ZDF Terra Xpress: Kollidierte “Sinfonie Sylt” bei Rund Skagen mit einem Container?

Container wie Seeminen

Kollidierte wahrscheinlich mit einem Container: Sinfonie Sylt © ZDF Terra X-Press

Kollidierte wahrscheinlich mit einem Container: Sinfonie Sylt © ZDF Terra X-Press

Der plötzliche Wassereinbruch auf der Grand Soleil 70 “Sinfonie Sylt” während der Rund Skagen Regatta im März 2010 hatte für großes Rätselraten in der Segelgemeinde gesorgt. Nun nahm die ZDF-Reihe Terra Xpress in ihrer Sendung am 16.9. unter dem Titel „Zwischenfall auf See“ die Kollision mit einem unbekannten Gegenstand als Story-Aufhänger. (VIDEO-LINK: Der Beitrag ist in der ZDF-Mediathek zu sehen. Vorspulen bis 17:15 min)

Demnach soll die Grand Soleil 70 von Eigner und Skipper Reinhold Riehl in 2010 gegen einen unter der Wasseroberfläche treibenden Container gefahren sein – obwohl mit der Berichterstattung der ZDF-Populärwissenschaftssendung hierfür kein konkreter Nachweis erbracht wird.

Neben der mitunter etwas bemüht dramatischen Nachstellung des Unglücks – die „Sinfonie Sylt“ lief augenblicklich nach der Kollision voll, die Crew stieg in die Rettungsinsel und wurde kurz darauf von Küstenwache-Hubschraubern abgeborgen – berichtet das Autoren-Team aber auch über die Arbeit der Besatzung des VWFS “Atair”, einem Vermessung- und Wracksuch-Spezialschiff des Bundesamtes für Seeschifffahrt. Es ist unter anderem zuständig für das Aufspüren über Bord gegangener Container vor der deutschen Nordseeküste und Elbmündung.

Spannend: Wird ein Gegenstand am Meeresboden über Sonar geortet, werden sogar Taucher 40 Meter tief in die trübe Nordsee geschickt, um Gewissheit über den Zustand des Containers zu erhalten.

Leichtern auf hoher See. Danach treiben die Container oft tage- und wochenlang durch die See © ZDF Terra Xpress

Leichtern auf hoher See. Danach treiben die Container oft tage- und wochenlang durch die See © ZDF Terra Xpress

Container– gefährlich wie Seeminen

Jährlich sollen zwischen 10- und 35.000 Container auf allen Weltmeeren über Bord gehen. Dies geschieht zumeist aufgrund heftiger Rollbewegung der Containerriesen in Stürmen, aber auch wegen unzureichender Sicherung der Norm-Transportcontainer an Deck.

Mehr als 345 Millionen Container werden jährlich über die Ozeane geschippert – 0,01 % von ihnen können zu tödlichen Hindernissen werden. Nicht nur für Segler…

Übrigens: Terra-Xpress berichtet in der selben Ausgabe auch über die Kraft von Riesenwellen und deren Auswirkungen etwa auf die „Sicherheits“-Scheiben von Kreuzfahrtschiffen.

Tipp: SR-Leser Raoul V. Kübler

20 Kommentare zu „ZDF Terra Xpress: Kollidierte “Sinfonie Sylt” bei Rund Skagen mit einem Container?“

  1. avatar Ketzer sagt:

    Au man, Bild goes TV, oder was ist das???

  2. avatar John sagt:

    Ich habe die Sinfonie Sylt 2010 an Land liegen sehen in Hvide Sande. Eine Container-Berührung hielt ich bei Betrachtung des Schadens für nahezu ausgeschlossen. Auch wenn ich jetzt nochmal auf die Bilder gucke, dann kann ich es kaum glauben.
    Naja, zum Glück bin ich kein Sachverständiger geworden…

  3. avatar Wilfried sagt:

    in der See treibende Gegenstände gibt es sicherlich jede Menge. Ob der unter der Wasseroberfläche treibende Container dabei eine große Rolle spielt wage ich zu bezweifeln. Die Container sind weder Wasser noch Luftdicht. Die Wahrscheinlichkeit, dass diese lange schwimmen oder auch ausgerechnet in einem Schwebezustand unter Wasser bleiben ist nur gering. Ich glaube Paletten, Holzstämme oder ähnliches sind sehr viel gefährlicher.
    Die Ladungssicherung muss trotzdem verbessert werden, denn die Fracht hat im Wasser und auf dem Meeresgrund definitiv nichts zu suchen und es muss auch in Frage gestellt werden warum Gefahrgutcontainer überhaupt als schlecht geschützte Deckslast gestaut werden dürfen.

