Volvo Ocean Race Video: Mastbruch. Puma gibt 2000 Meilen vor Kapstadt auf

"Die traurigsten Menschen der Welt..."

Da war die Welt noch in Ordnung. Das Hall Spars Rigg hielt, nun ist der Mast in drei Teile gebrochen. © PAUL TODD/Volvo Ocean Race

Das Puma Team hat auf der ersten Etappe gut 2000 Meilen vor dem Ziel in Kapstadt den Mast gebrochen und das Rennen aufgegeben. Ohne Vorwarnung kam auf einem Steuerbord-Reachkurs bei 22-23 Knoten Wind und 2,5 Meter hohem Wellengang  der Mast in drei Teile von oben.

Die Crew ist wohlauf aber die BILDERSTRECKE zeigt, wie niedergeschlagen die Crew ist. Sie hat alle Teile und Segel geborgen.

In einer spontanen Reaktion nach dem Schaden wollte das Puma Team die Etappe noch nicht aufgegeben. “Wir haben unsere Maschine nicht benutzt und nehmen uns jetzt die Zeit, die Köpfe freizubekommen und die Optionen abzuwägen”, sagt Skipper Ken Read in einer ersten Stellungnahme.

Michael Müller, der einzige Deutsche beim Volvo Ocean Race, ist wohlauf. Die Crew blieb unverletzt. © Amory Ross/PUMA Ocean Racing/Volvo Ocean Race

“Vielleicht versuchen wir Tristan da Cunha zu erreichen, das 700 Meilen entfernt auf dem Weg nach Kapstadt liegt. Wir sind hier jetzt die traurigsten und enttäuschtesten elf Menschen der Welt. Unser zweiter Platz war gesichert und wir steuerten die letzte Front an, um den Südatlantik zu erreichen. Wir wollten in fünf Tagen in Kapstadt sein. aber nun geht es darum, die Crew sicher zurückzubekommen.“

Mitsegler Casey Smith sei ins Wasser gesprungen, um die kostbaren Segel vom Mast freizuschneiden. “Er hat mich nicht gefragt, weil er wusste, dass er meine Erlaubnis nicht bekommen hätte”, sagt Read. Da die Anzahl der Segel für das gesamte Rennen limitiert ist, kann sich keine Crew leisten, wichtige Tücher zu verlieren.

Die Entscheidung für den Abbruch der Etappe ist inzwischen gefallen. Die Gründe für den Mastbruch sind zu diesem Zeitpunkt noch unbekannt. Das Rigg kommt von Hall Spars in Bristol auf Rhode Island, einem anderen Hersteller als das gebrochene Abu Dhabi Rigg.

Michie Müller am Grinder bei harten Bedingungen. Hat Puma zu hart gepuscht?© Amory Ross/PUMA Ocean Racing/Volvo Ocean Race

Puma hatte bei der Wendemarke Fernando de Noronha die Führung übernommen und bis vor drei Tagen gehalten, dann aber im direkten Zweikampf mit Telefonica überraschend 50 Meilen verloren. In den letzten Tagen hatte Ken Read mit dem Deutschen Michael Müller an Bord aber mächtig Druck gemacht und war auf direktem Kurs wieder bis auf 13 Meilen an die Spanier herangekommen. Haben sie vielleicht zu stark gepuscht?

Mit dem dritten Ausfall in elf Tagen ist das Volvo Ocean Rache schwer unter Druck geraten. Nur einen Tag nach dem Start in Alicante war erst auf Aubu Dhabi der Mast gebrochen, und wenige Stunden später musste Sanya mit einem Leck im Vorschiff einen Nothafen anlaufen. Beide Yachten sind per Frachter auf dem Weg zum ersten Etappenstopp in Kapstadt, wo sie repariert werden, um rechtzeitig für die zweite Etappe einsatzfähig zu sein.

Nachdem die geringe Meldezahl mit sechs Yachten schon ein Rückschlag für das wichtigste Hochseerennen mit den besten Offshore-Profis war, gerät diese erste von neun Etappen langsam zur Farce. Zu Beginn war das Rennen noch extrem spannend, als die französische Groupama einen Ausbruchsversuch unter die afrikanische Küste unternahm.

