Kieler Yacht-Club: Renommierter Nord-Verein meldet sich von der Segelbundesliga ab

KYC steigt aus

Der Kieler Yacht-Club wirft nach seinem Abstieg aus der 1. Segelbundesliga gleich ganz das Handtuch und will nur noch als Veranstalter auftreten. Die Begründung: “Fokus liegt auf Jugendarbeit”.

Der Kieler Yacht-Club zieht sich nach einer überraschend enttäuschenden Saison 2016 verbunden mit dem direkten Abstieg in die zweite Liga gleich ganz aus der Segelbundesliga zurück. Damit zieht der renommierte Nord-Verein einen Schlussstrich unter ein Kapitel, das einige Club-Repräsentanten am liebsten erst gar nicht aufgeschlagen hätten.

Kieler Yacht-Club

Der Kieler Yacht-Club bei der Segelbundesliga in besseren Zeiten. © DSBL

So tat sich der KYC von Anfang an schwer mit dem Thema, das die Mehrheit der großen Segelvereine in Deutschland als attraktive, neue Möglichkeit sehen, den Segelsport zu fördern und Mitglieder an den Verein zu binden.

Qualifikation über Umwege

Der KYC gehörte nicht zu den Gründungsvereinen der Liga und schaffte erst 2014 über den Umweg der Qualifikation den Aufstieg in die Liga. J/80-Spezialist Martin Menzner siegte mit seinem Team überlegen in Glücksburg, ging danach aber nie wieder an den Start.

Der Verein startete dennoch mit Rang 7. in die erste Liga-Saison 2014, kämpfte 2015 bis zur Hälfte der Regatten mit um den Titel und siegte in Travemünde. Besonders die Teams mit Steuermann Julian Ramm segelten erfolgreich. Aber dann rutschte das Team 2015 doch noch auf Platz 8 ab. Für 2016 ging es dann mit Rang 16. richtig in den Keller, obwohl inzwischen auch eine J/70 zum Training angeschafft war.

Aber es fehlte nach wie vor der echte Rückhalt im Verein. Die Kritiker haben sich am Ende durchgesetzt. Da spielte es auch keine Rolle, dass Liga-Erfinder Oliver Schwall, der auch hin und wieder das KYC-Steuer übernahm, aus den eigenen Reihen kommt. Für die Außenwirkung des KYC ist die Abmeldung ein ganz schwerer Schlag.

Die Pressemitteilung:

Kieler Yacht-Club in der Segelbundesliga nur noch als
Veranstalter aktiv

Fokus liegt auf Jugendarbeit und den bestehenden Sparten des Clubs

Kiel, 6. Januar 2017 – Der Kieler Yacht-Club (KYC) wird bis auf weiteres nicht mehr in der Segelbundesliga mit eigenem Team an den Start gehen. Nach zweijährigem Engagement in der Segelbundesliga hat der Vorstand entschieden, dass sich der KYC aus dem Format der Segelbundesliga zurückzieht. Eine ernsthafte Fortsetzung des Engagements wäre nur zu Lasten anderer Bereiche wie der Jugendarbeit oder der Förderung insbesondere in den olympischen Klassen möglich gewesen. Hier liegt ein wichtiger Fokus des Clubs. Kiel wird dennoch in 2017 Austragungsort und der Kieler Yacht-Club Veranstalter eines Segelbundesliga-Spieltages bleiben.

Der Kieler Yacht-Club wird in der kommenden Saison der Segelbundesliga keine Crew an den Start bringen. Der Vorstand des Kieler Yacht-Clubs (KYC) hat sich diese Entscheidung nicht leichtgemacht, denn grundsätzlich hält man die Segelbundesliga für ein attraktives Format. So wurde in den letzten Wochen des vergangenen Jahres noch einmal alles versucht, um ein tragfähiges Konzept für den Verbleib in der Liga auf die Beine zu stellen. Da der Club mit seinen Aktivitäten sehr breit aufgestellt ist, hatte sich der Vorstand bereits bei der Gründung der Segelbundesliga zunächst zurückgehalten. So stieß der KYC erst im zweiten Jahr über die Relegation zur Serie hinzu.

