Youth America’s Cup: Auch eine Berliner Spenderin rettete das All In Racing Team

"Keine Kamikaze Piloten"

Das deutsche Youth America’s Cup Team All In Racing ist auch von Ingrid Spielberger aus Berlin gerettet worden. Sie spendete 15.000 Euro und spricht bei SR über die Gründe.

Team Germany beim Red Bull Youth America's Cup

Das Team Germany bei der Red Bull Youth America’s Cup Quali in San Francisco. © Gilles Martin-Raget / America’s Cup

“Irre, was hier abgeht”, sagt Erik Heil, Steuermann beim neuen All In Racing Team mit Blick auf die Spenderliste bei SR. Am Mittwoch Abend sind 103 Überweisungen im Wert von 13.024,65 € auf dem Segel-Reporter Konto eingegangen. Dabei steht Heil noch ganz unter dem Eindruck des Erlebnisses vom Dienstag Abend.

Er war von Kiel zu einem Termin nach Hamburg und schließlich nach Berlin zur Familie Spielberger gerast. Sein ehemaliger Trainer hatte den Kontakt vermittelt. Er arbeitete als Privatlehrer mit dem Sohn, als der wegen einer inzwischen überstandenen Krebserkrankung zuhause lernen musste.

Mitgerissen vom Anliegen

Der Sohn ist Mitglied im Tegeler Segel-Club, dem Verein, bei dem Erik Heil zum Segeln kam. Heil lernte den heute 16-Jährigen kennen, als der eine Präsentation über ihn als 49er Skipper für die Schule erstellte. Seitdem verfolgte der Junge den seglerischen Werdegang vom 470er zum Weltklasse-Skiff-Segler mit großem Interesse. Die Youth America’s Cup Absage bedauerte er schließlich sehr.

Heil besuchte die Familie nach einem ersten Telefonat und traf die Mutter Ingrid Spielberger an. Sie war vom Anliegen des Youth AC Steuermanns mitgerissen und sagte spontan die Hilfe von 15.000 Euro zu. Heil konnte es kaum fassen. Auch mit diesem Geld war die Kampagne um 22:30 Uhr am Dienstag abend vorerst gesichert.

Im Gespräch mit SR erklärt Ingrid Spiegelberg die Unterstützung des Segelprojektes, von dem sie als eingefleischte Windsurferin eigentlich relativ weit entfernt ist. “Unsere Familie ist wassersportbegeistert. Und mit meinem Mann bin ich inzwischen auch zum Katamaransegeln gekommen. Da haben wir die Entwicklung dieser Jugend America’s Cup Geschichte eng verfolgt.”

Gefährliche Situationen

Als die Nachricht von der Absage kam habe sie sich kaum vorstellen können, dass Erik das wirklich selber abgeblasen habe. “Ich fand das so schade und konnte die Angst vor der vermeintlichen Gefahr nicht richtig nachvollziehen.” Wassersport beinhalte nun einmal gewisse Risiken. “Die Jungs wissen, was sie tun und erleben auch beim sonstigen Segeln auf dem Wasser schon mal gefährliche Situationen.”

Sie kenne das vom Surfen. “Ich habe fliegendes Wasser am Gardasee gesehen und wusste, was auf mich zukommt.” Ihre langen Surf Touren mit dem Käfer als Wohnmobil und dem Brett auf dem Dach habe sie bis nach Tarifa gebracht. Extreme Situationen auf dem Wasser gehörten dazu. “Aber man lernt genau, die Situation richtig einzuschätzen. Und diese Jungs sind keine Kamikaze Piloten. Da vertraue ich voll und ganz ihrem Urteil.”

Sie sei jetzt in der finanziellen Situation, Unterstützung leisten zu können. “Uns eint diese Liebe zum Wind und Wasser.” Immer noch werde sie ganz unruhig, wenn die Blätter an den Bäumen zappeln. Das stecke tief drin. “Ich wünsche den Jungs weiter viel Glück auf ihrem Weg.”

“Wir sind überwältigt”

Spielberg vermittelt das Gefühl, unter dem Einfluss viele Unterstützer standen, als sie ihren Betrag auf den Weg schickten An sie wendet sich das All In Racing Team noch einmal mit einer speziellen Botschaft.