Aber die Strategie erwies sich als navigatorischer Flop. Die Franzosen reihten sich nach dem Einschwenken auf den direkten Kurs wie ein geprügelter Hund weit hinter den Führenden Puma und Télefonica in das Feld ein.

Auch das Team Neuseeland mit dem spanischen Schuhhersteller Camper als Sponsor hat nach einer starken Startphase früh den Anschluss zur Spitze verloren. Aber nach dem Ausfall von Puma sind die Neuseeländer jetzt Zweite.

“Dieser Ausfall ist für uns ohne Zweifel ein schwerer Rückschlag”, sagt Ken Read. “Aber das ist noch lange nicht das Ende.” Das Punktesystem beim Volvo Ocean Race erlaubt auch noch einen Gesamtsieg nach einem Ausfall wie diesem. Beim Start zur zweiten Etappe in Kapstadt am 10. Dezember werden alle sechs Schiffe wieder an der Startlinie erwartet.

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31 Kommentare zu „Volvo Ocean Race Video: Mastbruch. Puma gibt 2000 Meilen vor Kapstadt auf“

  1. avatar bläck sagt:

    mir tut es leid für die beteiligten, aber brecht diese farce ab und geht nach hause. ihr seid so gute segler, es gibt sicher andere aufgaben für euch. das gilt für alle noch verbleibenden mannschaften. denn niemand will peinliche helden sehen…denn dazu entwickelt sich dieses “rennen”, zu einer peinlichkeit. einen volvo kaufen ? eher kaum …

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    • avatar Hurghamann sagt:

      Relevanz??
      Ich habe meinen Volvo seit 30000 Meilen, das Rig ist aber noch nicht runtergekommen.

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      • avatar bläck sagt:

        ich meinte damit, dass dies nicht unbedingt die werbung ist, die volvo anstrebt…

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  2. avatar Stumpf sagt:

    gemäß der Regel “was hält war zu schwer” läuft das doch optimal!

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  3. avatar Marc sagt:

    hmm nun wird es schwer für den Experten. Noch einmal Block falsch rum angebracht? Zufällig wieder drei Teile?

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  4. avatar okiver sagt:

    auch ein formel 1 Rennwagen kommt nicht immer ins Ziel

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    • avatar stefan sagt:

      …von der Charakteristik würde ich das VOR nicht mit der F1 vergleichen wollen. Eher mit sowas wie Paris – Dakar. Aber ich gebe dir Recht, die Ausfälle nehmen bedenkliche Ausmasse an. Ich denke die Abkehr des Rennens vom wirklichen Southern Ocean hin zu einer Tour in den mittleren Breiten haben die Teams dazu verleitet zu sehr auf Leichtbau und Speed, als auf Reserven und Sicherheit zu setzen. Wenn jetzt schon unterhalb von 35kn Wind die Masten fallen, dann ist das schon bedenklich.

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      • avatar Lyr sagt:

        Das kann schon sein. Nur der Kompletteste wird am Ende gewinnen. Ein echte Oceanregatta eben, mit allem was die sieben Weltmeere zu geben haben!

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  5. avatar Seven sagt:

    Nun ja,schon 50% Ausfall aus der ersten Etappe,lassen sich nicht wegdisskutieren! Wer vorher überlegte :”ob die Boote das alles durchhalten?” ,weiß jetzt :”Nein,sie tun es nicht!” Ich wäre an deren stelle allerdings nicht traurig sondern stinksauer.

