Gegenstrom vor Gibraltar. Jörg Riechers analysiert das Drama

War das schon die Entscheidung?

Die Kurslinien formen einen gordische Knoten. Neutrogena (u.) gelingt es kaum, die Straße von Gibraltar zu verlassen

Gibraltar wurde schon vielen zum Verhängnis – man denke nur an Lord Nelson oder an die Französische Kriegsflotte Anfang des 19. Jahrhunderts. Beide hatten damals nur wenige Meilen weiter westlich vor Trafalgar auch  einen ganz schlechten Tag erwischt.

Nun scheint es auch einem Teil der Barcelona-World-Race-Flotte zum Schicksal zu werden. Die ersten vier sind erst einmal weg. Und wenn der Wind in der Straße von Gibraltar nicht bald zunimmt, sind sie weit, weit weg. Die Führenden segeln jetzt in den stärker werdenden SO Wind, der innerhalb der nächsten 24 Stunden langsam auf SW dreht und auf 15kn bis 20kn zunimmt.

Boris und Dee Caffari werden laut UGrib wohl kaum vor heute Abend aus ihrem kleinen Gefängnis entlassen werden. Ich schätze, dass sie mit einen Rückstand zwischen 170-200 Meilen auf die Verfolgung gehen. Falls sie großes Pech haben, werden ihre drei Verfolger “Groupe Bel”, “President” und “Mapfre” noch zu ihnen aufschließen können.

Es ist eine sehr ärgerliche Situation, zumal Boris und Dee schon einen schönen Vorsprung vor der “Nord Gruppe” hatten. Warum diese drei – die ja alle zum Favoritenkreis gehörten – diese nördliche Option wählten, ist mir schleierhaft. Alle Wettermodelle hatten mehr Wind vor der marrokanischen Küste vorhergesagt.

Auf jeden Fall werden Kito de Pavant und Co sehr viel Zeit haben, über ihren Fehler nachzudenken, unter Umständen haben sie hier schon den Sieg verschenkt. Es wird schwer bis unmöglich werden, Desjoyeaux noch einzuholen. Das Gleiche gilt wohl leider auch für das Duo Jean Pierre Dick und Loick Peyron.

Die Frage, ob es “Hugo Boss” jemals gelingen wird, das Mittelmeer zu verlassen, ist schwer zu beantworten. Dass “Hugo Boss” kein gutes Boot ist, wusste ich vorher. Das es allerdings sooo langsam ist, hätte ich nicht gedacht.  Alex Thompson bestimmt auch nicht…

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5 Kommentare zu „Gegenstrom vor Gibraltar. Jörg Riechers analysiert das Drama“

  1. na ja, Joerg, das weisst Du auch, die Toten werden immer erst im Ziel gezählt. Und mal sehen, wie schnell Hugo Boss ist, wenn es dann über 10 kts TWS geht. Aber an Boris Pinne möchte ich jetzt auch nicht sitzen, ätzend. Würde gerne von ihm wissen, wie es gerade mit seinem Strom an Bord aussieht, er hat ja so ein super-wasser generator mit 60 AMPs strom satt, doch bei 1,7 kts speed funktioniert das immer noch?? vielleicht hat er von sylvester noch ein paar wunderkerzen zur beleuchtung der posis für den marrokanischen zoll.

    ich drück den jungs auf jeden fall die daumen!
    Volker

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  2. avatar Manfred sagt:

    Moin,
    kann mir nicht helfen, aber der Start für ein Ocean-Rennen mit Bottleneck Gibraltar ist für mich eine Farce. Hier wird lediglich den diversen Sponsoren gedient und die Teilnehmer, die sich darauf einlassen, müssten eigentlich wissen, was auf sie zukommt. Für Fans und “Internet Segler” der jetzt chancenlos im Mittelfeld liegenden Teilnehmer ist das nur nervig. Die Spannung schon raus nach 4 Tagen. Merkwürdig.

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    • avatar Carsten sagt:

      da kann ich dir nur zustimmen. klar sind die bedingungen für alle gleich. aber für das rennen ist diese konstellation unglücklich und unverständlich. aber wer weiß, vielleicht schiebt sich ja doch noch irgendwo alles zusammen.

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  3. avatar Christian sagt:

    ist in der Tat unglücklich für einige gelaufen… aber man kennt das ja von Flautenwettfahrten: Oft erwischt es auch die Vorderen, wenn das Hauptfeld von hinten mit frischem Wind angebrettert kommt. Wobei in der Regel das Glück mit den Tüchtigen ist.

    Der übliche Start an der französischen Atlantikküste ist doch auf Dauer langweilig. Hierbei kommen die Geschwindigkeitsunterschiede zwischen den Booten noch mehr zum Tragen. Momentan kann man nur sagen, dass einige Boote bei wenig Wind langsam sind und/ oder sie schlecht gesegelt werden. Entschieden ist noch gar nichts.

    Freilich sollte die Veranstalter beim nächsten Mal eine schwarze Linie zu den marokkanischen Gewässern markieren… hab deren Zöllner mal landseits erlebt, die nerven noch mehr als schweizerische Zöllner 😉

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  4. avatar sven sagt:

    Teschniche Probleme können jeden treffen, ich würde nicht jetzt schon den Siegerpokal verteilen. Das Rennen hat gerade begonnen,

    Ich drücke Boris beide Daumen damit er auf das Podest Steigen kann,

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