Knarrblog: Segelschein-Ärger in Berlin könnte 100 Euro kosten

Schwarz gefahren

Reicht nicht für Berlin: A-Schein sogar mit A1-Erweiterung und einem niedlichen Bild, wie ich finde.

Erneut ein Anruf von der Polizei in Berlin. Wie vor zwei Wochen. Der Schein trügt nicht. Ich bin ein Illegaler. Meine Befähigungsnachweise gelten nicht für die Hauptstadt. Überall sonst schon, aber eben nicht in Berlin. Kein A, A1, BR, SBF See und schon gar nicht Funk-, Heiligen- oder Seepferdchen-Schein können den Gesetzeshüter milde stimmen.

Es tue ihm leid. Vielleicht könne ich ja noch einen Schein schnell umschreiben lassen. Das werde dann wohlwollend, vielleicht strafmildernd behandelt. Also doch Gefängnis? Nicht unbedingt, aber 100 Euro könne das Bußgeld durchaus betragen.

Eine kurze Pause. Ich warte noch, dass am anderen Ende der Leitung ein Lacher die Aussage als Witz enttarnt. Aber der Mann meint es ernst. Auch bei Regatten schützt Unwissenheit vor Strafe nicht.

Bin ich tatsächlich gut 30 Jahre lang bei Wettrennen in Berlin schwarz gefahren? Nicht ganz, heißt es nach einer Rückfrage beim DSV. Erst 2002 sind die Verbandsdokumente der deutschen Wassersportverbände durch die Führerscheine des Bundes ersetzt worden. Vorher reichte mein A-Schein aus. Den hätte ich in einen Sportbootführerschein Binnen umschreiben lassen müssen. 14 Euro das Stück.

Hier steht, dass alte Segelscheine in deutschen Gewässern noch anerkannt und geduldet werden und keine Umschreibepflicht bestehe. Aber vermutlich hat man dabei eben den Sonderfall Berlin vergessen.

Bei den “neuesten Änderungen der Sportbootführerscheinverordnung-Binnen” auf der Seite des Berliner Segler-Verbandes von wann auch immer heißt es: “…Die bisherige, besondere Berliner Gastklausel für Personen mit Wohnsitz außerhalb Berlins fällt weg. Auch Gäste benötigen nun den Sportbootführerschein-Binnen für die jeweilige Antriebsart…”

Immerhin spricht mir den nette Gesetzeshüter nicht die Fähigkeit ab, dass ich mein Fahrzeug in dieser speziellen “Antriebsart” führen kann. Auch wenn das Ergebnis beim Berlin Match Race vielleicht nicht gerade den Eindruck macht. Aber das sei ihm nicht so wichtig. Es gebe eben diese Vorschriften.

Ja, ja, schon verstanden. Da steht es schwarz auf weiß. Und ich bin der Doofe. Aber bin ich wirklich so blöd? Weiß das jeder andere Regattasegler, der nach Berlin kommt? Wie bekloppt ist das überhaupt? Wie oft muss man mit solchen Razzien rechnen? Und hat Schümi wirklich seinen Schein umschreiben lassen? Fragen über Fragen…

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Carsten Kemmling

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38 Kommentare zu „Knarrblog: Segelschein-Ärger in Berlin könnte 100 Euro kosten“

  1. …wie kann es denn, dass der ausrichtende Verein, deine Meldung akzeptiert hat, ohne das du einen für das Revier gültigen Schein hattest?

    …wenn es in Berlin eine Sonderregel gibt, die keinem Auswärtigen bekannt sein dürfte, dann obliegt es doch der Sorgfaltspflicht des Ausrichters, die Teilnehmer darauf hin zu kontrollieren, oder zumindest hinzuweisen.

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  2. avatar uli_s sagt:

    Regattateilnehmer schikanieren? Die Stadt wäre für mich gestorben.

