Volvo Ocean Race: Brutale Bedingungen im Agulhas Strom – Alvimedica vorne

Wind gegen Strom

Die Anfangsphase der zweiten Etappe beim Volvo Ocean Race fordert den Crews alles ab. Dabei macht Alvimedica seine Ambitionen deutlich. Die Frauen können vorerst nicht mithalten.

Fünf Knoten Strom gegen bis zu 32 Knoten Wind, da muss man kein Kap Hornier sein, um sich vorzustellen, unter welchen Bedingungen die Volvo Ocean Race Flotte sich gerade an der Südspitze von Afrika vorbei kämpft.

Der Agulhas Strom, der große Mengen warmen salzreiches Wasser aus den Tropen nach Süden transportiert, liegt den Booten im Weg. Er erschwert das Leben an Bord enorm. Schlaf ist kaum möglich und an Kochen und Essen nicht zu denken.

Francisco Vignale berichtet an Bord von Mapfre, dass in der Nacht dass bei einem extremen Bocksprung des Schiffes die Liege in über ihm aus der Verankerung gerissen und Kumpel Neti auf in herunter gekracht ist. Der Topspeed habe 30 Knoten betragen.

Alvimedica

Mit Südwind gen Osten. Alvimedica in Führung. © Amory Ross/Team Alvimedica/Volvo Ocean Race

Dongfeng Reporter Yann Riou beschreibt die konfuse Welle: “Beschleunigung, brutales Abstoppen, Krängung auf eine Seite dann plötzlich auf die andere.” Besonders unter Deck sei es unmöglich, die Bewegungen zu antizipieren. Er sei beim “Frühstück” schon durch das Schiff geflogen und habe die Schüssel mit Joghurt Puder überall verstreut.

Alvimedicas Coup

Taktisch hat Alvimedica den ersten Coup gelandet. Die Amerikaner schienen in der nördlichsten Position der Flotte nicht genug Wind aus dem Süden abzubekommen, aber schließlich rutschten sie doch in Lee des Feldes durch und behielten die Spitze im Rennen nach Osten (das Tracker-Ranking ist wenig hilfreich, da es nur den kürzesten Weg zum Ziel im Norden misst).

Chris Nicholson lag mit Vestas nahezu Bord an Bord mit Alvimedica, wendete aber weg und wird diesen Schritt inzwischen bereut haben. Gut 14 Meilen verlor er auf das orange Boot. Allerdings kostete die Reparatur eines Risses im Großsegel auch einige Meilen. Das Team glaubt, dass es die Folgen der verunglückten Crash-Halse kurz nach dem Start gewesen sein könnte.

Alvimedica

© Amory Ross/Team Alvimedica/Volvo Ocean Race

Während die ersten Boote bei dem mörderischen Speed-Rennen kaum Unterschiede aufweisen und sich besonders Mapfre nach dem Crewwechsel sehr stark erweist, wird klar, dass die Frauen als einziges Team nicht richtig mithalten können. Sie haben schon über 20 Meilen Querabstand verloren.

Aber die wettertechnisch sehr komplizierte Etappe dürfte noch viele Überholspuren aufzeigen und könnte für zahlreiche Überraschungen sorgen. Zweimal müssen weitreichende Flautengebiete durchquert werden.

Volvo Ocean Race Tracker

Der animierte Windfluss im Segelgebiet (auf Bild klicken, Chrome und Firefox Browser):Die Volvo Flotte kämpft sich gen OstenDie Volvo Flotte kämpft sich gen Osten

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Carsten Kemmling

Der Mann von der vordersten Front. Mehr zu ihm findest Du hier.
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