„Letztlich mussten wir jedoch feststellen, dass ein weiteres ernsthaftes Engagement in der Segelbundesliga nur zu Lasten anderer Sparten, wie der Jugend- und Regattagruppe, möglich gewesen wäre“, erläutert Dr. Carsten Krage, Vorsitzender des Kieler Yacht-Clubs, die Entscheidung. „Aber genau hier liegt für uns ein wesentlicher Fokus. Es ist unser vorrangiges Ziel, junge Segler auszubilden und an die olympischen Klassen heranzuführen. Erfolgreiche Teilnahmen unserer Segler an olympischen und anderen hochkarätigen internationalen Segelwettbewerben bestätigen unsere Strategie.“

Für das Segelbundesliga-Team konnte dagegen bedauerlicherweise keine ausreichende externe Förderung eingeworben werden. Trotz der großen Unterstützung durch die Schmidt & Hoffmann GmbH und Walter Meier-Kothe gelang es der Bundesliga-Sparte nicht, sich selbst zu tragen. Auch personell fanden sich zu wenige ehrenamtliche Unterstützer und Teilnehmer für die Sparte, um ein eigenständiges Konzept auf Dauer mit einer ausreichenden Erfolgsaussicht umzusetzen.

Als Veranstalter bleibt der Kieler Yacht-Club allerdings an Bord: Auch 2017 wird der Kieler Yacht-Club, zusammen mit den anderen ausrichtenden Vereinen, im Rahmen der Kieler Woche einen Spieltag der ersten Segelbundesliga ausrichten.

Kieler Yacht-Club e.V.

Mit dem bereits von den Gründern 1887 formulierten Ziel „die Freude am Segeln zu mehren“ steht der Kieler Yacht-Club für eine lange Tradition im Regattasegeln auf höchstem sportlichem Niveau und im anspruchsvollen Fahrtensegeln. Tradition und Zukunft des Segelsports bestimmen das HandeIn im Club. Schwerpunkte der Arbeit des KYC sind die seglerische Ausbildung Jugendlicher und Erwachsener sowie die Organisation hochrangiger Regatta-Veranstaltungen wie der Kieler Woche, MAIOR, YES sowie Welt- und Europameisterschaften in verschiedenen Klassen.
Mit rund 1.400 Mitgliedern ist der Kieler Yacht-Club einer der größten und mit seiner Gründung im Jahr 1887 einer der geschichtsträchtigsten Segelvereine Deutschlands. Zu den Mitgliedern des KYC zählen mehrere Welt- und Europameister in unterschiedlichen Segelklassen.

Quelle: KYC/benninghoff communications consultancy e.K.

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Carsten Kemmling

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25 Kommentare zu „Kieler Yacht-Club: Renommierter Nord-Verein meldet sich von der Segelbundesliga ab“

  1. avatar Fördepirat sagt:

    Die Spieltage werden jedes Jahr sehr ungünstig auf die Wochenenden mit tollen Klassenregatten gelegt werden, es ist jährlich ein nerviges Problem sowohl für Ligateams als auch für die Veranstalter der Klassenregatten. Das will die Segelbundesliga nicht lernen…. Schade ein großer Verein weniger

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  2. avatar Gay70 sagt:

    Find ich Super!

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  3. avatar ligafan sagt:

    Und welcher Verein rutscht nun nach ? Oder eine zweite Liga mit einem Starter weniger?

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  4. avatar Jugendfuer2024 sagt:

    Glückwunsch in den Norden zu dieser Entscheidung für ernsthafte Jugendarbeit und Unterstützung des Leistungsbereiches – dies kommt leider mittlerweile bundesweit zu kurz und findet kaum noch statt.
    Wieso kommentiert der selber in der Liga segelnde Reporter das hier negativ als Schlag für die Aussenwirkung des KYC ?
    Passender wäre es gewesen die Ausrichtung und Entscheidung des Vereins zu loben. Wir haben den KYC verfolgt und die haben die letzten Jahre sehr erfolgreiche Jugendarbeit gemacht gerade im JugendSkiff, aber dann wohl durch unglücklichen Trainerwechsel wohl etwas Probleme bekommen.
    Lob für die Entscheidung Etat in Jugend zu stecken anstatt in einem LigaTeam zu verbraten, wenn der Verein das anscheinend gar nicht besetzen kann und es konstruktive Kritik intern zu geben scheint wie in der Einleitung beschrieben.
    Daumen hoch nach Kiel

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  5. Positive Außenwirkung meine ich!