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  3. avatar Friedrich sagt:

    Die Sache ist völlig bekloppt und nur noch als albernster Behördendjungel zu qualifizieren. Lass uns dagegen klagen. Höchst spontan meine ich, dass das alles jedenfalls mit Art. 3 GG nicht vereinbar ist. Es gibt keinen Unterschied zwischen Bundeswasserstraßen in Berlin und anderswo. Also gibt es im Rahmen der in der BRD geltenden freizügigkeit auch keinerlei Anlass, in Berlin andere Führerscheine zu verlangen, als im Rest der Republik. Zumal der andere Führerschein ja auch nur in einer kostenpflichtigen Umschreibung besteht und nicht etwa in einer anderen Qualifikation, Prüfung oder dergl.

    Ich bin Rechtsanwalt. Ich mach das für Dich. Pro bono selbstredend, ist zwar nicht erlaubt, aber denken kann ich das…

    Friedrich

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    • avatar Andreas Ju. sagt:

      Ist doch eigentlich eine tolle Idee zur Sanierung der Kommunen: Jede gibt jetzt ihren eigenen City-Führerschein raus. Wer da fahren will, muss sich dafür seinen Schein umschreiben lassen oder eine Sondergenehmigung erwerben.

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  4. avatar Honk sagt:

    Ich habe auch schon ähnliche Erfahrungen mit den Berliner Behörden gemacht, vor allem zum Jahresbeginn, wenn die Kollegen von der Washpo ihre Schiffe das erste Mal ausführen und heiss auf Beute sind, mussten wir als Gäste auf Berliner Regatten unsere Scheine vorzeigen. Hierbei gab es drei Probleme:

    A) Wer hat schon immer seinen Spobo Binnen während der Regatta dabei (auf der Platu ja vielleicht noch, aber auf einem Laser….). Also wurde der Schein nicht mitgeführt und die Herren Gesetzeshüter schrieben erstmal eine Anzeige.
    B) Auch ich hatte das Problem, nur einen A1 zu haben. Es sollte jedoch nur der Spobo Binnen gelten, wie bei Carsten auch. Ich musste allerdings seinerzeit (2005) nur 75 € zahlen. Habe mich aber auch riesig geärgert.
    C) als Schiff von der Nordsee hat mein Kahn keine Bootsnummer, wie sie auf Binnengewässern vorgeschrieben ist. Zunächst sollte dies ebenso zu einer Strafe führen, dann sollte für die nächsten Jahre zumindest eine temporäre Nummer für die Berliner Regatten käuflich erworben werden (50 €), bis sich schließlich der Berliner Segler Verband eingeschaltet hat und nun auch die Seesegler ohne Nummer auf dem Wannsee unterwegs sein dürfen (aber nur während der Regatte, schon Umwege auf dem Weg zur und von der Bahn, wie etwa ein Pit Stop bei den Briten für eine Pommes, sind nicht erlaubt).

    Zur Frequenz der Kontrollen: Ostern während des Bunny Cups gab es die Kontrollen wenn ich mich recht entsinne seit 2002 JEDES Jahr und auch im Herbst, wenn sonst nicht merh viel los war, wurde schon kontrolliert. Man konnte sich also langsam darauf einstellen.

    Besonders bekloppt fand ich die Anzeige, die auch ausländische Teilnehmer bekommen haben, womit man nicht unbedingt den Eindruck Deutscher Gastfreundlichkeit gesteigert hat.

    Ich kann also allen auswärtigen Regattierenden nur raten, immer die notwendigen Scheine dabei zu haben (eingeschweißt in der Tasche der Schwimmweste ;oP ).

    In diesem Sinne, freut Euch auf die neue Saison
    Harry

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    • avatar Ingo sagt:

      Bist Du sicher, dass es nur die WaSchPo war, die Dich kontrolliert hat, oder vielleicht doch die Stasi???

