Volvo Ocean Race: Frauen liegen klar vorne – Sturm voraus in der Biskaya

Happy End?

Das SCA Frauenteam hat bei der vorletzten Etappe des Volvo Ocean Races nach Lorient eine solide Führung vor den Comebacker vom Vestas Team übernommen. Wird das der große Coup?

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Liz Wardley mit wilder Mähne. © Anna-Lena Elled / Team SCA / Volvo Ocean Race

Die Segelwelt drückt die Daumen. Das bisher enttäuschende Frauenteam hat nach einem mutigen Split vom Feld eine viel beachtete Führungsposition übernommen. Die Chancen stehen gut, dass sie auf der Sprint-Etappe erstmals den letzten Platz vermeiden können.

SCA hat sich schon um die Nordwestspitze von Spanien am Kap Finistere herumgeschoben und ist in der stürmischen Biskaya angekommen. Während die Figaro-Einhand Flotte wegen des Wetters in den schützenden Hafen beordert wurde, segeln die Frauen schon bei 32 Knoten gegen an.

Sie haben gezeigt, dass sie besonders auf den Amwind-Kursen bestens gegen die männliche Konkurrenz bestehen können. Große Speed-Probleme gab es eher bei den verschieden Reach-Winkeln. Da fehlt es offenbar an der richtigen Trimm-Segel-Kombination.

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Abby Ehler schießt eine Schot auf. © Anna-Lena Elled / Team SCA / Volvo Ocean Race

Die Kreuz dürfte auch dem Vestas Team helfen, fehlendes Wissen über den perfekten Trimm der VO65 wett zu machen. Allerdings dürfte sich die Crew des dänischen Bootes bei dem brutalen Belastungstest hin und wieder Gedanken machen, ob die Bootsbauer in Italien bei dem Wettlauf gegen die Zeit solide ihren Job gemacht haben.

Spitzenteams belauern sich

Chris Nicholson hat jedenfalls die Chance zum Split genutzt. Der entstand, weil es für den Ausgang des Rennens unerheblich ist, welche Positionen SCA und Vestas einnehmen. Dagegen belauern sich die Spitzenboote eng.

Abu Dhabi hat ein Auge auf das zweitplatzierte Brunel Team. Die Holländer sind froh, dass die punktgleichen Dongfeng Konkurrenten weit hinten auf dem letzten Platz liegen und sichern gegen Mapfre ab.

Dongfeng schwächelt

Die überraschende Schwächephase von Dongfeng erklärt Skipper Caudrelier so: “Das war leider ein sehr schlechter Start für uns. Eben noch konnten wir Vestas sehen, dann waren sie plötzlich 20 Meilen weg. Das ist nicht gut, denn es gibt wenige Möglichkeiten, von hier aus zurückzukommen. Der Wind dreht sehr stark und es ist sehr schwer, eine Strategie zu benennen. Wir haben das getan in der vergangenen Nacht, aber das war ein Fehler.

Wir hätten einfach dem Winddreher folgen sollen wie es die Mädchen getan haben. Dann versuchten wir, den Fehler wieder gut zu machen, und sind zurück zur Flotte nach links gesegelt. Aber das war ein noch größerer Fehler. Er hat uns wohl 25 Meilen gekostet”

Inzwischen ist Dongfeng wieder auf 17 Meilen herangekommen, aber zurzeit läuft das Rennen ganz nach dem Geschmack von Ian Walker auf Abu Dhabi. Wenn die ersten beiden Außenseiter Yachten den Absprung nach vorne schaffen kann die direkte Konkurrenz nicht mehr punkten.

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Stacey Jackson, Annie Lush und Liz Wardley arbeiten an den Grindern. © Anna-Lena Elled / Team SCA / Volvo Ocean Race

 

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Carsten Kemmling

Der Mann von der vordersten Front. Mehr zu ihm findest Du hier.
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