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  6. avatar Urnimaa sagt:

    Nun, das es zu einer Konkurrenz zu den etablierten Klassenregatten kommen musste, war absehbar, dass damit Ressourcen aus den beteiligen Vereinen aus den bisheregen Aktivitäten abgezogen wurden nur logisch.
    Das nun ein Verein sich darauf besinnt, was in der Regel in allen Satzungen der Vereine steht, und zwar die Förderung des Segelsportes, und nicht nur für eine kleine Gruppe im Verein, sondern eher auf die breiter Basis bezogen, ist lobenswert und sollte witer Verrine warnen sich diesem Abenteurer hinzugeben.
    Nchwuchs wächst nicht aus den Windeln in die J 70, da fehlt etwas dazwischen und wer soll das dann leisten?

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  7. avatar looploop_andy sagt:

    Glückwunsch nach Kiel !!
    Großer Schritt, sich wieder auf den Verein zu besinnen, statt diesem kurzzeitigen Hype zu erliegen.
    Mittel werden hier wieder für die Jugend und Verein genutzt.
    Hochachtung für diesen Vorstand!

    Noch bedenklicher finde ich allerdings den Quark in der Jugend- Bundesliga.
    Hierzu aktuelle Zahlen aus einem namhaften Hamburger Verein:
    Piraten: aktuell 1 Mannschaft (vormals bis 8 Mannschaften),
    420er: aktuell 3 Mannschaften (11 seit Anfang 2016, vormals bis 18 Teams),

    Mit den Worten Klaus Lahmes (NRV), die man nur unterstützen kann:
    „Ich lehne dieses Format (Jugend Bundesliga) ab, weil ich finde, dass die Jugendlichen erst einmal in ihren Nachwuchsklassen vernünftig segeln lernen sollten.” Engagement in diesem Bereich schwächt die Jugendbootsklassen des Vereins.

    PS: Bei diesem Verein handelt es sich weder um den NRV, SVAOe, HSC, BSC und man ist versucht, der Zweitklassigkeit mit einem zweiten J70 Kauf zu entrinnen…

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    • avatar Anna sagt:

      1. Frage: Wäre beim KYC die gleiche Entscheidung gefallen, wenn sie in der ersten Liga geblieben wären?
      2. Frage: Was hat jetzt das Thema Junioren Bundesliga mit der Entscheidung des KYC zu tun, die Jugendarbeit zu fördern? Förderung der Jugendarbeit ist immer wichtig für die Zukunft eines Vereins!

      Und für alle Skeptiker und die, die letztes Jahr nicht einmal dabei waren:
      Die Junioren Bundesliga ist eine gute Möglichkeit zu groß und zu schwer gewordene Jugendliche, die nach einer guten Ausbildung in den Jugendbootklassen dieses neue Format mit Spaß mitmachen, im Segelsport zu halten!
      Was haben 19 jährige mit 1.90 m Körpergröße und natürlich mehr als 62 kg im Abi- und Studierstress denn noch für Möglichkeiten im Team zu segeln, die sie oder auch die Eltern noch bezahlen können!

      Die Meldelisten der JUNIOREN Bundesliga, übrigens nicht der “Jugendbundesliga”, sind gespickt mit aktuellen und ehemaligen Topseglern, die schon fast alle international in den Jugenbootsklassen gesegelt haben. Und auf den Veranstaltungen an der Sorpe, in Warnemünde, Berlin und auch in Hamburg hatten alle echt Spaß, Ehrgeiz und tolle Segelbedingungen. Die Segler konnten mit dem Zug anreisen, brauchten keine Taxitrailereltern, kein eigenes Boot, die Schwimmweste reichte aus, um optimalen Segelspass zu haben. Und sie segelten wieder gegen Gleichgesinnte und Gleichaltrige spannende Rennen und nicht wie im Pirat oder in der Five gegen ihre Eltern! Wo gibt es denn das sonst noch?
      Hätte man vielleicht wie in anderen europäischen Ländern früher mehr auf Teamrace oder Matchrace gesetzt, wäre die Situation in Deutschland heute vielleicht eine andere!

