Volvo Ocean Race: Tag der Entscheidung – Wie Mapfre ein Big Point gelungen ist

"Wir sind etwas nervös"

War das schon die Entscheidung? 700 Meilen vor dem Ziel der 10. Etappe beim Volvo Ocean Race ist Mapfre ein Bigpoint gelungen. Das Strategie-Spiel bei der Flautenpassage. Hat Dongfeng die Nerven verloren?

“Ich denke, die nächsten sechs Stunden werden eine große Rolle spielen bei der Entscheidung dieses Volvo Ocean Races!” Das sagt Ian Walker, und der Mann sollte es wissen. Schließlich hat er als Abu Dhabi Skipper das vergangene Rennen gewonnen.

Dongfeng hat von der Mapfre Deckung abgelassen und sich für Brunel entschieden. Eine falsche Entscheidung. © Martin Keruzore/Volvo Ocean Race

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Der zugehörige Drohnen-Schuss von Brunel. © Sam Greenfield/Volvo Ocean Race

Der Brite spielt auf die Bedeutung der vergangenen Stunden an, als diese Etappe auf Messers Schneide stand. Zuerst sah es nicht besonders gut aus für Mapfre. Die Spanier hatten einen nördlicheren Kurs gewählt, um die Flautenzone zu durchqueren.

“Wir sind etwas nervös, um ehrlich zu sein”, sagte Mapfre-skipper Xabi Fernández. “Wer zuerst den Hochdruckkeil passiert, wird danach ziemlich gut aussehen. Deshalb versuchen wir, so schnell wie möglich nach Westen zu kommen. Es sieht hier im Norden noch gut aus.”  Und Mapfre-Vorschiffsmann Willy Altadil bestätigt die Anspannung: “Vielleicht wird in den nächsten 10 Stunden dieses Volvo Ocean Race entschieden. Wenn der Wind kommt, wird es schwierig, noch jemanden zu überholen.”

Mapfre hat es schließlich geschafft und nimmt die nächste Starkwindphase als führendes Boot in Angriff. Lange Zeit sah es so aus, als könne Brunel seinen nächsten Coup landen, als sich Bouwe Bekking aus der Süd-Gruppe immer weiter nach Westen vorschob.

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Die Vólvo-Flotte knapp 700 Meilen vor dem Ziel.

Der Holländer feixte schon. Capey, der Navigator, mache sich keinen Kopf über den großen Abstand zu Mapfre im Norden. Man befinde sich in einer guten Position. Er wundert sich aber über Dongfeng, die vom Norden zur Süd-Gruppe abgeschwenkt waren: “Es ist interessant, dass DF nicht mehr Mapfre deckt, sondern uns stattdessen wählt. Charles und Pascal raufen sich sicher schon die Haare. Sie werden immer etwas emotional :-)”

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Brunel halste zuerst, passierte aber klar hinter Mapfre. © Sam Greenfield/Volvo Ocean Race

Aber schließlich musste Bekking die Niederlage beim Rennen nach Westen eingestehen und machte das mit einer Halse fest. Der neue Schlag führte deutlich hinter dem spanischen Boot vorbei und auch Dongfeng reihte sich vier Meilen achteraus ein.

Bouwe Bekking glaubt und muss hoffen, dass die Entscheidung erst im letzten Teil der Etappe fällt:

Lange Zeit sah es so aus, als wenn Mapfre hat das Rennen nach Westen verlieren würde, aber America’s Cup- und Olympia-Sieger Blair Tuke freut sich, dass es anders gekommen ist:

Jetzt wird erstmal wieder gebrettert. Der Wind weht bis zu 30 Knoten stark und soll bis auf 40 Knoten zunehmen. Die Sicht ist schlecht an der Küste von Schottland, und bei der Nordsee-Passage am Wind warten vor der Küste noch einmal hohe Brecher, die hart am Wind erklommen werden wollen.

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Es spritzt wieder auf den VO65 wie hier bei Turn The Tide. © Jen Edney/Volvo Ocean Race

Bei diesem Wetter ist Mapfre stark. Aber auch Brunel und Dongfeng haben schon Starkwind-Speed gezeigt. Das Finale steht schon kurz bevor. Die ersten Boote werden schon Donnerstag-Nacht in Göteborg erwartet.

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Carsten Kemmling

Der Mann von der vordersten Front. Mehr zu ihm findest Du hier.
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