Volvo Ocean Race: Die Karten sind neu verteilt – siegt Ost oder West?

Entscheidung auf den letzten Meilen!

Zum Fingernägelkauen: Dongfeng zeigt Rückgrat und verliert dennoch, Brunel setzt sich vor Mapfre – Entscheidung auf den letzten Meilen?

Was für ein Abend, was für eine Nacht! Diesmal hatten Fußball- und VOR-Fans gleichermaßen zu zittern. Wobei die Segler ihre Adrenalinschübe deutlich länger genießen dürfen…

Während der letzten Nacht dieses Volvo Ocean Race, nach 45.000 Seemeilen rund um die Welt,  lief alles auf eine Entscheidung hinaus: Ost oder West? Klartext: In der Deutschen Nordsee (und später auf Höhe Niederlande) mussten Verkehrstrennungsgebiete bzw. Sperrzonen umfahren werden. 

Dabei boten sich gegen Mitternacht zwei Optionen für die VOR-Teams: Entweder weit unter Land die östliche Route wählen, wo zu diesem Zeitpunkt noch mit länger anhaltenden Winden (um die 20-25 Knoten) gerechnet werden konnte. Allerdings ist diese Route länger, navigatorisch deutlich anspruchsvoller und gespickt mit Segelwechseln und Kursänderungen. 

Auf der westlichen Route bestand das Risiko, dass es schon im Laufe der Nacht weniger weht, als im Osten. 

Dongfeng und Mapfre, die weiterhin an der Spitze des Feldes segelten, mussten also gegen 21 Uhr vor den großen Sperrzonen ihre Entscheidung fällen: Ost oder West? Zudem war der dritte Siegaspirant Brunel (erwartungsgemäß?) wieder aufgerückt und schwenkte schon früh Richtung Westen ein. 

Dongfeng ließ schließlich seine beide wichtigsten, weil punktgleichen Gegner im Kampf um den Gesamtsieg, die westliche Route nehmen. Hoch gepokert – nicht umsonst lautet eine alte Matchrace-Regel „beim Gegner bleiben, wenn es um die Wurst geht. Doch Dongfeng-Skipper Charles Caudrelier wollte eben alles auf eine Karte setzen… 

Als sich Dongfeng für die östliche Option entschied, blieb Mapfre zunächst dran. Doch im allerletzten Moment, wahrscheinlich mit Blick auf den ortskundigen Bouwe Bekking, Skipper bei Brunel, zog man an Bord des spanischen VO-Racers doch die westliche Richtung vor. Eine Entscheidung, die ein paar Atemzüge zu spät gefällt wurde – letztendlich musste sich Mapfre hinter Brunel einreihen.

volvo Ocean Race

Es wurde nicht nur spannend , sondern auch nochmal richtig nass bei dieser letzten Etappe

Nach einer nervenaufreibenden und kräftezehrenden Nacht dann zumindest beim Blick auf den Tracker ein „böses Erwachen“ für Dongfeng: 47 Seemeilen Rückstand auf die Führenden auf der westlichen Route. 

Doch der Tracker täuscht hier. In der Realität beträgt der Rückstand “nur” 18 Seemeilen. Und das Wetterrouting sagt den Booten unter Land gerade auf den letzten, entscheidenden Seemeilen eine beständigere Brise voraus. Unterschiedliche Softwares berechnen dann nur noch einen Abstand von 15 Minuten zwischen “West und Ost”. 

An der rechnerischen Spitze segeln nun – westlich der Sperrzonen – Akzo Nobel mit Brunel im Nacken (0,2 sm Abstand) und Mapfre in Lauerposition (0,6 sm Abstand)

Alles deutet darauf hin, dass eine Entscheidung erst auf den letzten 20 Seemeilen fallen wird.  Wer wird den Gesamtsieg schaffen? Brunel mit dem niederländischen Skipper Bouwe Bekking, der das Revier vor Den Haag wie seine Hosentasche kennt? Oder Mapfre mit Skipper Xabi Fernandez, der bei Olympia schon Gold- und Silbermedaillen gewann und in Matchrace-Situationen bzw. bei Duellen Boot gegen Boot zur Höchstform aufläuft? Oder schiebt sich  Dongfeng mit dem gewieften Charles Caudrelier als Skipper doch nochmals nach vorne? 

Errechnete Ankunftszeit vor Den Haag: zwischen 16 und 18 Uhr MEZ. 

Spannung!!!

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Michael Kunst

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