      Die J 70 ist ein tolles Boot, auf der man mit vier oder fünf Personen richtig viel Freude am Segeln hat! Warum soll der Hamburger Verein nicht so ein Boot kaufen, um dann einer größeren Gruppe die Chance zu geben für den Verein sportlich aktiv zu sein?

      Ich warte gerne auf konstruktive Vorschläge, bezahlbar und umsetzbar, von allen, die so vehement gegen die Juniorenbundesliga wettern!

      PS. Ich glaube, auch die Jungs des NRVs haben auf den Events viel Spaß gehabt und es scheint keiner wegen der “Jugendbundesliga ” den eigentlichen Jugendbootsklassen verloren gegangen zu sein…..

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      • avatar Observer sagt:

        Gibt es dann dort im MSC auch noch Segler die ernsthaft weitersegeln in Olympiaklassen oder internationalen Klassen ?
        Und warum kommt dieses Statement gerade vom MSC, wo der 1.Vorsitzende im Ligavorstand sitzt und ganz eng an Ligaveranstalter Konzeptwerft dran ist….
        Ein Schelm wer böses dabei denkt

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        • avatar Anna sagt:

          Mein Statement hat mit dem MSC rein gar nichts zu tun. Ich habe auch keine privaten oder finanziellen Verbindungen zur Liga oder zu irgendwelchen Vorsitzenden.
          Begleite aber schon seit Jahren Kinder und Jugendliche aus dem Westen, die sowohl in den Olympischen Segelsport eingestiegen sind, aber auch die Freizeitsegler, die Spaß an dem Blauen Band auf der Schlei haben.
          In den letzten Jahren durfte ich Segler unterstützen, die international in Jugendbootsklassen, Einhand, wie auch Zweihand, unterwegs waren. Nun aber, wie oben beschrieben, zu groß, zu schwer, zu alt, nicht in Kiel oder Hamburg wohnend, die Bock auf schnelles und anspruchsvolles Segeln haben!
          Die Diskussionen und Alternativen, was danach möglich ist, ist in vielen Haushalten und Vereinen sehr präsent und eine Entscheidung zur Zeit, bei dem seglerischen Angebot, wirklich schwer.

          Also Vorschläge her! Wer meckert oder Böses denkt, sollte auch Alternativen nennen können! Ich lasse mich gerne im Sinne der Junioren eines Besseren belehren!

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  8. avatar Thomas W. sagt:

    Carsten, Team,
    In diesem Zusammenhang wäre es interessant wie sich der Aufwand für eine typische Bundesligakampange darstellt. Was macht den hohen Aufwand für den Verein aus? Sind es die Abschreibungen für die Trainingsboote, die Trainer? Die Reisekosten? Als Außenstehender hätte ich erwartet, dass ein erheblicher Teil dieser Posten aus den Team getragen wird, ist aber offensichtlich anders?

    Könntet Ihr das mal aus erster Hand beleuchten? Gruß Thomas

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  9. avatar KYC-Mitglied sagt:

    Ich persönlich bin sehr froh, dass der KYC sich endlich aus der Bundesliga zurückzieht.
    In den vergangenen Jahren wurden Gelder im Jugemdbereich gestrichen, die für die Bundesligakampagne eingesetzt wurden.
    Aus sportlicher Sicht ist das Format Segelbundesliga darüber hinaus fraglich, da es ausschließlich Mittel zum Zweck ist für ein paar Leute, sich auf Kosten der Clubs die Taschen vollzumachen.

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    • avatar Manfred sagt:

      Wer Bundesliga segelt und über 24J alt ist, sollte das auch aus eigener Tasche bezahlen. Auch das Boot. Was ist daran so schwer zu verstehen? Wodurch unterscheidet sich ein BuLi Event z.B. von einer Fiven, FD, H-Boot, Drachen oder Trias Regatta. Nur um ein paar Klassen zu nennen. Dort segelt man doch auch unter dem Stander seines Vereins. Vielleicht nicht mit ner dicken Flagge hinten dran aber doch der Vereinsname fein auf dem Spiegel erkennbar.

