Wie es weitergeht bei The Ocean Race: 2027 nur noch in der IMOCA-Klasse

Quo vadis?

Nach großen Schwierigkeiten stehen die Zeichen für die beiden Ocean Race-Inhaber und -Organisatoren Johan Salén und Richard Brisius auf Erfolg. Doch noch ist nicht alles in „trockenen Tüchern“. 

Das Auf und Ab des Ocean Race beim Wort genommen:

 

Eigentlich ist das Ocean Race längst eine segelsportliche Erfolgsgeschichte. Vor 50 Jahren aus einer Bierlaune heraus ins Leben gerufen, mit wilden Typen (männlich wie weiblich) als Protagonisten, mit technisch wegweisenden Rennbooten als jeweiligen Untersatz gilt das Etappenrennen um die Welt seit jeher als eines der weltweit schwersten Teamsportevents. Wenn nicht sogar als das brutalste überhaupt. 

Entsprechend der mediale und somit kommerzielle Erfolg. Ganz egal, ob etwa in den Anfängen der Regatta die Segler für Wochen aus dem Sicht- und Kommunikationskreis der Medien und Fans verschwanden oder wie derzeit bereits zum dritten Mal mit Onboard-Reportern direkt von Bord berichtet wird – das Auf und Ab des Ocean Race hing nicht nur vom Seegang ab, sondern vom Aufmerksamkeitswert, den die Regatta in medialen Kreisen generieren konnte. Und der war – den jeweiligen Bedingungen entsprechend – bei nahezu jeder Ausgabe ausgesprochen hoch.

Gute Medienresonanz

Insofern können auch die Organisatoren der aktuellen Ocean Race Ausgabe zumindest mit dem Anfang zufrieden sein. Beim Start vor Alicante drängelten sich medienwirksam Tausende Fans auf dem Pier, es wurden 200 Journalisten vor Ort gezählt, das Race Village war gut besucht und die Aussteller meldeten gute Ergebnisse. 

In Zukunft nur noch IMOCA © sailing energy/Ocean Race

Die Live Übertragung durch Eurosport und direkt auf der Ocean Race Website war zwar technisch nicht immer auf der Höhe, konnte dennoch offenbar eine zufriedenstellende Anzahl Zuschauer europa- und weltweit erreichen. Und vor allem die Fachmedien in ganz Europa kommentieren den Rennverlauf nahezu täglich. 

Beim ersten Etappenstopp auf den Kapverden dürfte zwar nicht der ganz große „Bohei“ stattfinden, doch können hier die digitalen Medien mit Live-Berichterstattungen und entsprechenden Reportagen, gemischt mit reichlich Exotik einiges wettmachen. Die darauffolgenden Etappenorte sind medial gesehen jeweils eine „feste Bank“, was Zuschauerinteresse vor Ort und in der digitalen Parallelwelt anbelangt.

Gerade mal fünf Boote am Start der aktuellen Ausgabe. Hat das Zukunft? © ocean race

Hinter den Kulissen ist man sich jedoch einig: The Ocean Race wird ein wahres Vabanque-Spiel. Denn trotz eines vermeintlich erfolgreichen Spektakels „auf der Bühne“, muss hinter dem Vorhang reichlich an weiteren Strippen gezogen werden, damit die Show weitergeht. 

Davon können Johan Salén und Richard Brisius ihr Liedchen singen. Denn als die beiden im Jahr 2018 das Rennen von Volvo kauften und ohne den großen Titelsponsor klarkommen mussten, konnte niemand ahnen, welche Unwägbarkeiten die darauffolgenden Jahre bringen sollten. Zwei Jahre Coronakrise, dann der Ukraine-Krieg mit all’ seinen Folgen – wären die neuen Ocean-Race-Macher eingeknickt, hätte das bis zuletzt kaum einen in der Szene gewundert. 

Ausgebrannt

Wie hart es selbst unter normalen Umständen werden könnte, hätten sie bei Knut Frostad erfahren können. Der Rennchef der vergangenen fünf Volvo Ocean Race-Ausgaben fühlte sich am Ende völlig ausgebrannt und war heilfroh, als er den Staffel-Stab an Salén und Brisius weiterreichte. Frostad wollte zunächst einmal sein Leben völlig ändern und nichts mehr mit Segeln und Regattaorganisation zu tun haben.

Die neuen Eigner von The Ocean Race sahen allerdings einen gewaltigen Vorteil: Im Gegensatz zu Frostad und dessen Vorgänger Turner sind sie zu zweit an der Spitze des „Unternehmens“ Ocean Race. Und mit dem deutschen langjährigen America’s Cup Mit-Organisator Mirko Gröschner, der bereits bei den letzten Volvo Ocean Race-Veranstaltungen im Organisationsteam mitwirkte, wurde inzwischen sogar ein dritter,  kompetenter Mitstreiter als CEO eingestellt. 

So könne sich jeder um spezielle Gebiete innerhalb der Rennorganisation kümmern, war kürzlich auf der Website des Ocean Race zu lesen. Aufgeteilt in grobe Bereiche wie Teams und ihre Boote, Verhandlungen mit festen und etwaigen Etappenhäfen, Sponsorship respektive Finanzierung des Ganzen sowie die Zukunft des Rennens, hat zwar jeder reichlich zu tun. So sei alles zumindest auf drei Schultern verteilt. 

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