Armel Le Cléac’h steigt mit dem Figaro-Sieg zur Einhand-Größe auf

Neuer Chef der Solisten

Die Figaro II "Brit Air" von Armel Le Cléac’h war beim Solitaire du Figaro nicht zu schlagen © Courcoux-Marmara/Le Figaro

Armel Le Cléac’h hat den 41. Einhand-Klassiker La Solitaire du Figaro gewonnen. Der 33-Jährige absolvierte die vier Etappen in insgesamt 253 Stunden und dominierte die 44 Konkurrenten wie selten jemand vor ihm.  Er gewann drei von vier Etappen und lag in der addierten Zeit eineinhalb Stunden vor dem Zweiten.

Die Dominanz ist umso erstaunlicher, weil die Regatta mit Einheitsbooten vom Typ Figaro II ausgesegelt wird. Die zehn Meter Yachten mit Doppelruder-Anlage wurde von Beneteau speziell für diesen Zweck konstruiert. Überlegenheit mit gleichen Waffen zeugt von einer großen Leistung, die den Franzosen in die Nähe eines Michel Desjoyeaux rücken lässt.

Dem war Le Cléac’h schon bei der vergangenen Vendee Globe 2009 mit seinem 60 Fußer „Brit Air“ auf Platz zwei sehr nahe gerückt. Ernsthaft gefährden hatte er den Star aber noch nicht können. Desjoyeaux hat das Figaro Rennen allerdings dreimal gewonnen.

Aber Desjoyeaux ist zwölf Jahr älter. Und so gilt Le Cléac’h als legitimer Nachfolger des Professors. Immerhin hat der Mann vom Kap Finistère das Figaro Rennen jetzt schon zum zweiten Mal nach 2003 gewonnen. Damals betrug der Vorsprung allerdings insgesamt nur 13 Sekunden vor Alain Gautier, einem anderen Großen der Einhand Szene.

Harte Positionskämpfe an der Startlinie. Armel Le Cléac’h liegt mit "Brit Air" von Anfang an in einer sehr guten Position. © Courcoux-Marmara/Le Figaro

Die Figaro-Klasse ist wohl die Härteste in der Shorthand-Klasse. Das Video zeigt (nach einer Minute, wenn die Interviews vorbei sind), wie unglaublich exakt die Segler ihren Spinnaker bedienen. Dabei übernimmt die ausgeklügelte Selbsteueranlage allerdings einen großen Teil der Arbeit. Vergleichbar große ORC Racer werden zu sechst oder siebt gesegelt.

Bei den vorherrschenden Windbedingungen gehört schon viel Mut und Wissen dazu, um die korrekte Segelwahl zu treffen. Die letzte Etappe wurde zu 90 Prozent unter Spinnaker gesegelt. Da die Yachten, wie in One-Design-Klassen üblich, extrem eng beieinander liegen, kann sich keiner der Segler eine lange Ruhepause gönnen. Kleinste Bedienungsfehler kosten nicht nur Meter und Zeit sondern auch Plätze.

Und große Fehler kosten das Rennen. Der Schweizer Profi Bernhard Stamm musste das schmerzlich erfahren. Nach einer Kollision beim Start der letzten Etappe zwang ihn ein Loch im Bug zur Aufgabe.

Das Problem bei der Figaro Klasse ist ihre rein lokale Bedeutung. Ausländer kommen nicht zum Zuge, da das Sponsoring der Profis fast ausschließlich von französischen Firmen übernommen wird. Private Initiativen auch von deutschen Seglern sind in diesem Umfeld zum Scheitern verurteilt. Dabei ist dieses Format wohl mit das Spannendste, was der Segelsport bieten kann. Persönlichkeiten, Dramen, harter Sport und weite See.

Das Video wird erst nach knapp einer Minute interessant, wenn der Interviewteil auf Französische abgeschlossen ist. Dann folgen die Segelbilder vom Start der letzten Etappe

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Carsten Kemmling

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