  4. avatar SR Leser sagt:

    Das Schiff hat schon viel Pech gehabt (1 Toter wg. Großbaum am Kopf): http://85.214.41.7/cms/wscg/index.php?id=572&no_cache=1&file=144&uid=1092

  5. avatar SB sagt:

    Nach dem BSU-Bericht hat der nicht den Baum vor’n Kopf bekommen, sondern ist bei einer Patenthalse von der Schot erwischt worden, dadurch gestürzt und mit dem Kopf ins Cockpit geknallt.

  6. avatar o.h. sagt:

    Ist das Boote eigentlich geborgen worden oder betaucht?

  7. avatar 123 sagt:

    Das Boot wurde abschgleppt.
    Schön das gesagt wird, das eine Fähre auch zur Hilfe kommt.
    Von der Norddeutschen Vermögen Hamburg, die auch zur Hilfe gekommen ist, wird allerdings nichts gesagt.
    Von der NVH kommen übrings auch die Videos….

    • avatar Wilfried sagt:

      und im damaligen Artikel war auch nicht von einer schweren Kollision die Rede sondern von Wassereinbruch aus unbekanntem Grund.

  8. avatar Felix sagt:

    Bei dem Schiff von Pech zu reden ist auch gewagt. Vielleicht ist da weniger Pech im Spiel, als eher der Skipper in Verantwortung zu ziehen. Sein Schiff so zu führen das es Tote gibt, ist schon nicht so einfach und dann noch ein schwimmendes Schiff zu verlassen, ist schon ein starkes Stück.

    • avatar Uwe sagt:

      Nonsense !
      Die Chance, einen unter der Wasseroberfläche schwimmenden Container zu entdecken liegt bei Null !

      Es wurde ausserdem kein schwimmendes Schiff verlassen, sondern ein Schiff mit starkem Wassereinbruch, welches aus Scherheitsgründen aufgegeben werden musste.

  9. avatar Klaus sagt:

    Aaalso… ich, als ambitionierter Laie mit gefährlichem Halbwissen in solchen Dingen meine mich zu erinnern, daß der Zossen anno 2005 vor dem ersten Baltic Sprint Cup in Schweden vor Sandhamn ordentlich gegen einen Felsen gebrummt ist.
    Sie lief Sandhamn mit laufenden Pumpen an. Wassereinbruch durch die Kielaufhängung.

    Die erste Etappe des BSC (Sandhamn-Helsinki) fiel für sie aus. Sie wurde meines Wissens nach auf einer Werft in / um Stockholm schnell wieder zusammen geflickt.

    Man möge mal bitte die Fotos nach dem beinahe Untergang betrachten:
    http://www.sailinganarchy.de/board/viewtopic.php?f=2&t=901&p=7068&hilit=sylt#p7068

    Container oder sonstige UFO (Unidentified Floating Objekts) Treffer kann ich jedenfallsnicht erkennen, wohl aber ein Versagen im Bereich der Kielaufhängung.nebst schiefem(!!) Kiel. Wohl gibts ein paar gebrauchsspuren an der Kielbombe. Da is aber Antifouling drüber…

    Wie gesagt… ich bin kein Fachmann… aber man zähle mal EINS (Schnellreparatur < 5Tage in Stockholm an einem beschädigten, wasserdurchnäßten Epoxy Laminat + Aushärtezeiten Epoxy) und EINS (wackelnder Kiel bei ordentlich Druck auf der Nordsee) zusammen. Und hat zudemnoch ein paar Unbekannte in der Gleichung (Wo sind sie mit dem Schiff nach der "Reparatur" evtl. noch hängen geblieben??) zusammen und bilde sich seine eigene Meinung…

    ich denk mir mal meinen Teil dazu… einen Container seh ich da aber nicht…

    • avatar John sagt:

      Danke. So hätte ich das als Laie auch eingeschätzt. Von dem Vorschaden wusste ich allerdings nichts.

    • avatar Wilfried sagt:

      oops, sind die Fotos nach der Bergung oder während der Reparatur aufgenommen worden? Ich frage wegen der umfangreichen Schleifarbeiten um die Kielaufhängung herum

      • avatar Klaus sagt:

        meines wissens nach sind die Photos rel. zeitnah nach der Bergung aufgenommen worden. Da ich die aber nicht selbst gemacht hab, am besten Kontakt mit dem Photographen (Poster auf SA) aufnehmen.

        die Schleiffarbeiten führe ich mal auf die Untersuchung zurück. Is aber nur Spekulation.

  10. avatar dr jochen orgelmann sagt:

    habe das das boot auch in hvide sande an land angesehen. nach einer kollision mit einem container sah das beileibe nichtaus. eher nach einem kielschade nim bereich der kielaufhängung. wenn ich jetzt von einem schnell reparierten vorschaden in diesem bereich lese scheint mir diese theorie am plausibelsten.

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