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      • avatar Observer sagt:

        Lieber Segler Manfred
        ganz ohne Zweifel ! warum soll ein Club einem kleinen Kreis von vielleicht 6-8 so eine Segelei bezahlen ?
        Das wäre ja erkauft und ginge zu Lasten von anderen Aufgaben wie Ausbildung , Jugend, Leistungsbereich.
        Ich höre vielfach das Segler unter 30 Jahren falsch sind in der Liga. Alte verdiente Recken und erfolgreiche Segler haben alle hart gearbeitet und sich im Jugend- und Juniorenalter alle in ihren Bootsklassen an die Spitze gekämpft und Regattasport gelernt. Diese Typen sind auch langfristig dabeigeblieben, die Luschen die nur partizipieren wollten und auf Clubkosten spielen wollen die waren schnell weg aus dem ernsthaften Sport.
        Was ich hier von Jugendliga lese das geht zu 100% in die falsche Richtung.
        Wo ist denn eigentlich der DSV versteckt ? Gibt es noch einen Leistungsbereich und ernsthaften Unterbau ?
        Ich komme mal zur BOOT nach Düsseldorf und kann hoffentlich Meinungen aufschnappen hier und dort.

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  10. avatar Claus Harder sagt:

    Sie sprechen anonym.
    Für (die Mitglieder des KYC ?)
    Sie unterstellen den früheren Vorständen, dass diese es zugelassen haben, dass “ein paar Leute sich auf Kosten des Clubs die Taschen voll(zu)machen.”
    Die Aussage “Taschen vollmachen” halte ich für unangebracht.

    Mit freundlichen Grüßen
    Claus Harder

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  11. avatar Hansi sagt:

    “… ein paar Leute sich auf Kosten des Clubs die Taschen vollmachen”. Bei einer Vielzahl der Kommentare auf dieser Seite bekommt man das Gefühl, man befinde sich auf einer Pegida-Demo.

    Vom KYC Vorstand ist es auch nicht gerade die feine Englische Art. Hier wird ohne Not der Eindruck vermittelt, dass ein Bundesliga Engagement eine große finanzielle Herausforderung darstellt. Es gibt sehr viele Vereine, in denen die Bundesligasegelei mit sehr geringem Einsatz von Vereinsmitteln und dafür umso größerem Einsatz der Segler gestemmt wird. All diese begeisterten Bundesligasegler müssen sich nun wieder in ihren Vereinen Gegenüber den “Frustrierten”, die es zweifelsohne in jedem Verein, mehr oder weniger laut und unabhängig vom finanziellen Aufwand gibt, rechtfertigen. Der KYC Vorstand sollte sich zukünftig besser überlegen, wie er sich öffentlich äußert – ganz unabhängig davon wie deren persönliche Einstellung gegenüber der Liga oder verantwortlichen Persönlichkeiten aussieht. Der KYC-Vorstand kann seine persönliche Meinung zum Liga geschehen gerne Privat äußern, aber bitte nicht verklausuliert in öffentlichen Äußerungen. Damit helfen sie keinem außer vielleicht dem eigenen Ego.

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    • avatar Manfred sagt:

      Hansi schreibt: ” Es gibt sehr viele Vereine, in denen die Bundesligasegelei mit sehr geringem Einsatz von Vereinsmitteln und dafür umso größerem Einsatz der Segler gestemmt wird””

      Right on. Dann lass sie segeln, wenn sie das finanzieren. Das ist doch OK. Wenn aber der Vorstand eines Vereins (und der ist ja mit seinem Programm gewählt worden) erkennt und entscheidet, dass hier Mittel verbrannt werden für zum Teil gut Verdienende “Lausegler”, und dann die Reißleine zieht, das Programm beendet, dann ist das auch OK. Sicherlich werden die meisten Vereinsvorstände nicht dagegen stimmen wenn ihr Verein durch die ÖA der BuLi bekannt wird, die daran teilnehmenden aber den Spass selbst finanzieren.

      Ein altes Thema der BuLi war in mir bekannten Vereinen (bin leider in 5) auch die Sache mit den “Mitnehmerqualitäten”. Nur mit Schwimmweste anreisen, Boot steht fertig aufgebaut da. Segeln, zack, nach Hause fahren. Möglichst sich beschweren wenn man noch abtakeln muss (stand hier im SR). Zum Segelsport gehört zweifelsohne das ganze drum und dran. Boot basteln, Boot instand halten, Logistik etc. Wird gerade stark im angelsächsischen Raum diskutiert, ob Trainer ihre Schützlinge nicht unselbstständig machen. Abhängig. Weiterführung der Helikopter Eltern Mentalität.

