Volvo Ocean Race: SCA Frauen in Führung – Dongfeng erwägt Notstopp wegen Watermaker-Problem

Ärger mit dem kühlen Nass

Nach drei Tagen schreibt das Volvo Ocean Race auf der sechsten Etappe schon seine großen Geschichten. Die Frauen segeln erstaunlich stark und bei Dongfeng gibt es schon wieder ernsthafte Probleme.

Abu Dhabi

Wie zum Hohn. Abu Dhabis Justin Slattery spült das Salzwasser aus dem Gesicht während die Kollegen auf dem Nachbarboot stark rationieren müssen. © Matt Knighton / Abu Dhabi Ocean Racing / Volvo Ocean Race

Das SCA Team hat nach drei Tagen kurzfristig die Führung übernommen. Und das nicht etwa durch einen besonderen Schlenker, sondern nach harter Arbeit im direkten Wettkampf gegen die nahezu gleichauf liegenden Gegner.

Auf einem harten Amwindkurs nach Nordosten gibt es kaum taktische Optionen. Eine Wende unter Land verbietet sich, weil dort der ein Knoten starke Gegenstrom bremsen würde. So müssen die Teams zurzeit auf ihren Bootspeed vertrauen, und da sehen die Frauen zurzeit stärker aus als zuvor.

Seltener Anblick. Die Frauen haben kurz die Führung übernommen. Sie zeigen guten Speed.

Seltener Anblick. Die Frauen haben kurz die Führung übernommen. Sie zeigen guten Speed.

Unterschiede gibt es durchaus. So musste besonders Alvimedica im direkten Zweikampf mit Abu Dahbi Federn lassen. Auch Brunel hat von Anfang an auf diesem Amwindkurs schwach ausgesehen und liegt zurzeit als letztes Boot 6,5 Meilen zurück. SCA hat sich dagegen im direkten Zweikampf mit Mapfre behaupten können.

Ob aber auch bei anderen Bedingungen ein  Leistungssprung sichtbar sein wird, bleibt abzuwarten. So dürften die Frauen sehr gehandicapt sein, wenn das FRO-Vorsegel zum Einsatz kommt. Die Jury hatte nicht erlaubt, das nach einer Patenthalse zerstörte Segel zu ersetzen.

Team SCA

Das zerrissene Vorsegel der Frauen. Es durfte nicht ersetzt sondern musste repariert werden. © Team SCA

Sein Fehlen hatte die Leistungsfähigkeit bei der vergangenen Etappe empfindlich beeinträchtigt. Und nun musste es notdürftig für die noch kommenden 10.000 Meilen geflickt werden. Zum Einsatz ist es bisher nicht gekommen.

“Ernstes Problem”

Mit weitaus schwerwiegenderen  Problemen hat wieder einmal das Dongfeng Team zu kämpfen. Der Watermaker hat ein Leck und kann nicht benutzt werden. Skipper Charles Caudrelier spricht über “ein ernstes Problem”.

Er erwägt schon einenNotstopp. Der würde aber eine Strafe von 12 Stunden nach sich ziehen. Bisher versucht das Team mit einem manuell betriebenenWatermaker das Problem zu lösen. Der produziert beim Pumpen von 30 Minuten aber nur drei Liter Wasser. Die Crew rechnet, das 4,5 Stunden gepumpt werden muss, um das Überleben zu sichern.

Dongfeng

Für eine Flasche Wasser muss auf Dongfeng viel mit dem Ersatz-Watermaker gepumpt werden. © Sam Greenfield / Dongfeng Race Team / Volvo Ocean Race

Die extreme körperliche Zusatzbelastung kann die Crew wohl kaum auf Dauer aushalten. Deshalb wird fieberhaft versucht, den Watermaker zu reparieren. Caudrelier hat aber offenbar wenig Hoffnung. “Es besteht nur eine kleine Chance, dass die Reparatur funktioniert. Wir werden in zwölf Stunden wissen, ob der Kleber hält.”

Die Leistung auf dem Wasser scheint aber noch nicht beeinträchtigt zu sein. Dongfeng segelt auf Augenhöhe mit der Spitze nur 1,5 Meilen zurückliegend.

 

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Carsten Kemmling

Der Mann von der vordersten Front. Mehr zu ihm findest Du hier.
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