34. America´s Cup Update

Bewegung hinter dem Schleier

Der Auf dem Weg in eine ungewisse Zukunft. © Paul Todd/outsideimages.co.nz | Louis Vuitton Trophy

Ellison nimmt sich ein halbes Jahr Bedenkzeit, Butterworth macht weiter, Bruni mag keine Kats, Cayard glaubt an 2014. So lauten die jüngsten Statements zum 34. America´s Cups. Die Diskussionen über die Zukunft der hässlichen Kanne sind in vollem Gange.

Larry Ellison hat verkündet, sich sechs Monate Zeit nehmen zu wollen, um mit den Herausforderern über Zeitpunkt, Ort, Bootstyp, Budget und Format zu diskutieren. Erst danach soll das Protokoll für den 34. Cup veröffentlicht werden. Die juristischen Streitereien mit Alinghi seinen zwischenzeitlich beigelegt worden. Die unschönen Vergangenheit ist abgeschlossen.

Seitdem der Amerikaner seine Vision formuliert hat, machen nun auch die Protagonisten der potenziellen Teams ihre Standpunkte in der Öffentlichkeit deutlich.

Der Cup segelt. Larry Ellison zeigt ihn seinen Freunden in Amerika. Wird allen gefallen, was er damit vorhat? © BMW Oracle

So nutzte Francesco Bruni, der aufstrebende Stern am Profi-Himmel, seinen herausragenden Sieg beim einzigen US-Grade1-Match Race in Long Beach gegen Mascalzone Steuermann Gavin Brady, um im Interview mit dem Online-Portal Cupinfo die Position seines italienischen Azzurra-Syndikats deutlich zu machen.

„BMW Oracle kennt unsere Meinung. Da gibt es drei Punkte: Das Budget darf nicht zu groß sein. 40 bis 60 Millionen Euro müssten ausreichen, um wettbewerbsfähig zu sein. Zweitens darf das Rennen nicht zu spät und nicht zu früh stattfinden. 2015 wäre verrückt. Das kann man keinem Sponsor verkaufen. Ein Datum zwischen 2012 und 2013 wäre Okay.

Punkt drei: Wir mögen Match Racing, und dafür sind Mehrrumpfer keine Lösung. Wir hätten gerne einen leistungsfähigen Monohull. Das ist unsere Position. Es gibt noch keine Gewissheit mit dem America´s Cup, wenn auch viel Optimismus.“

Paul Cayard, der Skipper des schwedischen Artemis Teams und Präsident der World Sailing Team Association (WSTA), die die Louis Vuitton Serie organisiert, glaubt, dass der nächste Cup erst 2014 stattfindet.

Seine Vision sieht vor, in der Zwischenzeit die Louis Vuitton Trophy zu stärken. „Larry Ellison ist ein Gründungsmitglied der WSTA und er sieht die Trophy als Bestandteil des nächsten America´s Cups.“

Bis 2011 könne man noch mit den alten Version 5 Cuppern segeln, während parallel die neue Design-Regel veröffentlicht wird. Es könnten vier gleiche Boote entsprechend der Regel gebaut werden, mit denen dann dir Trophy gesegelt wird. Die Erfahrungen mit den Yachten können sich dann später die Designer der Syndikate zunutze machen.

Dadurch werden auch die neuen Cup-Yachten ähnlicher. Die sollten dann 2013 gebaut und 2014 bei einem Louis Vuitton Act gesegelt werden, der dann schon für den Cup zählt.

Francesco Bruni im Rampenlicht bei seinem Louis- Vuitton-Sieg 2009 in Nizza. © Franck Socha/Louis Vuitton Trophy

Eine andere Aussage zur Zukunft des America´s Cup kommt von Alinghi Taktiker Brad Butterworth (51). In einem Interview mit der neuseeländischen Star Times verkündete er seinen Willen, dem America´s Cup treu zu bleiben.

Und wenn Ernesto Bertarelli keinen Versuch starten wolle, den Cup zurück zu gewinnen, dann werde er sich ein anderes Team suchen. „Das wäre schade. Die Segler und Designer bei Alinghi sind alle sehr motiviert weiterzumachen. Aber es ist Ernestos Entscheidung.“

Auf die Frage, ob auch BMW Oracle eine Option für ihn sei antwortet er: „Da bin ich sehr offen. Mit Russell habe ich sowieso keine Probleme. Ich möchte einfach nur dabei sein und die Chance haben zu gewinnen.“ Ernesto müsse jetzt den nächsten Zug machen. „Er muss sich Zeit für die Entscheidung nehmen und die hat er.“

Ernesto Bertarelli und Brad Butterworth (r) nach der Niederlage. Treten sie wieder gemeinsam an? Carlo Borlenghi/ Alinghi ©

Carsten Kemmling
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Carsten Kemmling

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