      🙁

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    • avatar John sagt:

      Ganz gefährlicher Tipp mit dem Einschweißen:

      Auf keinen Fall ein offizielles Dolument einschweißen und wenn dann nur so, dass man die Originalbeschaffenheit schnell wieder herstellen kann.

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  5. avatar Friedrich sagt:

    BTW: Ich bekenne mich. Ich segele seit 13 Jahren auf dem Wannsee, ich habe auch nur so ein Ding wie Du Carsten. Musste ich auch schon mal vorzeigen und gab kein Problem, kann aber sein, dass das vor 2002 war. Die spinnen, die Hauptstädter!

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  6. avatar dugong sagt:

    Her dasZitat:
    In deutschen Gewässern werden die alten Scheine hingegen noch anerkannt und geduldet.
    Es besteht also für die nationale Schifffahrt keine Umschreibepflicht.
    Trotz allem wird eine Umschreibung empfohlen.
    Ist denn Berlin nationales Gewässer?

    Unglaublich!

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  7. avatar Wilfried sagt:

    nach Lektüre des Gesetzestextes kann ich die Berliner Meinung nach wie vor nicht nachvollziehen. Ja, man braucht einen Schein zum Segeln, außer man kommt aus dem Ausland und dieses Land braucht keinen Schein dann darf ich auch in Berlin ohne segeln. Also aufatmen für die Dänen.
    Als Deutscher gem. § 2 Abs 2 fürs Segenl den SBF-Binnen unter Segel. Für die Leute mit alten Scheinen gilt § 4, hier steht ” ein amtlich vorgeschriebener Befähigungsnachweis nach Sportbootführerscheinverordnung-binnen vom 21. März 1978″ und natürlich dann die jeweiligen Änderungen. Jetzt kommt scheinbar der Amtsschimmel und die Segelschulen und schreien der A-Schein war kein amtlicher Schein. Das ist aber falsch, weil hier nicht steht “amtlicher Schein” sondern amtlich “vorgeschriebener ” Schein. Und genau das ist der A-Schein weil man schon damals den Schein brauchte um auf den Berliner Gewässern zu segeln. Einen amtlichen Segelschein gab es damals nämlich nicht und mit einem Motor-Schein darf ich bekanntlich nicht segeln. Somit gilt m.E. Carstens A-Schein und der DSV sollte sich der Sache mal annehmen (oder wollen die nur die Umschreibegebühr kassieren?)
    Unabhängig davon fragt man sich natürlich was eine Einstellung die Polizei hat. Ein Hinweis hätte auch genügt. Die Qualifikation ist da nur nach deren Meinung (nach meiner nicht) fehlt die Umschreibung.

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    • avatar Ingo sagt:

      “…oder wollen die nur die Umschreibegebühr kassieren?…”

      Das Fragezeichen hättest Du ruhig weglassen können. NATÜRLICH geht es dem DSV nur um’s Geld – deswegen ist man ja aktuell auch gegen eine Lockerung der bisherigen Regelungen.

      Mein letzter Segelscheinkurs ist schon ein paar Jahre her, aber schon damals hat man offen darüber gesprochen, dass das ganze nur eine Geldschneiderei ist!

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  8. avatar Wilfried sagt:

    Ach ja, und Schümis Schein ist im Einigungsvertrag erfasst.

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  9. avatar Christian sagt:

    Am Bodensee stellen sie sich mit ihrem depperten Bodenseeschifferpatent ähnlich amtsschimmelig an…. es ist zum Heulen.

    Wenn es einen Grund gibt, den DSV richtig mies zu finden, dann seine Abzockermentalität beim Scheinwesen. Und aktuell obstruieren sie auch noch die Lockerung der Führerscheinpflicht…

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    • avatar John sagt:

      Beim Bodenseeschifferpatent hat der DSV doch sein Finger nicht im Spiel. Und man kann den Lappen unproblematisch in SBF Binnen umschreiben und bekommt die Praxisprüfung vom See erlassen.

