Volvo Ocean Race: „Vestas“ kollidiert nachts mit Fischerboot – ein Fischer stirbt

Drama vor dem Ziel

Volvo Ocean Race Vestas

Das Team “Vestas” kollidierte vor der Küste von Hongkong mit einem chinesischen Fischerboot © vestas

Das USA/Dänemark-Team „Vestas“ lag an zweiter Position dieser vierten VOR-Etappe, als sie um 1:23 Uhr Ortszeit in der Nacht zum Samstag, 20 Januar mit einem chinesischen Fischerboot kollidierten. 

Sofort nach der Kollision setzte „Vestas“ einen Notruf ab, worauf das Hong Kong Marine Rescue Coordination Centre (HKMRCC) eine Rettungsaktion einleitete und koordinierte. Das HKMRCC meldete kurz darauf in einem Funkspruch, dass ein in der Nähe fahrendes Handelsschiff den beiden Havaristen zu Hilfe gekommen sei und neun Besatzungsmitglieder des Fischerbootes retten und aufnehmen konnte. Ein zehnter chinesischer Seemann wurde in kritischem Zustand von einem HKMRCC-Helikopter abgeborgen und in ein Krankenhaus geflogen, wo er kurz darauf verstarb. 

Der von der Rettungswacht abgegebene Funkspruch könnte auch erklären, warum „Dongfeng“ – zur Zeit der Kollision noch an dritter Stelle liegend, den Havaristen nicht zu Hilfe eilte. Sie segelten schließlich als Zweitplatzierte ins Ziel. 

Nähere Informationen zu dem Unglück sind im Laufe des Wochenendes zu erwarten.  

News VOR

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Michael Kunst

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10 Kommentare zu „Volvo Ocean Race: „Vestas“ kollidiert nachts mit Fischerboot – ein Fischer stirbt“

  1. avatar breizh sagt:

    Sehr traurig.

    So langsam frage ich mich aber, was aus der guten alten Seemannschaft geworden ist. Beim VOR scheint das Wort ein Fremdwort zu sein.

    Zuerst geht ein Segler überboard, was immer einmal passieren kann, aber ohne irgendein Sicherheitsmittel und der Rest der Crew hat auch keine Schwimmwesten an und jetzt wird anscheinend ein Fischerboot “gerammt”. Das bei einer Einhandregatta so etwas passieren kann aber wenn ich eine Mannschaft an Board habe, ist es mir schleiherhaft, wie man ein Fischerboot (scheint ja auch nicht so klein gewesen zu sein) übersehen kann? Unverständlich!

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    • avatar Hannes sagt:

      Weiß ja jetzt niemand was da wirklich passiert ist. Aber das die chinesischen Gewässer vollkommen überfischt sind und sie deshalb ein Problem mit illegalen Fischern haben ist ja schon bekannt. Die Jungs wollen im übrigen auch nicht gesehen werden. Weder ist da Deckenbeleuchtung an, Radarreflektoren haben die auch nicht und von AIS wollen wir mal erst gar nicht anfangen. Und wie groß es war ist ja auch nicht bekannt. Immerhin hat die spröde Kohlefaserkiste das Ding versenkt.
      Aber wie gesagt, alles Spekulation!

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  2. avatar Wet sagt:

    Vestas ist leider DER Volvo ocean Race Unglücksrabe.

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  3. avatar Emm zett sagt:

    …. was soll das – selbst in der Ostsee, bei 15kn Wind, ist die Wahrscheinlichkeit gegeben, ein unbefeuertes Fischerboot über den Haufen zu fahren. Und umgekehrt, man erinnere sich: eine Katamaranfähre hat vor einigen Jahren ein befeuertes Segelboot zwischen Rügen und Bornholm platt gefahren…. wieviele deutsche Segler sind bei 20kn Wind ohne Rettungsweste unterwegs.

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  4. avatar Bernd nack sagt:

    Warum haben die eigentlich kein RADAR an Bord?

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  5. avatar christoph sagt:

    Das ist echt traurig.
    Ich denke einen großen Anteil daran haben auch die riesigen code0. Ich frage mich immer wie man hinter dem Ding überhaupt etwas sehen kann. Evtl sollte man in viel befahrenen Revieren bei Nacht lieber die neuen J0 verwenden, die sind unten viel höher geschnitten.
    Wir haben auf dem 19meter Schoner auf dem ich gesegelt bin nachts immer eine Person der Wache nach Achter in Lee gesetzt der hinter die Genua Ausguck gehen sollte.
    Vielleicht wäre das eine Lösung.
    Unabhängig davon ist natürlich noch nicht klar ob man das Fischerboot überhaupt hätte sehen können.
    10 Leute sind in Asien ja durchaus auch Mal auf einem 12m langen zusammengeschusterten GFK Schüsseln mit Außenborder auf See.die haben evtl nicht Mal Strom an Bord.

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  6. avatar pjotr sagt:

    drama? wohl eher tragödie.

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  7. avatar J.Seeland sagt:

    Mein Beileid an die Hinterbliebenen des Fischers.
    Bin gespannt auf die Aussagen der Besatzung des Fischerbootes sofern sie nicht das Weite gesucht haben. Wenn schon der Navigator am Radar nichts gesehen hat und der Rudergänger auch nicht, kann nur ein unbeleuchteter Schwarzfischer den Kurs von Vestas gekreuzt haben. Tragische Situation. Die Bergung des Fischerbootes in 100m könnte vielleicht etwas Aufklärung bringen.
    Als vorsichtiger Segler (Binnen und Meer seit fast 30 Jahren) habe ich immer ein mulmiges Gefühl bei Nachtfahrten.
    Im Vorjahr hätte ich benahe bei totaler Finsternis ein ankerndes Boot gerammt. Mittels Led Lenser Scheinwerfer konnte mein Enkel das ich das Boot in ca. 100m sichten.

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