Weymouth Weltcup: Buhl vierter, fünf Top Ten Plätze, Hahlbrock unglücklich ausgeschieden

Starke Bilder, schnelle Typen

Philipp Buhl hängt sich voll rein. © Marina Könitzer

Bei der deutschen Olympiaqualifikation vor dem britischen Weymouth segelt das Audi Sailing Team Germany weiterhin auf einem unerwartet hohen Niveau. Die Athleten belegen insgesamt fünf Top Ten Plätze in den olympischen Klassen und einen im paralympischen 2.4.

Besonders der bayrische Lasersegler Philipp Buhl schraubte sich mit den Plätzen 13 und 2 in der Goldfleet in zuletzt nicht mehr für möglich gehaltene Sphären auf Rang vier. Der 22-Jährige hatte nach einer starken EM (6.) und WM (12.) in 2010 große Hoffnung gemacht, konnte sie aber bei den Weltcups in Palma (34.) und Hyères (31.) noch nicht erfüllen. Nun scheint er auf den Punkt fit und liegt zurzeit auf Rang vier.

Simon Grotelüschen schien schon unbedrängt den Kampf um das Olympiaticket aufnehmen zu können. Er ist der Überflieger der aktuellen Saison und liegt nur vier Punkte hinter Buhl auf Platz sieben, seitdem er gestern im letzten Lauf mit Platz 31 sein vorläufiges Streichergebnis eingefahren hat.

Laser-Trainer Thomas Piesker erklärt gegenüber Marina Könitzer: “Heute geht’s nochmal um die Wurst. Im Prinzip haben sich fast alle schon einen Streicher eingefangen. Es geht geht also quasi noch einmal bei Null los. Die Jungs sind beide aber ziemlich cool. Sie sehen es nicht allzu verbissen. Auch in den Situationen, in denen sie sich beide auf dem Kurs getroffen haben, sind sie fair miteinander umgegangen. Da spielt erfreulich wenig Verbissenheit mit. Beide können es!”

Ähnlich gut läuft es für Surfer Toni Wilhelm, der erneut bei einem wichtigen Wettkampf auf einem erstaunlichen Niveau surft. Im vergangenen Jahr katapultierte er sich aus dem Nichts auf Rang vier bei der WM in Dänemark, verschwand wieder bei den folgenden Weltcups hinter 20 und liegt nun auf Rang fünf. Der stärkere Wind kommt ihm zu Gute.

Seine stärker eingeschätze Stehbrett-Kollegin Moana Delle fällt dagegen nach starkem Beginn in der Serie immer weiter zurück. Sie liegt nach den ersten beiden Finalrennen auf Platz 19.

Freude macht dagegen Laser Radial Seglerin Franziska Goltz, die bei den vergangenen Weltcups die Plätze 27, 17, 23 und 35 belegte. In Weymouth segelt sie bisher konstant in den Top Ten und liegt zurzeit auf Rang sieben.

Erstaunlich ist auch die Leistung von Tina Lutz und Susann Beucke, denen in der Olympiaqualifikation nach den jüngsten Weltcups (27, 26) wenige Chancen gegen Kathrin Kadelbach und Frederike Belcher eingeräumt worden waren. Mit den Plätzen 4 und 3 schob sich das Duo gestern auf Platz sieben vor.

Die erfahrenen Konkurrentinnen Kadelbach/Belcher liegen nun schon 14 Punkte zurück, zeigten aber mit Rang drei gestern, dass sie nach wie vor ganz weit vorne segeln können. Ein 23 Platz im letzten Rennen warf sie zurück.

Das Qualifikationsduell im 49er dominieren zurzeit Tobias Schadewaldt und Hannes Baumann. Sie liegen mit Rang 15 fünf Plätze vor Briesenick-Pudenz/Massmann, die mit zwei 21. Rängen hinter ihren Möglichkeiten blieben.

Spannend bleibt auch der Kampf um das Star Olympiaticket. Stanjek/Kleen (15. ) haben wieder Schlonski/Bohn (17.) überholt. Babendererde/Jacobs (22.) pirschen sich langsam an die Top 20 heran. Nur Polgar/Koy (27.) kommen noch nicht in Fahrt.

Besonders ärgerlich ist die Situation für das Match Race Team um Silke Hahlbrock. Im stark besetzten Hoffnungslauf gelangen den Hamburgerinnen vier Siege bei nur einer Niederlage. Zuletzt rangen sie die Weltranglisten Zweite Claire Leroy (FRA) nieder. Das hätte für einen der ersten beiden Plätze und damit für das Weiterkommen reichen sollen. Aber Leroy und die Finnin Lethinen wiesen auch 4:1 Punkte auf. Somit zählte Hahlbrocks schlechteres Ergebnis aus der Vorrunde gegen sie.

Bei den Finn Dinghies scheint auch Jan Kurfeld die Anfangsnervosität bei seiner ersten Olympiaausscheidung abzulegen. Nach den starken Läufen 5/15/8 ist er 21. und schiebt sich in den Bereich der vorderen zählbaren Quali-Plätze vor.

Dort bewegen sich auch die 470er Männer. Wagner/Bolduan sind 20. und Gerz/Follmann 23. Die Favoriten Zellmer/Seeling segeln als 28. weit unter ihren Möglichkeiten.

In den Paralympics Klassen kann Heiko Kröger nicht mehr wie erhofft Anschluss an die Medaillenplätze halten. Er liegt aber noch gut platziert auf Platz sieben. Lasse Klötzig ist 11. Paralympics Sieger Jens Kroker ist im Sonar neunter von elf Booten.

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Carsten Kemmling

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