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    • avatar Lyr sagt:

      Naja ist das heutzutage nicht bei fast jeder Hochseeregatta so…? siehe zB: TJV
      Ich denke das hat nicht viel mit dem VOR zu tun, sondern dem Willen immer mehr an die Grenzen zu gehen, der sich in allen Sportarten wieder findet. Wenn am Ende eine konservativere Taktik gewinnt, ist das ja auch toll. Aber diese Grenze auszuloten ist alles was zählt, dass habe die Martinez Brüder schon im BWR sehr eindrucksvoll gezeigt!
      Ohne Risiko gibt es nichts zu gewinnen. Mar Mostro hat großartig gespielt und ist groß gescheitert. Es bleibt trotzdem spannend, im nächsten Leg trifft ein anderer auf seine Grenzen… erst am Ende wird gezählt!

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      • avatar Nord sagt:

        Xabier Fernandez und Iker Martinez sind keine Brüder sondern 49er Partner 😉

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        • avatar Lyr sagt:

          Ich meinte Brüder im Geiste :)… nee, sorry das habe ich irgendwie verwechselt 😉

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  6. avatar Bernd sagt:

    Das ist wirklich das allerbitterste- da brechen masten ab, Schiffe zerbrechen, aber bei Bedingungen, wo man locker flockig mit seinem Laser rumfahren könnte. Zumindest sehe ich auf den Fotos kaum Schaumkronen…

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    • avatar Hannes sagt:

      beim laser wäre schon längst die Alugurke gebrochen……Go for carbon

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      • avatar segler sagt:

        …stimmt ja, hatte ich vergessen, Carbon brach ja nicht… 😉

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        • avatar Hannes sagt:

          wenn man es richtig berrechnet schon………gug dir an. wie oft Carbon Masten von etablierten Firmen brechen.Garnicht, wenn erstmal ein paar davon gebaut wurden….Entweder ein Mast bricht gleich oder garnich, es sei denn er wird durch eine nicht in der Konstruktion berücksichtigen Bewegung unterzogen, und bricht.
          Es ist auch bei aktuellen Mastbau zu beobachten, dass diese von innen meist staubtrocken sind, da an allen Ecken mit Epoxi gespart wurde. Und ich hab einige gebrochene Cfk Masten in den Händen gehalten. Mein Carbon Mast von Martsröm ist von 94 und hält immer noch den extremsten Bedingungen stand!

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          • avatar Christian sagt:

            Dass Carbon Aluminium gerade auch beim Mastbau himmelweit überlegen ist, haben selbst die Lasersegler längst gemerkt. Siehe
            http://www.sail-world.com/index.cfm?nid=90891&go=035433

            Man kann aber gerade auch beim Carbonmasten-Bau viel falsch machen. Allerdings gehen, wenn ich es richtig sehe, derzeit die allermeisten Mastbrüche auf Versagen des stehenden Gutes zurück (Wanten usw.). Hierbei wird gern mal zu nah am Limit gebaut bzw. es gibt noch nicht ausreichend Erfahrung im Umgang mit PBO, etc. pp.

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  7. avatar Ketzer sagt:

    Kann mich nicht mehr so genau dran erinnern, aber hatten die Dinger nicht beim letzten VOR alle Kielprobleme? Der Prozentsatz, der es heil ins Ziel schaffte war doch damals ähnlich? Da hat sich das Problem wohl hoch verlagert. Untenrum hält jetzt alles, aber dafür geht’s halt oben kaputt.

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    • avatar C.H. sagt:

      Die Kielprobleme waren 2006 das große Thema.
      Mir ist nur aufgefallen, dass die neuen Masten leicht nach achtern gepfeilte Salingen haben. Imho waren die 2009er noch mit geraden Salingen ausgestattet. Ich habe mich allerdings nicht informiert was jetzt wirklich geändert wurde. die 2009er Generation war jedenfalls sehr schnell. Ich glaube nicht das die 600sm Marke in diesem Rennen geknackt wird.

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  8. avatar OleH. sagt:

    Mich würd’ interessieren, was denn passiert, wenn Mar Mostro denn in Tristan da Cunha ankommt. Schicken die da einen Frachter hin? In den einzigen Hafen geht es (das Monster..) wohl nicht rein, vor dem Hafen liegen nur ein paar Murings (Quelle: Noonsite …”unprotected and a heavy swell is constant, worst in a north-westerly. The small boat harbour has only about 3 ft (91 cm) of water and a heavy surge from the constant swell”…). Oder riggt man dort einen längeren Notmast, mit dem die Weiterfahrt nach Kapstadt etwas schneller vonstatten geht?