“Vielen Dank an alle, die unser Projekt begleiten, fördern und mitfiebern:
–> über 10 000 € durch Segelreporter Leser!
–> viele Unternehmen und Privatpersonen sind mit großzügigen Beträgen eingestiegen! Erst einmal eine große Erleichterung für uns! Wir sind überwältigt!

Nun liegt, trotz all der Hilfe, noch ein großes Stück Arbeit vor uns. In den nächsten Tagen müssen wir uns noch einmal sammeln, koordinieren und Aufgaben verteilen, um unsere Ressourcen optimal zu nutzen. Wir werden weiterhin Gas geben und euch dabei auf dem laufenden halten. Let´s go ALL IN!”

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Carsten Kemmling

Der Mann von der vordersten Front. Mehr zu ihm findest Du hier.
Spenden
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5 Kommentare zu „Youth America’s Cup: Auch eine Berliner Spenderin rettete das All In Racing Team“

  1. avatar Marina sagt:

    Liebe Frau Spielberger, SO MUSS ES SEIN! Ihre überaus großzügige Spende hilft diesen klasse Jungs, nicht nur ihren Traum zu verwirklichen, sondern zeigt auch der Welt, daß uns deutsche Segler die Liebe zum Wasser zusammenhält. Wir sind eben nicht nur ein Fußball-Volk ;-)) Meine Kinder sind früher auch beim Tegler Segel-Club Optiregatten mitgesegelt und haben sich dort sehr wohl gefühlt. Ihr Engagement und Ihre Begeisterung ehrt Sie sehr und ist ein Vorbild. Vielen Dank. Ich wünsche Ihrer Familie und vor allem Ihrem Sohn nur das Beste und gute Gesundheit! Herzliche Grüße von jemandem aus dem Potsdamer Yacht Club 😉

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  2. avatar Ich sagt:

    Schümann sieht das ganze so. Finde seine Aussagen sehr gut, und passend. Vorallem segeln die Jungs nicht Americas Cup. Der Youth Americas Cup ist vergleichbar mit Opti-Schnupper Segeln auf der Kieler Woche.

    http://m.welt.de/article.do?id=motor%252Fboote-yachten%252Farticle116699979%252FUnsere-Segler-fallen-auf-einen-PR-Gag-herein

    Heisse Debatte. Was meinst du? Daumen hoch 3 Daumen runter 14

    • avatar Yuammy sagt:

      Schümann hat recht!

      “Segeln bleibt immer Segeln. Richtig gute Segler beherrschen beide Schiffstypen.”

      “Ich würde auf ein solches Boot weder von meinem Alter noch von meinen seglerischen Kompetenzen gehören.”

      …dazu muss man dann eigentlich nichts mehr hinzufügen!

      Heisse Debatte. Was meinst du? Daumen hoch 4 Daumen runter 6

      • avatar Super-Spät-Segler sagt:

        Die Aussage “Unsere Segler fallen auf einen PR-Gag herein” ist , gerade für einen
        der Initiatoren des STG, ja wohl mehr als schäbig!

        Wenn jemand auf einen PR-Gag hereingefallen ist, dann doch wohl das STG selber,
        als es unsere Jungs nach San Franzisco geschickt hat.
        Dort haben sie gekämpft wie die Löwen und trotz schlechtester Vorausussetzungen die Quali gewonnen. Dann hat sie dass “Shame Team Germany” im Stich gelassen und die Jungs haben noch einmal alles gegeben und jetzt tritt Schümann nach?

        Er spielt wohl lange nicht (mehr) in der selben Liga wie Peyron, Coutts, Dalton oder Ainslie, um nur einige zu nennen.

        Schade, daß Deutschland (noch) keine Segler von deren Format und Bekanntheit hat.
        Vielleicht gelingt es Heil oder Buhl ja? Gönnen tue ich es ihnen!

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        • avatar dubblebubble sagt:

          Schümann will den Jungs das verbieten, was er in dem Alter selbst genauso gemacht hätte. Schwaches Statement eines Segelbeamten, das man getrost vergessen kann.

          Super Beitrag, mehr davon! Like or Dislike: Daumen hoch 7 Daumen runter 3

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