Monsterwellen: Rekord-Brecher auf der Rennstrecke um die Welt – Maschinenraum für Schwell

Wenn das Wasser steil geht

Der Southern Ocean gilt als brutalstes Seegebiet der Welt. Aber die höchsten Wellen wurden bisher eher im Atlantik gemessen. Das hat sich nun geändert. Die Racer müssen sich in Acht nehmen.

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Es kann richtig ungemütlich werden auf hoher See! Es müssen sich nur ein paar Wellen gemeinsame Sache machen © marine research

Südlich vor Neuseeland bei Campbell Island ist die bisher höchste Welle der südlichen Hemisphäre gemessen worden. Eine Messboje vor der Insel hat 23,8 Meter aufgezeichnet, und die Wetterbehörden sind davon überzeugt, dass der anhaltende Sturm noch größere Kaventsmänner über 25 Meter produziert hat.

Die Wissenschaftler gehen auch davon aus, dass es ähnliche Brecher im Southern Ocean deutlich häufiger auftreten als angenommen wird. Denn dieses Seegebiet ist immer noch wenig untersucht im Vergleich zu den Meeren, auf denen mehr Schiffsverkehr stattfindet.

Wind- und Wellenentwicklung zur Zeit der Freak-Wave-Messung. © MetOcean Solutions

 

Die Wissenschaftler erklären die enorme Wellenhöhe mit einem Tiefdruckgebiet, das in sich mit der gleichen Geschwindigkeit fortbewegt hat wie die Wellen. Dadurch konnte der Sturm dauerhaft Einfluss auf die Brecher nehmen, und sie wuchsen höher als sonst. 

Wo der Schwell entsteht

Die Bedeutung der Beobachtung sei weitreichender als ein einfacher Rekord. Denn dieser Teil des Southern Oceans sei der Maschinenraum, in dem ein enormer Schwell entsteht, der großen Einfluss auf den Rest des Planeten haben kann.

Die Hochsee-Racer schätzen den Southern Ocean, weil sich die Welle so lange aufbaut und scheinbar endlose Surfs ermöglicht. Aber das Wissen über solche Dimensionen dürfte den einen oder anderen doch schrecken. Dabei ist auch bekannt, dass Monsterwellen deutlich häufiger entstehen, als bisher angenommen.

Wellen, Kaventsmann, Weltrekord

Simulation einer Freakwave, die noch etwas höher als 19 Meter sein dürfte © NOAA

Die Volvo Ocean Race Flotte hat mit dem Tod von John Fisher bei Extrembedingungen gerade erst erlebt, wie brutal das Seegebiet sein kann. Und die Vendée Globe Segler wurden auch schwer gebeutelt. Dem Iren Enda O’Coineen fiel im Dezember 2016 genau vor Campbell Island das Autopilot-System aus und er musste einen Notstopp einlegen. Kurz danach verlor er auf fast gleicher Höhe sein Rigg.

Nicht auszudenken wenn Ende 2019 einer der Ultim Einhand-Trimarane von solchen Kaventsmännern erwischt wird. Da tritt die Frage Foiling oder nicht weit in den Hintergrund.

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Carsten Kemmling

Der Mann von der vordersten Front. Mehr zu ihm findest Du hier.
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