Volvo Ocean Race: Harter Start in den Southern Ocean – Seekrankheit ist ein Thema

"Burrrraaap"

Der Start unter dem Tafelberg:

Die dritte Etappe beim Volvo Ocean Race ist spektakulär bei extremen Bedingungen gestartet und die Favoriten zeigten ihre Dominanz. Aber inzwischen hat sich das Bild überraschend gewandelt.

Volvo Ocean Race

AkzoNobel bei hartem Wetter hinter dem Tafelberg. © VOR

Mapfre und Dongfeng, die beiden Top-Boote dieser Auflage des Volvo Ocean Races, haben der Konkurrenz kurz nach dem Start zur dritten Etappe die Höchststrafe verabreicht. Ihre Gegner Brunel und Vestas gingen volles Risiko an der Linie und lagen auf dem Anlieger zur ersten Tonne vorne. Aber dann wurde für alle sichtbar, warum die beiden roten Boote bei Starkwind zurzeit so überlegen sind. Sie segelten aus eigentlich unmöglicher Position auf gerader Strecke mit leichtem Schrick in den Schoten einfach vorbei.

Volvo Ocean Race

Im Wellental. © VOR

Erst erlebt Vestas einen Spinout am Ruder und schießt fast in den Wind, dann passiert Mapfre Brunel einfach in Luv, und schließlich bricht Dongfeng in Lee durch, um die Führung zu übernehmen. Es ist erstaunlich, wie viel mehr die beiden Teams aus ihren Schiffen herausholen, wo doch alle Crews das selbe Material zur Verfügung haben.

Volvo Ocean Race

Der Bugh klatscht in die Welle. © VOR

So schien es schon zu befürchten, dass diese dritte hammerharte Starkwind-Etappe von Kapstadt nach Melbourne, bei der die doppelte Punktzahl vergeben wird, früh entschieden sein könnte.

Volvo Ocean Race

Nach dem Sturm durch die Flaute an die Spitze. © VOR

Denn die 45-Knoten-Böen forderten schon in der ersten Nacht die Mägen der Crews. Wenn sie keine Zeit zur Eingewöhnung haben, können auch Volvo Ocean Racer von der Geißel der Seefahrt erwischt werden. Die Wenigsten reden darüber, um nicht als Weicheier dazustehen. Aber gegenüber Vestas Onboard Reporter Sam Greenfield hat sich Navigator Simon Fisher geoutet. Der Mann hat beim vergangenen Volvo Ocean Race immerhin das Abu-Dhabi-Team zum Erfolg geführt.

Volvo Ocean Race

Brodelndes Wasser. © VOR

Während Greenfield keinen Hehl daraus macht, dass er die ersten Stunden mit einem blauen Eimer im Arm verbringt, den nette Crewkollegen von Zeit zu Zeit ausleeren. Er erzählt von einem Interview mit Fisher, das dieser immer wieder mit dem Laut “Burrrraaap” verbunden mit dem entsprechenden Auswurf unterbricht. 

Volvo Ocean Race

Die Vorstart-Phase. Brunel und Vestas gehen volles Risiko…© Ydwer.com Photography

Volvo Ocean Race

…und werden nach gutem Timing zur Linie belohnt. © Ydwer.com Photography

Der Speed von Vestas sei gut – “Burrrraaap” – aber die Wenderei am Kap habe gar nicht gepasst – “Burrrraaap”. Dabei liegt Fisher mit geschlossenen Augen auf seinem Bett und erhebe sich von Zeit zu Zeit, um wieder auf den Bildschirm zu starren.

Volvo Ocean Race

Mapfre passiert Brunel scheinbar mühelos in Luv. © Ydwer.com Photography

“Es passiert einfach. Wenn es so wellig ist. Das ist fast normal”, sagt der Navigator. “Ich übergebe mich, hoffe dass alles raus ist und fahre dann mit meiner Arbeit fort. Es ist einfacher über als unter Deck.”

Volvo Ocean Race

Nach der ersten Tonne liegen die beiden Favoriten wieder an der Spitze. © Ydwer.com Photography

Die beste Leistung ist in diesem Zustand nicht zu bringen. Und das mag ein Grund dafür sein, warum das insgesamt Zweitplatzierte Vestas-Team den Beginn der Etappe ziemlich verhauen hat und früh am Tampen hing.

Aber die Situation hat sich inzwischen relativiert. Die 45 Knoten Wind sind durch und das Feld dümpelte zeitweise in der Flaute. Dabei ist AkzoNobel ein schöner Coup gelungen. Das gebeutelte Team segelte außen an der Führungsgruppe vorbei an die Spitze. Dort wird zwar Scallywag geführt, die einen direkteren Weg zum Ziel steuerte, aber das blaue Boot ist zurzeit wohl am besten positioniert.

Volvo Ocean Race Tracker

Scallywag (grau) nimmt eine Abkürzung. AkzoNobel (blau) ist wohl am besten positioniert.

 

Dongfeng Mapfre knapper Cross (Video)

Die Startphase aus der 360-Grad Perspektive:

avatar

Carsten Kemmling

Der Mann von der vordersten Front. Mehr zu ihm findest Du hier.

Spenden

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Sicherheitsfrage (SPAM-Schutz): *