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      • avatar Christian sagt:

        ja, richtig, aber das waren zwei Themen, die ich die benannt habe. Am Bodensee sind es die Landratsämter usw. die abzocken.

        So oder so ist das Scheinwesen in D-Land vollkommen überreguliert und von wirtschaftlichen Interessen dominiert, Stichwort Segelschulen, Verbände, Behörden.

        In den Niederlanden ist es wesentlich schlanker organisiert. Trotzdem (oder gerade deshalb) können die Niederländer erheblich besser segeln als diejenigen, die sich hierzulande als qualifiziert ansehen, nur weil sie irgendwann mal einen Lappen käuflich erworben haben.

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  10. avatar Ketzer sagt:

    Only in Am… eh… Germany.

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  11. avatar Paradise Island sagt:

    Seit vier Jahren habe ich mein Schiff in einem Revier, in dem ich

    – noch nie meinen Führerschein vorzeigen musste,
    – noch nie nach einem Funkzeugnis gefragt wurde,
    – und noch nie unterwegs oder im Hafen überhaupt kontrolliert wurde.

    Ach ja: Und meine Signalraketen kaufe ich im Laden oder lasse sie mit dem Paketdienst schicken! Natürlich ohne dass jemand dumme Fragen stellt!

    And the winner is: …………………PALMA!!!

    🙂

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    • avatar Andreas Ju. sagt:

      Ich segel seit 40 Jahren alls mögliche, Regatten national/international, verschiedene Klassen, Sommerurlaube Fahrtenschiff, etc. und noch nie musste ich irgendeinen Schein vorzeigen.

      Lasst uns die Regatten in Berlin boykottieren und auf Facebook einen Shit-Storm entfachen.

      Carsten: magst du vorlegen als Meinungsführer?

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  12. avatar Auswandern? sagt:

    Wer auf die Art und Weise versucht Geld zu machen, sollte sich nicht wundern, wenn mehr und mehr Steuerzahler und Fachkräft abhaun… bye bye Germany!

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    • avatar Andreas Ju. sagt:

      Ganz schön weiter Bogen, den du da schlägst!

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      • avatar Thomas sagt:

        Das stimmt schon, ich fühle mich in Schweden pudelwohl und die Behörden versuchen hier nicht, die Mitbürger bei Lappalien wie diesen wie Straftäter zu behandeln.
        Wie ich höre, könnte ich in in meiner Heimatstadt Berlin ohne Schein segeln, denn hier in Schweden ist dieser nicht vorgeschrieben?

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  13. avatar Florian sagt:

    @Auswander:
    Willkommen im Verein der Auswanderer 😉

    Die Briten haben so viel ich weiß keinen Binnen Segelschein;)
    Ich alte viele Vorschriften im Bereich des Binnen Segeln für über reguliert.

    In Deutschland braucht man einen Schein, dass man zeigen kann was man kann.
    “Ich haben ein “Freizeitskapitänspatent” ” … “Ich habe aber ein Binnen Freizeitskapitänpatent” also kann ich besser segeln.

    Machmal glaubt man, dass dieser Scheinwahnsinn für Personen gemacht ist die bei einem gewissen Vergleich den Kürzeren gezogen;)

    Heisse Debatte. Was meinst du? Daumen hoch 7 Daumen runter 9

  14. avatar Scheinheilig? sagt:

