Volvo Ocean Race: Dongfeng führt, Mapfre auf Tuchfühlung – schafft Brunel noch den Anschluss?

Duell im Skagerrak

Selten ist Hochsee-Segeln so spannend: die VO-Racer haben noch ca. 450 Seemeilen vor sich und an der Spitze beharken sich zwei Gesamtsieg-Aspiranten wie bei einer Laser-Regatta. 

Eine finale Etappe, die an die Nerven geht! Der Tracker auf dem Laptop ist zum Meeting-Point der Familie und Kumpel geworden. Fußball? Stimmt, da war doch was … aber was  ist 90-minütiges Ball-hin-und-her-Kicken schon im Vergleich zu der mehrtägigen Schlacht im Skagerrak während des Volvo Ocean Race?

 

Nach einem fulminanten Start vor Göteborg, den Akzo Nobel vorbildlich mit einem Nullstart auf der Mitte der Linie für sich entscheiden konnte, zeigte Caudreliers Dongfeng -Team (als Zweite über der Linie) von Beginn an die konstanteste Leistung.  Während der ersten 60 Seemeilen lagen sie immer auf Rang Eins oder Zwei, während sich die Positionen im eng beieinander segelnden Feld mitunter drastisch verschoben. 

Schließlich waren die Karten für die erste Nacht dieser elften und letzten VOR-Etappe verteilt: Dongfeng und Mapfre segelten immer in Sichtweite, mitunter nur wenige Meter voneinander entfernt vorneweg, während der dritte, punktgleiche Siegaspirant Brunel teils über 20 Seemeilen hinter seinen beiden Rivalen herschipperte. Doch Bekking gab an Bord von Brunel die Parole aus „It’s time for some Brunel-magic!“ und siehe da: nach einer bangen Nacht waren der Niederländer und sein Team heute Morgen gegen 6 Uhr wieder auf vier Seemeilen an die beiden Führenden heran gekommen. Wie zu genau sie das angestellt haben? „It’s magic“, klärte Bekking grinsend per Video auf.

Doch es will noch nicht so richtig „funzen“ auf Brunel, um 10 Uhr lagen sie schon wieder mehr als 9 Seemeilen zurück. Wie erwartet, machen die derzeit vorherrschenden leichten Winde (teilweise nur um die drei Knoten) den Schwerwetter-Spezis auf Brunel schwer zu schaffen. 

Auch an der Spitze des Regattafeldes dürften die Schwachwindbedingungen die Nervenkostüme auf Dongfeng und Mapfre gehörig beanspruchen. Beide Teams belauern sich und harren der Dinge, die da kommen sollen. Wie zum Beispiel die Ausläufer eines Tiefs, das gerade über der Nordsee für Windstärken um die 25 Knoten sorgt und dessen „Vorhut“ im Laufe des Nachmittags mit 12 bis 15 Knoten auf die Führenden treffen könnte. Wenn Brunel bis dahin nicht den Abstand zu den Führenden zumindest deutlich verringern kann, dürfte es vorbei sein mit dem Traum vom triumphalen Zieleinlauf vor Bekkings Heimatstadt Den Haag.

volvo Ocean Race, Etappe 11, Leg 11

Dongfeng bleibt vorne, Mapfre hautnah im Rücken © VOR

Wie angespannt, gleichzeitig aber auch faszinierend die Stimmung an Bord des Volvo Ocean Racer ist, zeigen einige Raw-Videos, die letzte Nacht und heute Morgen von Bord der Boote gesendet wurden.  Wie hautnah man doch mit der modernen Medientechnik dabei ist – als würde man selbst mit verquollenen Augen nach einer Mini-Mütze voll unruhigem Schlaf den Wachwechsel angehen, der bange Blick in die Runde und tatsächlich, die Konkurrenten haben doch glatt ein paar Meter gutgemacht, die Übergabe am Ruder, die ersten Drehungen an der Kaffeemühle, die nervös klingenden Anweisungen vom Skip oder Navigator… diesmal geht es ums Ganze. Keine „same procedure as every day“ sondern der Kampf um den Gesamtsieg bei einem Rennen, das in 11 Etappen um die Welt führte und in der letzten Etappe drei punktgleichen Teams die Chance auf den Gesamtsieg bietet. Eine Chance, die sich weder Dongfeng, noch Mapfre oder Brunel entgehen lassen wollen. 

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Ein Kommentar „Volvo Ocean Race: Dongfeng führt, Mapfre auf Tuchfühlung – schafft Brunel noch den Anschluss?“

  1. avatar Sarah sagt:

    Ich sitze in Den Haag am Strand und starre auf den Tracker! Go Mapfre!!!!

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