Youth America’s Cup: Ärger über Absage in Neuseeland – Keine Ausnahme gewährt

"Bitter enttäuscht"

Der Royal New Zealand Yacht Squadron muss den Youth America’s Cup im Februar und März 2021 absagen. Die Regierung verweigert die Lockerung der Corona-Einreisebeschränkungen für die Jugendsegler.

Der erste Segeltest mit dem AC9F. © Youth AC

Die Verantwortlichen des aktuellen America’s Cup-Titelhalters RNZYS in Auckland sind entsetzt über die Entscheidung der Behörden. Sie gewähren den Jugendteams, die 2021 vom 18. bis 23. Februar, 1. bis 5. März und 8. bis 12. März um den Youth America’s Cup segeln sollen, nicht den Corona-Ausnahmestatus, der für die offizielle America’s Cup Teams gewährt wurde.

AC9F soll sich wie ein Sportboot segeln – nur schneller. © Youth AC

Der Youth America’s Cup war im Auftrag von Russell Coutts von den Österreichischen Olympiasiegern Roman Hagara und Hans Peter Steinacher entwickelt worden. Red Bull konnte als Sponsor gewonnen werden. Die Regatta für Nationenteams zwischen 18 und 24 Jahren wurde erstmals 2013 in San Francisco mit AC45 Katamaranen ausgetragen und 2017 mit den zu Foilern aufgerüsteten selben Booten wiederholt. Beide Male waren deutsche Teams am Start.

Auch diesmal gab es wieder eine Initiative. Der NRV wollte eine Mannschaft rund um Silas Mühle und Johann Kohlhoff schicken. Zuletzt war es sehr ruhig um die Teilnahme geworden aber die Ambitionen hatten bestand. 

Konkurrenten wie die Holländer waren aber schon deutlich weiter in der Vorbereitung. Sie wollten sogar zwei Teams an den Start bringen und segelten schon auf den italienischen 69F am Gardasee Regatten – Monohull-Foiler, die den Junioren-Cuppern ähneln.

Kooperation mit Chinesen

Nun also die offizielle Absage der Veranstaltung. Sie war eine Zusammenarbeit zwischen RNZYS, der China Sports Industry Group (CSIG) und Emirates Team New Zealand (ETNZ). Die Qualifikation sollte ursprünglich Ende 2020 in China stattfinden, war aber schon nach Auckland verlegt worden.

Der kleinere 69F wird in Italien bewegt. Das Prinzip funktioniert. © 69F

19 Anmeldungen aus 13 Nationen sollen bestätigt gewesen sein, und die Regatta sollte über einen Zeitraum von drei Wochen an den freien Tagen des Prada Cup Challenger Series-Finales und des America’s Cup-Matches stattfinden.

Der RNZYS-Geschäftsführer Hayden Porter rechnet vor, dass die neuseeländische Wirtschaft mit umgerechnet 6 Millionen Euro daran teilhaben würde und Arbeitsplätze für Neuseeländer geschaffen worden und das Image Neuseeland international poliert worden wäre. Nun sagt er: “Wir sind zutiefst enttäuscht und bestürzt über die Entscheidung des Ministeriums für Wirtschaft, Innovation und Beschäftigung (MBIE).”

Investition für den Papierkorb

Als offiziellen Grund soll das MBIE angeführt haben, dass es nicht wie beim America’s Cup direkt in diese Veranstaltung investiert habe. Außerdem könnten doch Neuseeländer doch die Rollen für die internationalen Teams übernehmen. “Wir haben Mühe zu verstehen, wie dies möglich sein soll, da es sich um eine internationale Veranstaltung handelt bei der die Teams ihr Land vertreten müssen. Außerdem wären für die Regierung keine Kosten entstanden. Die Veranstaltung war voll finanziert und hätte Arbeitsplätze für Neuseeländer geschaffen.”

Auch RNZYS Commodore Ian Cook äußert sich erbost. Er ist auch Werfteigner von Yachting Developments (YDL), und hatte in die Entwicklung der neuen Monohull-Foiler AC9F investiert. “Es ist schwer, die Enttäuschung zu verkraften. Ein schwerer Schlag für die Marineindustrie in Neuseeland”.

Tatsächlich könnte die eine Investition für den Papierkorb sein. Denn wenn Emirates Team New Zealand im März 2021 keine erfolgreiche America’s Cup-Verteidigung gelingt, dürfte es auch schwer werden, den Youth America’s Cup auszurichten.

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Carsten Kemmling

Der Mann von der vordersten Front. Mehr zu ihm findest Du hier.

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