Seekrankheit: Anti-Brech-Brille für DAME-Award nominiert

"Sieht bescheuert aus"

Eine hässliche Brille soll mit der Seekrankheit fertig werden. Boarding Ring ist als eines von 52 Produkten für den Design Award der Messe METS in Amsterdam vorgesehen.

Seekrankheit, Brille

Die Seekrankheitsbrille boarding ring. Sieht doch super aus. Ob es hilft? © boarding ring

Die Brille eines französischen Herstellers für 55 Euro soll verhindern, dass die Sinnesorgane widersprüchliche Informationen zur räumlichen Lage und Bewegung des Körpers liefern. Er reagiert mit Seekrankheit, wenn die Augen eine andere Position an das Gehirn melden als und das System im Innenohr.

Um diese Informationen anzugleichen sind in die Gläser der Brille gebogene Röhrchen mit Flüssigkeit eingelassen, die einen künstlichen Horizont erzeugen. Insgesamt hat die Brille vier Ringe. Zwei vor den Augen, und jeweils einen an der Seite.

Seekrankheit, Brille

Vier Ringe mit Flüssigkeit sollen einen künstlichen Horizont erzeugen. © boarding ring

Der Hersteller berichete gegenüber DHD Radio auf der boot in Düsseldorf:  “Wir haben mit der französischen Marine Tests gemacht und eine Erfolgsquote von 95 Prozent erzielt….Es sind schon ziemlich verrückte Brillen, die sehen extrem bescheuert aus, das gebe ich gerne zu. Aber man muss sie auch nicht die ganze Zeit tragen. Es reicht, wenn man sie aufsetzt, sobald man merkt, dass einem komisch wird. Acht bis zwölf Minuten sollten dann schon reichen, um nicht seekrank zu werden.”

Wirksam gegen “Geißel der Seefahrer”?

Das Produkt ist schon seit 2009 auf dem Markt. Eine Revolution hat es im Kreise der Seekrankheit-Forscher offenbar noch nicht ausgelöst. Man könnte denken, dass sich die Kunde von einem wirklich wirksamen Mittel gegen die “Geißel der Seefahrer” wie ein Lauffeuer auf der Welt verbreitet hätte.

Aber vielleicht lag es auch nur am schlechten Marketing. Dann könnte sich die Aufmerksamkeit durch den DAME Award schlagartig erhöhen. Allerdings gab es schon einmal ein ähnliches Produkt auf dem Markt. Brillen mit einem wackelnden künstlichen Hoizont-Balken im Glas. Die Wirksamkeit wurde allerdings sehr angezweifelt.

Das Problem mit der Seekrankheit ist die Tatsache, dass bisher eigentlich keine Gegenmaßnahme zu 100 Prozent wirksam ist und der Placebo Effekt eine sehr große Rolle spielt. Starke Medikamente mit heftigen Nebenwirkungen werden genauso eingesetzt wie Strategien aller Art: Ohrenstöpsel, Akupressur-Bänder, Pendel , alle Art von Gerätschaften, rohe Mohrrüben, Ingwer, Musik, Vitamin C.

In den frühen Tagen der Seefahrt soll Auspeitschen geholfen haben. Da ist eine hässliche Brille allemal das geringere Übel gegen das Übel.

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Carsten Kemmling

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6 Kommentare zu „Seekrankheit: Anti-Brech-Brille für DAME-Award nominiert“

  1. avatar Super-Spät-Segler sagt:

    Geile Idee, gleich mal ‘ne Lava-Lampe zur Materialbeschaffung knacken 😉

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  2. avatar Kersten sagt:

    ..wenns schee macht!

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  3. avatar sagt:

    erzeugt künstlichen Horizont, wie soll das im inneren eines schiffs funktionieren….

    Heisse Debatte. Was meinst du? Daumen hoch 1 Daumen runter 11

  4. avatar <°((( ~~< sagt:

    … was ist denn gegen Auspeitschen einzuwenden?

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  5. avatar Regina Diederich sagt:

    Ja, alles ganz gut und schön, aber wo bekomme ich so ein Teil? Gruß Regina

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