Volvo Ocean Race: Drei Duelle im Pazifik – Ankunftszeit “in 55 Tagen”

Wie gewonnen...

Mitten in der Flaute, mitten im Pazifik segelt die Volvo Ocean Race Flotte jeweils in Sichtweite eines anderen Bootes. Brunel ist der große Verlierer des vergangenen Tages.

AkzoNobel zeigt im (Video) die schwierige Situation aus der Mast-Perspektive. Die Volvo-Crews haben es zur Zeit nicht leicht im Pazifik. Aber Scallywag segelt in Sichtweite und das Überraschungsteam gibt sich längst nicht geschlagen (Video).

So kann es laufen, wenn der Wind ausbleibt. Scallywag treibt im Kreis.

“Diese Pirouette ist immer lustig, wenn man die Steuerwirkung verliert, man sich treiben lassen muss und es seine Zeit dauert, bis wieder der Kurs anliegt.” Scallywag Navigatorin Libby Greenhalgh geht so entspannt mit dieser psychologisch wohl kritischsten Situation in einer Segelregatta um, wie man sein kann, wenn man an der Spitze liegt.

Drei Pärchen in der Flaute. AkzoNobel (blau) treibt gerade in die falsche Richtung.

Ihre Mitsegler mögen das nicht genauso sehen. Und Greenhalgh macht sich gerne einen Spaß daraus, die vom Computer berechnete Ankunftszeit (ETA) zu verkünden, wenn es mal wieder so gar nicht vorwärts geht. “Noch 55 Tage waren es kürzlich. Das hebt immer besonders die Moral :-)”. Aber vielleicht vertrauen ihr die Mitsegler auch langsam, dass sie wieder einen schnellen Weg durch die Problemzonen des Pazifiks findet. Es ist ihn nun schon so oft gelungen. Sie scheint gerade einen Lauf zu haben.

Ein neuer Tag in Führung. Das Märchen für Scallwag findet seine Fortsetzung. © Jeremie Lecaudey/Volvo Ocean Race

Scallywag schafft es immer wieder die entscheidende Wolke zu umfahren und die passende Position zu erreichen, wo der Wind zuerst wieder einsetzt. Dabei sind die Optionen, in der Flaute zu agieren begrenzt. “Man muss nehmen, was man bekommt”, sagt Skipper David Witt.

Eine Woche bis zum Ziel

Gut sieben Tage soll es jetzt noch dauern, bis das Leiden ein Ende hat, und die Positionen scheinen nun klarer verteilt als es die führenden Teams bisher hoffen durften. Der Neustart in dem Gebiet aus dem der Wirbelsturm Gita einen Großteil der Energie gesaugt hat, ist bisher ausgeblieben.

Die große Flaute ist längst noch nicht geschafft. Sieben Tage soll es noch bis Auckland dauern.

Mapfre und Dongfeng am Ende des Feldes liegen immer noch gut 100 Meilen zurück. Sie segeln in Sichtweite (Video), und die Spanier lassen es nicht zu, dass Dongfeng ein neues Windfeld ohne sie erreicht.

Mapfre Gallionsfigur Sophie Ciszek bei der Arbeit auf dem Mapfre Bugspriet. © Ugo Fonolla/Volvo Ocean Race

Großer Verlierer der vergangen 24 Stunden ist Brunel. Bouwe Bekking war schon bis auf zwei Meilen an der Spitze dran, aber dann – Wie gewonnen, so zerronnen – zogen AkzoNobel und Scallywag über 20 Meilen davon. Nun liegt Turn The Tide wieder in Sichtweite, und so haben sich drei Pärchen gebildet, die sich durch die Flaute quälen. Diese Etappe kann noch einige Überraschungen auf Lager haben, denn die Boote sind noch längst nicht im stabilen Wind.

Volvo Ocean Race Tracker

Schattenspiele I. Die Crew formt die Buchstaben für Turn The Tide on Plastic. © James Blake/Volvo Ocean Race

Schattenspiele II. Mapfre nutzt die Genua als Leinwand. © Ugo Fonolla/Volvo Ocean Race

Gast auf Turn The Tide. “Wir nennen ihn Whiskey wegen seiner holpfigen Landung.” © James Blake/Volvo Ocean Race

Die Tunr The Tide Drohne findet einen Rochen. © James Blake/Volvo Ocean Race

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Carsten Kemmling

Der Mann von der vordersten Front. Mehr zu ihm findest Du hier.
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Ein Kommentar „Volvo Ocean Race: Drei Duelle im Pazifik – Ankunftszeit “in 55 Tagen”“

  1. avatar Christian sagt:

    Seit nicht mehr die besten Segler der Welt sich messen sondern das ganze durch Quotenfrauen beeinflusst wird, schaue ich das nicht mehr. Ich will Segelsport sehen und wie sich die besten Teams der Welt messen. Das alles wird durch die Quotenregelung kaputt gemacht.

    Heisse Debatte. Was meinst du? Daumen hoch 1 Daumen runter 7

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