    Ab wann ist denn ein Schein Nötig ? Also ab wann gilt etwas,das sich auf dem Wasser bewegt als Wasserfahrzeug und ab wann als Segelfahrzeug? Brauch ich für das Schlauchboot/Luftmatratze welches vom Wind über das Wasser abgetrieben wird bereits ein Amtlich vorgeschriebenen Schein? Oder geht es da um die geschwindigkeit…und was ist mit den Ruderen und Paddlern ,soweit ich weiß brauchen diese keine…..warum nicht? Und was ist mit Model-Segelbooten …die brauchen auf keinen fall eine…..Oder? ….aber bis zu welcher Größe? Wenn ich die Ruderanlage meiner Laser Ferngesteuert umbaue und ich mich aber auf dem Boot/Schiff befinde,ist das dann ok? Wo sind da die grenzen und ab wann bin ich kriminell ?…und sind diese Gedanken schon das Planen einer Straftat?
    Und warum hat sich Amnesty International noch nicht eingeschaltet? Es kann doch nicht sein das Menschen anders von einem Staat behandelt werden nur weil sie unterschiedlicher Herkunft sind ! Die Neuseeländer oder Australier sind ja aus dem Schneider…….
    😉

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    • avatar Wilfried sagt:

      wenn ich das so brennend interessiert. Die Gesetze sind im Netz öffentlich zugänglich und du kriegst auf einen Schlag eine Antwort auf alle Fragen die du hast.

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  15. avatar Alex sagt:

    Wiederholt wird verlangt, Regatten in Berlin zu boykottieren.
    Damit schadet man nur den Vereinen. Ändern wird man damit nichts.
    Einen gerichtlichen Entscheid herbei zu führen, wie oben angeboten, ist der einzige vernünftige Weg.

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    • avatar Klaus sagt:

      Das ist schon richtig.
      Aber es könnte Bewegung bei den Vereinen auslösen mal gewaltig Druck über den Berliner Senat auf die behördlichen Korinthenkacker auszuüben.
      Diese Regatten sind nicht nur Vereinsangelegenheiten. Sie sind immer auch Fremdenverkehrswerbung und tragen zum Renomée dieser merkwürdigen Stadt bei.
      Diesen Hebel sollte man durchaus nutzen.

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      • avatar Alex sagt:

        @Klaus, wenn dann ist der richtige Weg die Vereine mit ins Boot zu holen um eine rechtliche Klärung und vernünftige Regelung herbei zu führen.
        Ich kenne die Berliner Verhältnisse nicht, glaube aber, die Vereine können durch einen drohenden Boykott von auswärtigen Regattabesuchern den Senat nicht beeindrucken.
        Ich bezweifle auch, dass wir Segler für den Berliner Fremdenverkehr sonderlich relevant sind.

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  16. avatar Segelschein abschaffen sagt:

    Hallo, ich lebe in Frankreich und segle in Frankreich und Italien Binnenseen und in Küstennähe bis 6 Meilen ohne Schein wie alle Franzosen und Italiener. Erst ab einer Motorstärke von 6CV in Frankreich und 40.8Cv in Italien ist ein (Motorboot-) Führerschein notwendig. In Deutschland darf ich nicht segeln da ich keinen deutschen Segelschein habe.
    Ich denke viele Ausländer können keinen Segelschein vorweisen weil es in Ihrem Heimatland einfach keinen gibt! Da die Führerscheinregelungen aber Länderhoheit sind müsste ein Ausländer wohl einen deutschen Segelschein machen. Wie es sich verhält wenn er als Ausländer auf einem ausländisch beflaggtem Boot in deutschland segelt weis ich nicht.

    Weniger ist mehr! weg mit den Scheinen!

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    • avatar Wilfried sagt:

      wie ich schon oben sagte, kann ein Ausländer dessen Land keinen Schein verlangt auch in Deutschland ohne Schein segeln. Unter welcher Flagge das Boot fährt spielt dabei keine Rolle. Also Carsten nicht ausflaggen und für Libyen, Nigeria … an den Start gehen.

