Volvo Ocean Race: Camper auf Platz zwei, Puma-Team ankert und spielt Golf

"Wir können es besser"

Das Camper Team hat die erste Etappe des Volvo Ocean Races nach 21 Tagen, 21 Stunden und 48 Minuten auf dem zweiten Platz beendet gut 17 Stunden hinter Telefonica. Skipper Chris Nicholson, der beim SR Interview in Alicante noch seinen Sieg-Anspruch zum Ausdruck gebracht hatte, war in Kapstadt nicht gerade in Jubelstimmung.

Zwar freute er sich, seine Familie zu sehen, und mit dem zweiten Platz lässt sich auch viel anfangen, aber über die Art und Weise des Zustandekommens zeigt er sich enttäuscht. “Wir sind froh über die Punkte, aber wir können es besser. Wir sind einer falschen Entscheidung zwanzig Tage lang hinterher gesegelt und haben es nicht geschafft aufzuholen.”

Das Camper Team nähert sich 17 Stunden hinter Telefonica dem Tafelberg von Kapstadt. © Paul Todd/Volvo Ocean Race

Camper hatte die dezimierte Flotte noch an erster Position aus der Straße von Gibraltar geführt, war aber kurz dem östlichen Kurs von Groupama gefolgt, um danach wieder auf den westlichen Kurs von Puma und Telefonica einzuschwenken. Fortan segelte das Team New Zealand dem Führungsduo konstant mehr als 100 Meilen hinterher und profitierte schließlich nur vom Puma Ausfall.

Zwischenzeitlich mochte man vermuten, dass Camper den Speed der Konkurrenz nicht ganz mitgehen konnte. Auf direktem Kurs machte das spät konstruierte Botin-Design jedenfalls nie entscheidend Boden gut. Die harte Kreuz im Mittelmeer funktionierte noch gut, den Beweis, dass Camper auch bei harten Raumschotsbedingungen mithalten kann, blieb das Team aber noch schuldig.

Einen netten medialen Schlusspunkt setzte das Camper Team noch mit einem Film über einen Tauchgang von Daryl Wislang. Er musste einen Tag vor dem Zieleinlauf noch Plastikmüll vom Kiel entfernen. Dabei tauchte neben ihm ein Killerwal auf. (Das ausführliche Camper Video)

Derweil lassen es sich die Puma Jungs auf dem 98 km² kleinen Tristan da Cunha gut gehen. Die entlegenste bewohnte Insel der Welt gehört zum britischen Herrschaftsgebiet. Es sei zwar immer sehr bewölkt und sie könnten nicht den Gipfel des Berges sehen, der die Spitze eines unterseeischen Vulkans ist, aber dafür seien die Felsenküsten atemberaubend.

Das Schiff ist auf 20 Meter Wassertiefe vor dem kleinen Hafen verankert. Die Einwohner seien sehr hilfsbereit. “Sie stellen Unterkunft, Essen, Kaffee, Duschen und kaltes Bier. Wa ist fantastisch”, sagt Skipper Ken Read. Er habe mit Jono die erste Nachtwache auf “Mar Mostro” übernommen, während er den Jungs eine Nacht im Pub gönnte.

Dann folgte ein intensives Golfspiel zwischen zahlreichen Kuhfladen. Das weitere Touri-Programm sieht unter anderem einen Trip zu Nachbarinsel zum Pinguin- und Albatros-Gucken vor. Dazu das Besteigen des 2700 Meter hohen Vulkanberges und der lokale Fußballclub hat das Puma Team herausgefordert. Hoffentlich bleiben alle gesund.

Der Frachter "Team Bremen" hat Kapstadt verlassen auf dem Weg nach Tristan da Cunha. Sein Weg kann per AIS Signal verfolgt werden.

Der Frachter “Team Bremen” hat inzwischen Kapstadt verlassen und befindet sich auf dem Weg nach Tristan da Cunha. Sein Weg kann über das AIS Signal auf Marinetraffic.com  verfolgt werden. (Tipp: SR-Leser Ole.H.)

Als einziger vom Puma Team ist Bootsbauer Chris Hill auf dem Frachter. Er reist mit dem neu gebautewn Stellbock und einem 20 Fuß-Container vollgepackt mit Werkzegen, Ausrüstung und Nahrungsmitteln für die Crew. Die Rückkehr nach Kapstadt soll am 6. Dezember erfolgen. Der Ersatzmast landet am 2. aus Rhode Island am Zielort.

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Carsten Kemmling

Der Mann von der vordersten Front. Mehr zu ihm findest Du hier.
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7 Kommentare zu „Volvo Ocean Race: Camper auf Platz zwei, Puma-Team ankert und spielt Golf“

  1. avatar T.K. sagt:

    Ähh es muss bsser heissen:

    “Camper hatte die dezimierte Flotte noch an erster Position aus der Straße von Gibraltar geführt, war aber kurz dem S Ü D L I C H E N Kurs von Groupama gefolgt, um danach wieder auf den W E S T L I C H E N Kurs von Puma und Telefonica einzuschwenken.

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  2. avatar Zeigefinger sagt:

    Der “…..”wal heisst Orca.

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    • avatar T.K. sagt:

      Ist und bleibt aber ein Wal: 😉

      Ordnung: Wale (Cetacea)
      Unterordnung: Zahnwale (Odontoceti)
      Überfamilie: Delfinartige (Delphinoidea)
      Familie: Delfine (Delphinidae)
      Gattung: Orcinus
      Art: Schwertwal
      Wissenschaftlicher Name der Art Orcinus orca

      Die Namen Killerwal und Mörderwal wurden den Tieren von Walfängern gegeben und deuten auf die oft brutal anmutenden Jagdmethoden hin.

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      • avatar stefan sagt:

        …aber so ein Killerwal macht sich in der Presse viel besser als ein “Schwertwal”. Zwischenfälle in denen Schwertwale Menschen in freier Natur angegriffen haben, sucht man dagegen vergeblich.

        Super Beitrag, mehr davon! Like or Dislike: Daumen hoch 4 Daumen runter 0

      • avatar Hannes sagt:

        Mein Gott, das ist hier ein Seglerblog, und kein Walbestimmungs Forum, ist doch schurz, zu welcher Tierfamilie ein Orca gehört ……….Dadurch wird camper auch nicht schneller gewesen sein….

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  3. avatar Wilfried sagt:

    ich will Euch nicht den Spaß verderben, aber der Tracker zeigt nur in Küstennähe an. Ob Tristan einen Empfänger hat weiß ich nicht.

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