitunter tief in die Tasche greifen. Neuboote kosten derzeit bis zu 35.000 Euro.
  2. Dafür zählen die „fliegenden Kisten“ mit zum Schnellsten, was sich auf den Wassern dieser Welt segelnd fortbewegt. Und dies gilt übrigens auch für ältere Skiffs, die durchaus bezahlbar sind und dennoch für unglaublichen Segelspaß sorgen (im Mittel 7.000 Euro).

Doch es ist nicht der schiere Speed, der auf den zumeist Vollkarbon-14-Footern Laune macht, sondern das ausgesprochen anspruchsvolle Handling des Schiffs.

14-Footer, 14", 14

Hinten zusammenrücken, vorne abheben © Tebaldi/14″ Class

Nicht nur der Gennaker fordert – lt. Klassenregeln darf der unbegrenzt groß sein, wird im Schnitt aber mit 35 qm Fläche gefahren (!) – auch die neuen Foils sind mehr als eine Herausforderung. Oliver Voss, Ger 91, gibt auf der Website der dt. Klassenvereinigung einen kleinen Trimm-Einblick:

„Das Foil wird bei Wind immer auf maximalen Auftrieb gestellt (egal welcher Kurs). Erst wenn das Schiff nosedivegefährdet wird, reduzieren wir die Anstellung ein wenig.

Je schneller der 14“ an der Kreuz fährt, desto effektiver arbeitet das Foil.

Bevor wir Cunningham ziehen, um Druck abzulassen, holen wir das Schwert hoch. Der 14“ schwimmt merkbar höher und viel schneller. Ab Doppelsteher ziehen wir das Schwert 20 cm hoch. Bei mehr Wind kommt es an der Kreuz schon mal 40 bis 50 cm hoch.

14-Footer, 14"

Hohe Kunst am Draht © Tebaldi/14″-Class

Die Heckschotführung erlaubt es, dass der Vorschoter das Groß fährt. Die Topcrews weltweit haben inzwischen auf dieses System umgestellt, da der Vorschoter mit seinen beiden Händen schneller trimmen kann.

Als Steuermann versuche ich immer das Boot so einzustellen, dass ich das Groß in der Schot an der Kreuz bis Anschlag dicht nehmen kann. Gelingt dies nicht, muss mit dem Schwert, Cunningham und schließlich Fockholepunkt (in dieser Reihenfolge) das Boot auf den richtigen Druck gebracht werden. Erst zum Schluss wird die Fockschot gefiert.“

Und ab dafür… © Tebaldi/14″-Class

Wer nun meint, das obige Vid sei ja ganz nett und die 14“ ja auch verdammt schnell, ansonsten sei aber alles zu kompliziert und die Dinger ja überhaupt verdammt kippelig… dem sei versichert (Auszug aus der dt. 14-Webiste):

Ein 14-Footer fällt nur um…

  • wenn er nicht fährt,
  • wenn keiner drin ist,
  • wenn es böig ist,
  • wenn man nach der Halse nicht genug Gegenruder gibt,
  • wenn man nach der Halse zu schnell und heftig wieder anluvt,
  • wenn ganz viel Wind ist,
  • wenn sich die Crew in der Wende zu unsynchron bewegt,
  • wenn sich die Crew vor oder nach der Wende zu synchron bewegt,
  • 14", 14-Footer, Skiff, Segeln

    Überhaupt nicht kippelig © Tebaldi/14″-Class

    wenn die Bö plötzlich weg ist,

  • wenn die Bö plötzlich kommt,
  • wenn man den Spi setzen will, aber noch viel zu hoch am Wind ist,
  • wenn man den Spi setzen will, aber irgendwie unsortiert ist oder der Vorschoter nichts davon weiß,
  • wenn man unter Spi fährt, aber minimal !!! (das entspricht einer Bewegung  des Pinnenauslegers um ca. 3 mm) zu weit abfällt,
  • wenn man unter Spi fährt (bei ca. 4-5 Bf) und nicht vorher gemerkt hat, dass eine Bö kommt,
  • wenn man ihn gerade wieder aufgerichtet hat, aber noch nicht ganz sortiert ist,
  • wenn man ihn gerade wieder aufgerichtet hat, aber von der falschen Seite,
  • wenn man ihn endlich auf dem Slipwagen hat, aber die Segel noch oben sind.

In allen anderen Situation ist der 14“ richtig stabil. Versprochen!

14", 14-Footer, 14

Nicht nur zu internationalen Meisterschaften sind große Felder unterwegs © tebaldi/14″-Class

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Michael Kunst

Näheres zu miku findest Du hier
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http://blueocean.berlin/magicmarine-team-werden/

3 Kommentare zu „Videofundstück: 14-Footer-macht-Laune-Vid“

  1. avatar Regatta sagt:

    Ich hab da auch noch ein Vid: http://www.youtube.com/watch?v=m2Vb5gU4eR8

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  2. avatar Sven sagt:

    Sehr nett geschrieben! Schönes Video!

    Super Beitrag, mehr davon! Like or Dislike: Daumen hoch 6 Daumen runter 0

  3. avatar Olli sagt:

    In England werden komplette Boote incl Steuern für 20.000 Pfund / ca. 23.300 Euro angeboten:
    http://www.gbr.international14.org/

    Super Beitrag, mehr davon! Like or Dislike: Daumen hoch 4 Daumen runter 0

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