Volvo Ocean Race: Augenblick der Niederlage für Brunel – Das Wunder-Comeback verpasst

Moment des Schweigens

Am Ende sieht man nur die jubelnden Sieger. Aber selten wurde bei einer Segelregatta ein Moment der Niederlage so gut festgehalten, wie auf Brunel beim Finale des Volvo Ocean Races.

Dieser Moment des Schweigens. Er schmerzt beim Hinsehen. Brunel-Navigator Andrew Cape teilt seiner Crew die Laptop-Daten mit: Dongfeng ist unter Land vorbei gezogen, das Rennen verloren. Ein paar Piep-Töne, die das böse F-Wort übertönen und das fatalistische Statement: “It didn’t go right!” – “es ist nicht gutgegangen”, dann folgt betretenes Schweigen.

Da war die Welt für Brunel noch in Ordnung. AkzoNobel vorne spielt keine Rolle, Hauptsache Mapfre liegt achteraus.

Das war’s. Brunel hat das Comeback nicht geschafft. Selbst der Langford-Faktor half nicht. Der Australier gehörte als Wingtrimmer dem Oracle-Legenden-Team an, das 2013 die unglaubliche Wende beim America’s Cup schaffte. Er galt als Symbol dafür, dass auch das Bekking-Team nach unterirdischem Start in die Welt-Regatta noch das Blatt wenden könnte.

Schließlich verlief diese letzte Etappe für das gelbe Boot im Schnelldurchlauf nahezu parallel zum Abschneiden über alle elf Rennabschnitte. Erst geriet Brunel in Rückstand und schien schon aussichtslos zurückzuliegen. Dann folgte in der Nordsee das Comeback und schließlich sogar das Überholmanöver gegen Mapfre. Dongfeng schien unter Land zu verhungern.

Bouwe Bekking mit dem Gegner im Rücken. Kurz danach ziehen die Spanier mit einer Halse vorbei.

Aber das Blatt wendete sich. Die beiden roten Boote kamen schneller ins Ziel. Mapfre überholte nach einer Halse und Dongfeng hatte den richtigen Riecher mit dem Kurs im Osten. Cape überbringt die Nachricht, dass Caudrelier schon an der Tonne voraus passiert. Damit gibt es keine Chance mehr.

Diese Erkenntnis tut weh. Der Moment, wenn die Fakten unumstößlich werden, ist hart. Peter Burling am Steuer fragt noch mal nach. Dann herrscht nur noch Schweigen. Jeder ist mit seinen Gedanken alleine. Die Enttäuschung steht in den Gesichtern.

Da war die Welt noch in Ordnung. AkzoNobel bremst Brunel aus, aber Hauptsache Mapfre liegt achteraus:

Zuvor hatten ein brutaler Kampf im Sturm stattgefunden. Die Segler mussten auch physisch noch einmal alles geben, um die Sieg-Chance zu wahren. Die Bilder zeigen, was kämpfen mit den VO65 heißt:

Die Dramaturgie der letzten Etappe im Schnelldurchlauf:

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Carsten Kemmling

Der Mann von der vordersten Front. Mehr zu ihm findest Du hier.
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