
J24 Segler zeigen maximalen Einsatz. Das ist bekannt. Aber der Spitrimmer von Jan Kählers "United 5" hängt sich besonders rein, als die Böe einsetzt. Luvgewicht am Seezaun ist Trumpf. Danach nimmt er, ohne im Wasser zu bremsen, wieder seine Position ein. Ein toller Stunt! Liebe Kinder, bitte nicht nachmachen. © Rollo Böhm
Einmal heftig an der Spischot gezogen, den Halt auf dem rutschigen Deck verloren und Schwupps flutschen die Füße weg. Der Spitrimmer von Jan Kählers J24 “United 5″ zeigt eine tolle Körperbeherrschung und bekommt von der Jury erstklassige Haltungsnoten.
Besonders erstaunlich: Der Mann kommt wieder in seine Ausgangsposition zurück, ohne nass zu werden. Vermutlich rotiert er per Feld-Aufschwung am Relingsdraht wieder in die Aufrechte und federt mit einem kleinen Ausfallschritt auf das Deck zurück. Der Steuermann sieht staunend zu.
Höchster Respekt dafür! Es ist bekannt, dass es sich bei J24 Seglern um sehr athletische Menschen handelt, die ständig an ihrer Choreograpie feilen. Aber der Stunt am Seezaun ist in solcher Perfektion und Ästhetik noch nicht vorgeführt worden.
In Berlin feilten die J24-Crews weiter an ihrer Technik. Rollo Böhm berichtet von der Premiere beim Senatspreis:
Starker Auftritt von HUNGRIGER WOLF
Das erste Mal beim Senatspreis dabei. Das wollten sich 18 Teams der J24 Class nicht entgehen lassen. Damit bildete die junge, dynamische Bootsklasse einmal mehr die stärkste Segelklasse auf einer Regattabahn.

"Hungriger Wolf". Cooler Name, gute Crew. Das Team vom SVAOE um Skipper Johann Huhn gewinnt den Senatspreis in Berlin. © Rollo Böhm
„Wir haben gerade in Berlin einen großen Zulauf an Neubooten. Dem wollten wir Rechnung tragen, und haben daher den Senatspreis in unser Regattaprogramm aufgenommen. Toll, was hier auf dem Wasser – auch von den neuen Crews – an Leistung gezeigt wird“, ließ ein sichtlich zufriedener Vorsitzender der deutschen J24 Vereinigung, Jan-Marc Ulrich, verlauten.
Auf dem Wasser wurde hart gekämpft. Bei eisiger Kälte wurden am Samstag vier Wettfahrten gesegelt. Auf der Großen Breite wehten böige 3 Bft aus NNO. Die pendelnden Winde machten die Rennen trickreich, und die Taktiker an Bord hatten mentalen Vollstress.
Neben den Lokalmatadoren auf der JJ ONE (F.Schade) und der MAX BAHR (S.Karsunke-Hamburg), kamen die ROTOMAN (K.Mares-Kiel) und HUNGRIGER WOLF (J.Huhn-Hamburg) am besten mit den Bedingungen zurecht. Die finale Wettfahrt am Sonntag, bei Sonnenschein und leichtem Wind mit 1-2 Bft. musste die Entscheidung bringen.
Der HUNGRIGER WOLF setzte seiner tollen Bilanz noch einen Tagessieg drauf, und gewann letztlich knapp, aber sicherlich verdient die Serie. Frithjof Schade und seine JJ ONE Crew freute sich über den zweiten Platz.
Hinter Kai Mares auf Platz drei, konnte sich Matthias Garzmann auf seinem GÜNNI noch auf den vierten Platz nach vorne segeln. Einen starken Eindruck hinterließ die Frauencrew der PINKH um Ragna Thönnessen, die sich im Endspurt noch an Stefan Karsunke vorbei schieben konnten, und den fünften Platz belegten.
Ein großes Lob gilt den Organisatoren vom BYC, die uns freundlich empfingen, eine tadellose, tolle Veranstaltung boten, und jederzeit hilfreich zur Verfügung standen. Ein spezieller Dank auch dem benachbarten SV03, der seinen Bootskran zur Verfügung stellte, und damit ein reibungsloses, schnelles Kranen garantierte. Nach Berlin kommen wir gerne wieder.






Größte OD Flotte beim Senatspreis ist wohl richtig, aber “junge, dynamische Bootsklasse” im Zusammenhang mit der J24 kommt ja so ca. 25 Jahre zu spät, oder? Und “Neuboote” in Berlin ist wohl ein weiterer, dem Klassenvirus geschuldeter Lapus. “Alte J24s, neu in Berlin” trifft den Zuwachs der Flotte im dem Binnenrevier wohl eher, nicht wahr? Aber was solls, besser Flotten von bewährten Designs als Einzelkämpfer bei ORC-Club Regatta
Wo anders verkauft man das Prinzip gerade als ECO 60 …
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