      Der Segelsport, insgesamt wahrgenommen, fördert Fähigkeiten, die im Leben weiter bringen.

      Vielleicht setzt mit dem Ausstieg eines Renommierclubs ein Umdenken ein. Wir werden sehen, wohin der Zug fährt. Auf jeden Fall toll, dass hier m.E. beinahe zum ersten Mal eine rege öffentliche Diskussion betreffend Bundesliga Segelei statt findet.

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      • avatar Jollenfutzi sagt:

        Habe mal die Gesamtdiskussion von Anfang an gelesen jetzt.
        Danke Manfred für den wirklich top auf den Punkt gebrachten Beitrag hier !
        Mitnehmerqualitäten, Lausegler, das mangelnde Ganzheitliche im Segelsport mittlerweile usw.
        das alles ist jetzt ein Riesenproblem und endet in der großen DropOut Quote und kaum noch weiterführend ernsthaft sportlich segelnden Junioren und die Leistungsklassen in GER sind so schwach besetzt wie noch nie. Heute ist wohl nur noch der Weg das Ziel und dabei sein reicht den Junioren und richtig reinhauen und anstrengen und jobben für Etat zur eigenen Segelei alles viel zu anstregend. Bin da gerne alt und spiessig in den Ansichten und beobachte andere Nationen die erfolgreich sind im Segelsport.

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  12. avatar poseidon sagt:

    Diese Diskussion ist das was falsch laeuft, zu viele mit frueher war alles besser Mentalität, nur weil euch keiner auf ein buli boot gelassen hat hier jetzt rum poebeln ! Klar es werden mehr Jugendliche segeln wenn sie endlich wieder in ner richtig coolen klasse wie dem Piraten segeln duerfen 😉 diese buli segeler sind ja ein faules pack genauso wie diese matchracer…… deswegen segeln die von SR auch so gerne buli 😉 nein das ist einfach modernes segeln! So wie es der jugend gefaellt weil auch mal was bei FB zu liken ist u es ein bisschen fame auf YouTube gibt, sagt euch nichts wollt ihr nicht? Kein Problem in 20 jahren seid ihr eh ausgestorben ;). Und ja ist eh klar in so einer segelwelt wollt ihr auch überhaupt nicht leben……. Auch kein Problem aber die Welt als ganzes aendert sich, mit Internet und AI und AV und I4.0 werdet ihr zum glueck nicht aufhalten 🙂

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  13. avatar unklar sagt:

    Hi,
    denke oberflächige Polemik hilft kaum weiter und ist auch nicht die Diskussion, wie ich sie aus Vereinen kenne.
    Die Verdienste der Liga sind ja offensichtlich, die Leistung von SAP vielleicht die großartigste dabei.
    Hinzu kommt, dass Kielbootsegeln und besonders ein Kielboot in D so populär wurde wie es ohne Liga wohl nicht gekommen wäre.
    Aber man darf nicht übersehen, dass die Liga bislang Showevent für wenige gute Segler war. Das wissen die Liga Betreiber ja auch und haben sich schon lange um einen Unterbau aus Regional-und Jugendligen aus Klassenvereinigung usw. bemüht. Aber das dauert natürlich und ist auch nur begrenzt steuerbar:
    – es gibt nicht so viele Kielbootreviere in D
    – die Investitionskosten für Vereine sind enorm (Engagement, Bootskauf, Charter, Trainerzeiten, Camps…)
    – natürlich muss sich ein Verein dabei gegen andere Klassen entscheiden, weder Etat noch Seglerzahlen werden größer durch das Ligasegeln
    – für mittlere und kleine Vereine geht oft nur eines: Liga oder Leistungsklassen
    – Sportbünde und -förderung haben bislang keinerlei Verbindung zur Liga (und das kommt wohl auch eher nicht)
    – Jugendförderung und -aufbau in die Richtung gibt es nicht und werden sich auch auf Dauer nur sehr wenige Vereine leisten können, d.h.
    – der ganze Leistungssportbereich (Sichtung, Ranglisten usw.) ist weiterhin in den anderen Klassen verankert
    – das nächste Kielboot ist vielleicht noch besser

    das Ganze hat viele Seiten.