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      • avatar Segelschein abschaffen sagt:

        Danke Wilfried,
        Du hast recht. Ich hatte Deinen ersten Kommentar überlesen mir aber dank Deiner Anregung die «Verordnung über das Führen von Sportbooten
        auf den Binnenschiffahrtsstraßen (SportbootFüV-Bin)» mal angeschaut. Und in der Tat :
        Paragraph 3 : Ausnahmen
        (1) Keiner Fahrerlaubnis nach dieser Verordnung bedürfen
        1. Personen mit Wohnsitz außerhalb des Geltungsbereiches dieser Verordnung, die sich nicht länger als 1
        Jahr im Geltungsbereich dieser Verordnung aufhalten. … (wenn sie in ihrem Heimatland keinen Berechtigungsnachweis brauchen)
        http://www.gesetze-im-internet.de/bundesrecht/sportbootf_binv/gesamt.pdf

        D.h. ich darf als im Ausland lebender deutscher ohne Segelschein in Deutschland segeln. Das ist doch schon mal nicht schlecht. Dies sollte auch für die in Deutschland lebenden Segler möglich sein.

        Ich bleibe dennoch Befürworter einer Abschaffung der Scheine und bin auch gegen Bussgelder für Segler.

        Gruss Jürgen

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        • avatar Wilfried sagt:

          da würde ich doch noch etwas Wasser in den Wein schütten. Solange du Deutscher Staatsbürger bist nützt dir das Ausland nichts. Wenn du natürlich nicht deutscher Staatsbürger bist haste recht

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  17. avatar Florian sagt:

    Das Führerscheinwesen ist nicht umbegingt an die Nationalität gekoppelt.
    Ich kann einen ausländischen Führerschein auch als Deutscher besitzen.

    Wenn man z.B. in der Schweiz länger als 1 Jahre lebst mußt Du alle deine Führerscheine als EU-Brüger ummelden.
    Ich vertrete die Auffassung, dass man als “Auslandsdeutscher” im Führerscheinwesen genauso zu behandeln ist als ein Ausländer des gleichen “Herkunftlandes”. Ich kann ja auch für einen anderen Segelverband starten international, wenn ich einem dortigem National Verband angehöre.

    Warum soll ich als Auslandsdeutscher einen Schein brauchen und mein Segelkollege aus dem gleichen Land keinen?
    (Art. 3 GG Gleichheitsgrundsatz)

    Die Argumentation könnte ein Hebelsein die Führerscheinpflicht zu kippen.
    Nur weil man ein Gesetzt kippt heißt es nicht das etwas bessere nachkommt.
    Das Hauptproblem sehe ich eher (so wie schon von Christian angemerkt) bei der Interessensvertretung der Segler dem DSV.)

    Ich bin, unter anderem, aus meinem Heimatverein in Deutschland ausgetreten um den DSV nicht mehr zu unterstützen, weil ich persönlich die Meinung vertrete, dass in den letzten Jahren der DSV sich nur noch um die Funktionäre kümmert und nicht um die Belange der Segler.

    Ein Beispiel dazu ist die “Ausbildung” im Bereich Schiedsrichter und Wettfahrtleiter.
    Der DSV führt dort zu Prüfungen für die neuen Schiedsrichter und Wettfahrtleiter ein, um die Qualität der Wettkampfdurchführung zu verbessern. Eigentlich sollte der DSV froh sein, dass Personen sich ehrenamtlich zu Wettfahrtleitern und Schiedsrichtern ausbilden lassen, nur muss der Verband dort auch Geld investieren, wie es z.B. bei der Übungsleiterausbildung gemacht wird und nicht Prüfungen stellen bei der es Durchfallquoten bis zu 100% gibt und damit die Ehrenamtlichen vergraulen.

    Dieser Verband sollte für die Segler die Interesse am Sport haben da sein und möglichst vielen Menschen das Segeln ermöglichen und nicht die Eintrittshürden noch künstlich erhöhen!

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    • avatar Peter sagt:

      Lieber Florian,

      Deinen Missmut gegenüber dem Führerscheinwesen kann ich zwar nachvollziehen, aber trotzdem nicht teilen. Zu groß ist leider der Missbrauch bei Führerscheinen. Wenn Du einen ausländischen Führerschein
      besitzt der auf einen Wohnsitz im Ausland ausgestellt ist und Dein deutscher Führerschein nicht gerade in der “Reinigung” ist, dann gibt es keinerlei Probleme.

