Starkes Feld bei MdM

Wieser ist Meister der Meister

Von Carsten Kemmling

Dimension Polyant Cup im Dunkeln auf der Alster. © HSC/J.N.Andreae

Ein großer Sieg in einem traurigen Finale. Markus Wieser, Eberhard Magg und Matti Paschen gewinnen erstmals die Meisterschaft der Meister. Aber flauer Wind und strömender Regen macht die Segelshow und die Leistung des Favoriten-Teams weitgehend unsichtbar.

Als Wieser den entscheidenden zweiten Punkt im finalen Triple Race setzt lassen sich kaum zehn Zuschauer  auf dem Steg des Hamburger Segel-Clubs nass regnen. Andere haben sich ins Clubhaus geflüchtet, als Matthias Bohn, neuer Starboot-Vorschoter von Alexander Schlonski, das Geschehen per Mikrofon kommentiert.

Erst streift Wieser Stefan Meister am Startschiff ab, dann düpiert er den Dänen Sten Mohr mit besserem Speed. Mohr, ein ehemaliger top-fünf-Mann der Match Race Weltrangliste, 2007 BMW Oracle B-Boot-Steuermann und einer der besten Segler der Welt hat zwar die bessere Seite der Startlinie, aber Wieser ist schneller.

In der Mitte der Bahn macht er die entscheidenden Meter gut, um in der Führungsposition die erste Marke zu runden. Mohr ist an der Leetonne zwar wieder dran, aber dann hakt das Spifall an der Saling. Das verpatzte Spimanöver lässt die Strömung in den Segeln abreißen. Es kostet die entscheidenden Meter.

Damit setzt der in Berlin lebende Starnberger einen optimalen Schlusspunkt hinter eine optimale Saison mit herausragenden Erfolgen im Drachen, am Steuer des Mini Maxis „Container“ und im RC 44 Zirkus mit der „Sea Dubai“.

Auch beim Veranstalter war man nicht unglücklich darüber, dass Sten Mohr den Titel nicht nach Dänemark entführen konnte. Es hatte einige Irritationen gegeben, weil zum ersten Mal ein Ausländer bei der YACHT Meisterschaft der Meister an den Start ging.

Eigentlich ist die Veranstaltung nicht international ausgeschrieben, aber Mohr hatte die deutsche „Beluga“ zum ORC-WM-Titel geführt und mit Leif Tom Loose und Bastian Körbes einen wichtigen Teil der Sieger-Crew dabei. Auch aus den Kreisen der Teilnehmer gab es hinter vorgehaltener Hand Kritik am Startrecht des Dänen.

Dem war es dann fast peinlich, dass er die Gruppen-Phase am Samstag überlegen mit zwei Siegen gewann. Dabei edelte der Weltklassesegler die Veranstaltung mit seiner Anwesenheit. So hohen Besuch gab es selten. Und so gut wie in diesem Jahr war die MdM nie besetzt.

Das mussten unter anderem der Sieg gewohnte Wolfgang Hunger auf Platz 20 feststellen und Karol Jablonski, der sogar nur Platz 26 von 38 Startern erreichte. An der Spitze lagen am Ende die Match Racer, obwohl gar keine Segelduelle mehr gesegelt werden. Wieser, Mohr, Meister und auch Silke Hahlbrock auf Platz vier konnten sich am besten auf die Laser SB3 Schiffe einstellen.

Im Gegensatz zum verregneten Finale war das zum zweiten Mal ausgetragene Nachtrennen ein schöner Erfolg. Vier Wildcard-Teams vom Audi Sailing Team Germany bekamen eine Chance, sich für den Sonntag zu qualifizieren sowie zwei Mannschaften, die die direkte Qualifikation für die letzten zwölf verpasst hatten

Sportlich ist das Segeln im Dunkeln zwar grenzwertig, weil die Segler von den Scheinwerfern geblendet werden, aber der Stimmung am Steg tat das keinen Abbruch. Lautstark wurden die Segler in der Flaute angefeuert. Ein lauer Herbstabend ließ die Teilnehmer und viele Gäste bei Musik und Bier noch lange auf dem Steg zusammenstehen.

Ergebnisse

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Carsten Kemmling

Der Mann von der vordersten Front. Mehr zu ihm findest Du hier.

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