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  14. avatar Andreas Borrink sagt:

    Der KYC ist aus der Segelbundesliga ausgestiegen – so what?! Die Gründe dafür sind sicher vielfältig und der Club wird sich diese Entscheidung nicht leicht gemacht haben. Das ist doch soweit ein völlig normaler Vorgang, der weder irgendwie verwerflich ist noch einer ausführlichen Begründung seitens des Vereins bedarf.

    Das jetzt zu einem Zeichen für den nahen Untergang der Liga aufzublasen, finde ich völlig überzogen. Die Vereine, die sich für eine Teilnahme entschieden haben, sollten an ihren Plänen festhalen, dem KYC für seine weitere sporliche Entwicklung alles Gute wünschen und zur Tagesordnung übergehen.

    Dass das Format Segelbundesliga sich noch lange nicht als nachhaltig für den Sport erwiesen hat – wie könnte es das auch nach gerade mal 5 Jahren!? – steht auf einem anderen Blatt. Alle hier genannten Argumente sind interessant und das ganze ist, wie ebenfalls hier bereits geschrieben, sehr vielschichtig. Die nächsten Jahre werden zeigen, wie es nun weiter geht. Hoffentlich machen die Verantwortlichen ihre Hausaufgaben steuern das Schiff in die richtige Richtung. Letztendlich werden es die Vereine sein, die über das Format für sich und letztendlich für alle Segler entscheiden.

    Jetzt erstmal die Saison 2017 angehen, hoffentlich guten Sport haben und beobachten und dann weiter sehen. Allemal spannend!

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  15. avatar RVK sagt:

    Ich sehe bei der derzeitigen Konfiguration der Liga keinerlei Nachhaltigkeit für den deutschen Segelsport. Da wird kein Fundament gelegt, sondern einfach nur bestehendes Potential abgerufen und vermarktet. Das lohnt sich vor allem für den Vermarkter und für den verbundenen Vertrieb des offiziellen Liga-Bootes.

    Seit der Einführung der J/70 und der Liga sind die Sportbootklassenfelder deutlich geschrumpft. Platu25 ist inexistent, Melges24 schrumpft kontinuierlich. Bei den Jollenklassen kann ich das mangels Überblick nicht sagen. Ich nehme aber an, dass wir auch dort einen Rückgang bzw. eine Konzentration sehen können. Ob das an Liga oder mangelnden Alternativen liegt, kann ich auch nicht sagen.

    Aber das derzeitige Konzept führt sicherlich nicht dazu, dass der deutsche Segelnachwuchs besser wird oder an Erfahrung gewinnt. Das mag zum einen daran liegen, dass wie weiter oben beschrieben das Segeln in diesem Format gewisse technische und Vorbereitungs-Aspekte einer eigenen Kampagne unnötig macht. Zum anderen wird mit dem BuLi Segeln auch eine andere Form des Segelns praktiziert, als man das in bisherigen Klassen gesehen hat. Die Felder sind klein (6-8 Boote). Taktik und Manöver gewinnen an Bedeutung. Siehe auch Carstens Analyse bei der J/70 WM. Die Bundesligasegler waren in Sachen Manöver und Starts überlegen. Beim Thema Speed und Bootserfahrung spielten die deutschen Teams eine nachgelagerte Rolle. Das ist formatbedingt. In der BuLi wird anders gesegelt als in einem großen Feld. Ist so. Die Frage ist, ob man das will oder nicht.

    Für Leute, die schon großen Feldern gesegelt sind, ist die BuLI sicherlich eine tolle Erfahrung und die Perfektion dessen was Regattasegeln ausmacht. Ein tolles Instrument, um den Nachwuchs zu fördern ist es nicht. Dafür müsste man in Deutschland eine aktive J/70 Klasse mit großen Ranglistenregatten haben. Vereine sollten mit 1-2 Booten eine Plattform für Jugendliche haben, die keine Lust mehr auf Jolle haben, etc.