      Überhaupt nicht teilen kann ich Deine Meinung bezüglich der von Dir als Schikane aufgefassten Prüfungen für Schiedsrichter und Wettfahrtleiter. Gerade in der heutigen Zeit sind die Regatten weitaus anspruchsvoller und vom Ergebnis her für viele Segler auch finanziell wertvoller als noch vor kurzem.
      Hat es bislang ausgereicht durch reine Anwesenheit sich eine Lizenz zu ersitzen, so war es meiner Meinung nach längst fällig endlich eine gewisse Selektion einzuführen. Dem Segler ist nicht gedient, wenn es zwar Wettfahrtleiter und Schiedsrichter gibt, diese aber nichts taugen.
      Auch ist die Ausbildung des DSV und der Landesverbände vorbildlich und wurde von Dir scheinbar noch nicht getestet.

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  18. avatar Johannes sagt:

    Auf der offiziellen Internetseite der Wasser- und Schifffahrtsverwaltung elwis.de (*) steht dazu:

    “Eine Umschreibung dieser Befähigungszeugnisse ist nicht erforderlich, wird aber dringend empfohlen bzw. ist zwingend, falls Auslandsreisen mit einem Sportboot geplant sind.”

    also in Zukunft auch den Reisepass bereithalten, wenn es nach Berlin geht.

    (*) genauer: http://www.elwis.de/Freizeitschifffahrt/fuehrerscheininformationen/Fahrerlaubnisse/index.html

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  19. avatar Florian sagt:

    Lieber Peter,

    schon mal bei Swiss Sailing zu Gast gewesen?

    Viele Grüße

    Florian

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  20. avatar optiquaeler sagt:

    Die Gesetzeslage ist in meinen Augen recht eindeutig. Es darf nicht einmal ein Kindersegelboot Optimist (hat 3,5 m²) gefahren werden. Normalerweise müssten alle Opti-Kinder eingeknastet werden, zumindest ordnungsgeldgenerierend festgehalten werden. Da man im normalen Opti-Alter noch keinen Sportbootführerschein binnen mit der Antriebsart Segel erwerben darf sind die alle Schwarzfahrer!
    Warum die Berliner WaschPo dieses (absolut unsinnige) Gesetz nicht durchsetzt, kann wohl nur mit Angst vor schlechter Presse begründet werden. Dabei ist der Gesetzgeber der Bekloppte bzw. seine Wähler/Auftraggeber.
    Zitat:
    “Für Sportfahrzeuge unter Segel, deren Segelfläche mehr als 3 m² beträgt, ist auf den Binnenschifffahrtsstraßen des Bundes im Bereich des Landes Berlin (außer Zeuthener See und Dämeritzsee) eine Fahrerlaubnis (Sportbootführerschein-Binnen unter Segel) erforderlich.”
    Dies bedeutet nun definitiv, dass der verantwortliche Schiffsführer eines Optis den SBF-binnen-Segel benötigt. Die alten, weitergeltenden Führerscheine sind aufgrund des Kapitänsalters nicht relevant. Die Auslegungsfrage könnte sein, wer der Schiffsführer ist, der über Kurs und Geschwindigkeit bestimmt. Gemäß BinSchStrO § 1.02 (4) muss aber der Schiffsführer an Bord sein!
    Der Rudergänger eines Kleinfahrzeuges ohne Maschine hat gemäß § 1.09 (2) keine Altersbegrenzung.
    Rechtsanwalt Friedrich – übernehmen Sie bitte!
    Das der DSV das verpennt wundert mich nicht.
    Gruß
    Optiquäler (hier gehen Umlaute, beim Nutzernamen leider nicht)

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