Volvo Ocean Race: Alvimedica in Holland vorne – Bekkings Geburtstag-Debakel

Boxen Stopp

Die Volvo Flotte im Kanal:

Die Volvo Ocean Race Flotte ist in der Nacht im holländischen The Hague zu ihrem Pit-Stop eingelaufen. Alvimedica darf am Samstag um 12 Uhr mit 1:45 Stunden Vorsprung nach Göteborg starten.

Der 30-jährige Alvimedica Skipper Charly Enright weiß seine Spitzenposition auf der letzten Volvo Ocean Race Etappe richtig einzuordnen: “Es fühlt sich immer schön an, mit einem Vorsprung in die Umkleidekabine zu gehen, aber das ist auch alles.”

Er ist ein gebranntes Kind. “Es ist so ähnlich wie Kap Hoorn. Keine Punkte, aber trotzdem ist es eine große Leistung.” Der Amerikaner hatte auf der fünften Etappe Kap Hoorn als führendes Boot passiert, war dann aber noch auf Rang drei zurückgefallen.

Andererseits sind die 25 Meilen Vorsprung schon eine Menge Holz im Hinblick auf die fehlenden 480 Meilen nach Göteborg. Selten konnte sich selbst auf den längsten Etappen ein Schiff an der Spitze so deutlich absetzen. Viele Überholspuren wird es beim finalen Sprint nach Schweden wohl nicht mehr geben.

Volvo Ocean Race

Die Volvo Flotte im Kanal. © Volvo Ocean Race

So richtet sich der Blick auf die momentane Gesamtwertung. Demnach hätte Dongfeng mit Brunel auf Rang zwei gleichgezogen, aber die deutlich schlechtere Inport-Race-Bilanz würde den Tiebreaker zu Gunsten der Holländer entscheiden. Alvimedica dagegen hat mit Mapfre auf Rang vier gleichgezogen und würde die Spanier durch die besseren Inport-Resultate hinter sich lassen.

Bekkings unglücklicher Geburtstag

Ärgerlich verlief die Etappe bisher besonders für das niederländische Heimteam. Bouwe Bekking lag an seinem Geburtstag in Führung als er auf Brest zu hielt. Die sieben Schiffe segelten nahe der Küste um der Gegenströmung im tieferen Wasser auszuweichen.

Aber dann stoppte das Boot plötzlich. Hektisch begann die Besatzung nach dem Fehler zu suchen, probierte alle möglichen Trimm-Varianten und wurde dennoch überholt. In 45 Minuten fiel Brunel vom ersten auf den letzten Platz zurück.

Der aktuelle Stand bei der letzten Etappe. Mit diesen Abständen werden die Yachten am Samstag nach Göteborg starten.

Der aktuelle Stand bei der letzten Etappe. Mit diesen Abständen werden die Yachten am Samstag nach Göteborg starten.

Erst dann ordnete der Skipper den Rückwärts-Gang an. Der Großbaum wurde heraus gedrückt und schließlich löste sich ein langes Band aus Seegras vom Kiel. Bekking konnte sich schönere Situationen vorstellen, um seinen 52. Geburtstag zu feiern.

Aber in The Hague liegt verteidigt er immer noch Rang zwei und es sieht wenig danach aus, dass sich das ändern könnte. Alvimedica liegt schön weit voraus, so dass Dongfeng kaum noch herankommen kann und Abu Dhabi segelt hinter Brunel so vorsichtig, dass kaum ein Angriff zu erwarten ist. Ian Walker geht es nur darum, einen Totalverlust zu vermeiden.

Vestas dagegen scheint kaum in der Lage, den Speed der Konkurrenz zu halten. Die fehlenden Vergleichsfahrten bei der Weltumsegelung fehlen, um die optimale Trimmeinstellung zu finden. Immerhin zog das dänische Boot noch an den Frauen vorbei, die beim komplizierten Bord an Bord Taktik- und Strömungsspiel schließlich doch zu viele Fehler machten.

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Carsten Kemmling

Der Mann von der vordersten Front. Mehr zu ihm findest Du hier.
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