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    • avatar Ole H. sagt:

      Ich zitiere mal den Skip:
      …”At approximately 18:00 GMT this evening, the ship Zim Monaco should arrive to our position to deliver 450 litres of diesel fuel. At the end of the day, we determined diesel is our lifeblood out here. With it, we can make water and make ground towards a given destination with our 15-foot stump. And that destination is…drum roll…the beautiful island of Tristan da Cuhna!

      That’s right, Tristan Island. My daughter, Tory, sent me a fantastic e-mail telling me that Tristan has a population of 275 people and is literally a volcano sticking out of the middle of the Atlantic Ocean 6.5 miles wide. It is the closest point of land, which we can re-supply and rally around the next part of our plan. No airport, no other way to get to the Island except by boat.

      From Tristan, we plan to have a ship meet us coming from Cape Town with its own crane that can center pick the boat up and place it on the ship on our cradle that our shore crew will have in place upon arrival.

      Oh, and the harbor is too shallow to get into in Tristan. We will have to do this in the ocean.

      … ”

      Diesel tanken, hinmotoren, Frachter kommt und pickt sie auf.
      Unglaubliche Logistik.

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  9. avatar segler sagt:

    …vielleicht nennt mich gleich einer Weichei, aber mit Booten, die den Atlantic mit 23kn Wind und 2,5m Welle nicht schaffen anschließend in den 40ern bei 50kn Wind in den Indic und Pacific… naja, viel Spass… Ankommen ist dann schon eine Leistung… nicht das nächstes Mal am Ende eine kl. Vindö gewinnt, die nach einem Jahr an einem Stück ankommt 😉

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    • avatar Hurghamann sagt:

      Vieleicht nicht gerade eine Vindö aber die KOSATKA vom Team Russia ist ja auch immer mal wieder zum Verkauf. 1,4mio Euro für Boot, Segel und 4 Container mit Material & Werkstatt. Das Boot ist der Panzer unter den VOR70.

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  10. avatar Heini sagt:

    50% Ausfallquote wäre ja nicht weiter dramatisch, wenn es 30 oder 40 Teilnehmer geben würde. Aber bei drei von sechs?

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  11. avatar Christian sagt:

    quote: “wir sind hier jetzt die traurigsten und enttäuschtesten elf Menschen der Welt”

    Nun, man kann verstehen, dass Ken Read total gefrustet ist. Aber hey, hier geht es doch um nichts wirklich Wichtiges, hier spielen große Männer mit Männerspielzeug, um andere Männer gut zu unterhalten.

    Der traurigste Mensch der Welt dürfte wohl eher sein, dessen Angehörige gerade gestorben sind oder der gerade gefoltert wird.

    Nur um mal auf dem Teppich zu bleiben.

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    • avatar Zeigefinger sagt:

      Klar … immer schön politisch korrekt bleiben … oh, Mann!

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      • avatar Christian sagt:

        @ zeigefinger: versteh ich jetzt nicht, wie du das meinst

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        • avatar Zeigefinger sagt:

          Will heißen: Man muss nicht unbedingt jede Aussage eines Sportlers kurz nach einer Niederlage auf die Goldwage legen.

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          • avatar Christian sagt:

            @ Zeigefinger: ok, das stimmt.

            Trotzdem darf auch aus Hochleistungssport niemals allzu großer Ernst werden. Die Ereignisse rund um die Bundesliga sind abschreckendes Beispiel genug. (Suizide, Burn-Out, Gewalt im Stadion, Wettbetrug etc. pp)

            Glücklicherweise ist der Segelsport davon noch weit entfernt. Möge es so bleiben.

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  12. avatar karl sagt:

    to finish first, first you have to finish 😉 . . .

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  13. avatar Hannes sagt:

    ” we have breaking news” schönes Wortspiel^^

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