    Die Bundesliga klappt super mit den Leuten, die man bisher hat und die sich da engagieren. Die haben alle große Erfahrung und können auch toll segeln. Ob das aber in 20 Jahren noch so toll klappt, wenn jetzt jeder sofort BuLi segelt und nicht noch irgendwo anders Erfahrung sammelt, ist eine andere Frage. Ist ja auch nicht für den Vermarkter interessant. Der braucht Medienaufmerksamkeit und Geld. Von daher Hut ab vor dem KYC der sich für einen scheinbar nachhaltigeren Weg entschieden hat.

    Zum Thema Fame, Yotube und Attrakitvität: Super Argument der Generation Y. Anstrengung ist total out. Basteln, reisen, trainieren. Alles doof. Lieber gleich aufs Wasser, bei Youtube und Facebook die Likes abgreifen und mit dem easy way of life das Maximum rausholen. Vor 10 Jahren sind wir noch mit dem 49er quer durch Europa getrailert, haben im Pickup gepennt, jeden Autobahn-Parkplatz zwischen Mallorca und Oslo gekannt und waren absolut happy, wenn wir es mal in die Silverfleet geschafft haben. Scheinbar heute eher uncool…

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  16. avatar Lutz sagt:

    Geld is die Jugendförderung zu investieren ist die sinnvollste Investition, welche ein Verein machen kann. Aber wer sagt denn, dass die Segelbundesliga dem entgegensteht?
    Segeln ist immernoch eine Randsportart, welche von den Kindern heutzutage kaum beachtetet wird. Gerade in Kiel ist das Interesse bei Schülern sehr gering. Fussball & co sind viel interessanter und “cooler” und vor allem in den Medien allgegenwärtig. Segeln wird als Opasport bezeichnet. Die Frage ist doch, WIE KÖNNEN WIR DAS ÄNDERN?
    Mit der innovativen Leistung der Segelbundesliga schafft der Segelsport es regelmäßig in überregionale Medien. Und wird dank des Engagements von SAP (die bekommen nicht mal Geld dafür) medial dargestellt wie ein Fußballspiel oder Footballspiel.
    Die Segelbundesliga wird durch die Youtuvbevideos und der Erklärungen durch Moderatoren für nicht Segler spannend und interessant aufbereitet. Niemals zuvor haben sich so viele Leute an der Kiellinie und anderen Austragungsorten für die Boote auf der Förde interessiert. Die Nachfrage nach Segelkursen ist zumindest gefühlt gestiegen.
    Also warum begreifen wir, trotz der Kosten, die Segelbundesliga nicht auch als Marketingkampange für unseren Sport?
    Wie wollen wir sonst das Segeln populärer machen?

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  17. avatar Firstler sagt:

    Erstaunlich, dass hier so viele gegen die Liga argumentieren. Ist meiner Ansicht nach allerdings wenig repräsentativ. Die meisten Segler, die ich auf der Bahn treffe und getroffen habe, verstehen die Liga als Bereicherung und wertvolle Möglichkeit junge Leute überhaupt für das Regattasegeln zu gewinnen, völlig unabhängig davon, ob Sie selbst oder ihr Verein in der Liga aktiv sind.

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  18. avatar Henning sagt:

    Wenn man das hier liest sind die Segler in GER echt arm dran, alle frustriert und unterfinanziert.
    Was sagt das über die einzige Seite in Deutschland die immer über die Buli berichtet wenn fast alle die hier posten die Buli am liebsten abschaffen würden 😉 ich glaube der Segelreporter sollte wirklich die Themenauswahl ändern , vielleicht mal was spannendes über das letzte Opti Trainingslager oder den neuesten Gossip aus der 420er Umkleide 😉

    Oder ist das hier die Troll Armee des DSV ?

    Ich glaube das Buli segeln viel ökonomischer ist – eingesetztes Kapital und Benzinverbrauch im Verhältnis zur Anzahl der Segler.
    Ok die Vereine brauchen auch noch ein Trainingsboot , das kann doch Eigentlich an den Buli Wochenende auch in einer Klassenregatte segeln oder ?

    Seid doch nicht so frustriert nach dem Motto die andere Klasse nimmt mir meine Segler weg sondern macht es besser, bietet mehr dann kommen die Segler auch.

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