Volvo Ocean Race: Drohnen Stunt durchs Boot – Hält die Führung der Underdogs?

Wind in Sicht

Die überraschende 20-Meilen-Führung des gemischten Frauen- und Junioren-Teams Turn The Tides on Plastic beim Volvo Ocean Race hat weiterhin Bestand. Aber die Zahlen können täuschen.

Immer noch quält sich die Volvo-Ocean-Race-Flotte bei gut 40 Grad Lufttemperatur durch die Pazifik-Flaute, aber gut 1300 Meilen vor dem Ziel der sechsten Etappe steht eine Vorentscheidung kurz bevor. Wer zuerst den frischen Ostwind erreicht, dürfte sich an die Spitze des Feldes setzen. Und das könnte Dee Caffari mit ihrem Underdog-Team sein, das bisher dreimal Letzter und nach dem AkzoNobel-Schaden einmal Vorletzter geworden ist. Es liegt 22 Meilen in Führung.

Chris Nicholson am AkzoNobel Steuer versucht der Flaute zu entkommen. © Rich Edwards/Volvo Ocean Race

Aber anders als zuvor, als die einzige Skipperin im Feld in vielversprechenden Positionen vielleicht etwas zu viel frohlockte und dann doch wieder ans Ende des Feldes zurück fiel, hält sie sich diesmal zurück. Das hängt auch damit zusammen, dass der Vorsprung eher theoretischer Natur ist, weil der Tracker den direkten Abstand nach Auckland misst. Beim Rennen zum frischen Wind liegen aber AkzoNobel und Scallywag in Lee nahezu gleichauf.

Caffari muss aber näher den Windschatten von Neukaledonien passieren. Und später kann sich eine Rechtsdrehung des Windes besser für die Konkurrenz auswirken. Aber erst einmal geht es darum, der Flaute zu entkommen, auch wenn Turn-The-Tide-Medienmann James Blake das Wind-Vakuum für erstaunliche Fähigkeiten mit der Drohne nutzt:

Der Kollege von AkzoNobel hat die gespannte Stimmung an Bord mit einem starken Video festgehalten und auch der Ausflug in den Mast verschafft einen guten Überblick. Die Teams erwarten jetzt doch noch gut sechs Tage, bis sie Auckland erreichen.

Mapfre punktet beim Duell

 

So viel Zeit bleibt auch noch Dongfeng und Mapfre, ihren Zweikampf zu entscheiden. Nach vorne geht nichts mehr, weil die Konkurrenz bald der Flaute entkommt, aber die Spanier haben mit ihrem Schlenker nach Osten einen kurzzeitigen Punktsieg landen können. Dongfeng drohte, nach einem kleinen Vorsprung den Absprung zu schaffen und America’s Cup Navigator Juan Vila sah offenbar eine Möglichkeit, mit einer Wende weg vom Gegner, die Chancen zu verbessern.

Auf Dongfeng nimmt man Maß zum Gegner Mapfre. Kurz danach entschwinden die Spanier voraus am Horizont. © Martin Keruzore/Volvo Ocean Race

Das Risiko hat sich ausgezahlt, und Mapfre konnte eine stabile 10 Meilen-Führung gegenüber dem ärgsten Gegner etablieren. Allerdings bedeutet der Abstand auch mehr Optionen für Dongfeng. Denn das AIS-Signal ist ab etwa acht Meilen Differenz nicht mehr auf dem Bildschirm zu sehen. In der Nacht könnte sich Caudrelier davon stehlen, wenn sich beim Routing eine Möglichkeit ergibt. Aber bisher konnte Mapfre noch jeden Angriff parieren.

Volvo Ocean Race Tracker

avatar

Carsten Kemmling

Der Mann von der vordersten Front. Mehr zu ihm findest Du hier.
Spenden

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Sicherheitsfrage (SPAM-Schutz): *