Aktivistinnen: Internationale Frauencrew will friedlich Blockade vor Gaza brechen – auf zwei Segelyachten

Segeln für den Frieden

Aktivistinnen, Women's boat to Gaza, Segeln

Einige der Aktivistinnen vor der “Hoffnung” © women’s boat to Gaza

Die internationale Frauen-Initiative „Women’s Boat to Gaza“ segelt derzeit Richtung Korsika, um weitere Aktivistinnen aufzunehmen. 55 Mitglieder des EU-Parlaments erklären sich solidarisch.

Die beiden Yachten „Amal“ (Hoffnung) und „Saytun“ (Olive) legten am Mittwochabend in Barcelona unter dem Beifall von Hunderten Zuschauern ab. Zuvor erklärten sich zahlreiche politische Organisationen aus u.a. Europa, den USA, Afrika und Israel mit der anstehenden Initiative der rund 20 Seglerinnen solidarisch. Die Frauen wollen nach Überquerung des Mittelmeers und nach einem Zwischenstopp auf Korsika, wo weitere Aktivistinnen an Bord kommen sollen, Anfang Oktober vor der Küste von Gaza ankommen, wo die Aktivistinnen mit ihren Yachten friedlich die Blockade der Israelis „durchsegeln“ wollen.Aktivistinnen, Women's boat to Gaza, Segeln

Für den Frieden in Palästina

In den letzten Jahren gab es immer wieder Versuche von internationalen Hilfsorganisationen und privat finanzierten Initiativen, den fast vollständig von Israel abgeriegelten Gazastreifen mit Hilfsgütern von Seeseite her zu beliefern. Die Aktionen scheiterten ausnahmslos an der Unnachgiebigkeit der Israelis, die mit ihrer Blockade die ca. 1,9 Millionen Palästinenser „erfolgreich“ von der Außenwelt abschotten.

Laut Einschätzung der UNO und der Weltbank ist der Außenhandel des Gazastreifens – der früher hauptsächlich auf dem Seewege stattfand – praktisch zum Erliegen gekommen. Eine Praxis, die übrigens auch von vielen Israelis verurteilt wird.

Während bisheriger Versuche, die Blockade zu durchbrechen, kam es zu zahlreichen Festnahmen durch die israelische Armee. Vor sechs Jahren wurden zehn türkische Aktivisten getötet, als ein israelische „Elite-Kommando“ eine Hilfsflotte aufhielt.

Aktivistinnen, Women's boat to Gaza, Segeln

Auch die Bürgermeisterin von Barcelona (links) zeigte sich solidarisch © women’s boat to Gaza

Solidarität mit den Menschen in Gaza

Wenige Tage vor dem Ablegen zeigten sich 55 Abgeordnete des Europäischen Parlaments in einem offenen Brief an die israelische Regierung mit dem Vorhaben der Aktivistinnen solidarisch. In dem Schreiben wurde u.a. die Aufhebung der Blockade gefordert. Ähnlich äußerten sich zahlreiche Politiker aus aller Welt zu der Friedensaktion, zuletzt die Bürgermeisterin von Barcelona Ada Colau.

„Wir wollen mit unserer internationalen und friedlichen Aktion unter Segeln ein Zeichen der Solidarität mit den notleidenden Menschen in Gaza setzen,“ erklären die Sprecherinnen von Women’s Boat to Gaza. „Unsere Absichten sind durchweg friedlich und wir hoffen auf ein Einlenken der israelischen Regierung.“ Die Teilnehmerinnen der Flottille unterstreichen, dass sie keine der palästinensischen Parteien oder politischen Organisationen unterstützen, sondern aus rein humanitären Gründen ihren Friedenstörn unternehmen.

Website “freedomsflotilla”

 

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Michael Kunst

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4 Kommentare zu „Aktivistinnen: Internationale Frauencrew will friedlich Blockade vor Gaza brechen – auf zwei Segelyachten“

  1. avatar Segelmaschine sagt:

    Wird doch bestimmt ein schöner Urlaubstörn. Mal was anderes als Hafenhopping in Kroatien. Und einen schönen Gutmensch-Bonus gibt es noch gratis dazu.

    Super Beitrag, mehr davon! Like or Dislike: Daumen hoch 10 Daumen runter 4

  2. avatar Christian sagt:

    Wer ist hier eigentlich naiver? Die Frauen-Initiative, die hier wissentlich oder unwissentlich genau das tut, was die im Gazastreifen regierende Terrororganisation Hamas gerne von friedenseligen Europäern hat, oder der Autor, der diesen ganzen Friedensschmuh nachbetet, ohne auch nur einmal darüber nachzudenken, welche guten Gründe es für die Blockade gibt (Unterbindung von Waffen- und Sprengstofflieferungen)? Free Gaza – from Hamas!

    Ernsthaft notleidend ist übrigens im Gazastrip niemand, das Gebiet ist von arabischen Staaten und der internationalen NGO-Industrie “completely overfunded” worden, wie es im internationalen NGO-Sprech treffend heißt.

    SR, bleibt bitte beim Segelsport…

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  3. avatar dubblebubble sagt:

    Wenn es zuviel Publicity für den Trip geben sollte, könnte die isr. Marine sich gezwungen sehen, die Damen vor Ankunft von ihren unsicheren Booten abzubergen. Danach mussten die Yachten leider wegen zu hohem Bergungsaufwand aufgegeben und um niemand zu gefährden versenkt werden.

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  4. avatar Arwed sagt:

    @dubblebubble: War auch mein erster Gedanke.
    Nur für den Fall, daß das Abbergen vor dem Versenken ausfällt, sollten die Häschen über den Rettungswesten qualitativ hochwertige Splitterschutzwesten tragen.

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