OSTAR: Andrea Mura schafft „line honors“ – Röttgerings „Rote 66“ 550 sm vor dem Ziel

"Nie wieder!"

OSTAR; TWOSTAR, Andrea Mura, Sieger

Andrea Mura am Ziel Seiner Alpträume © rwyc

Mura segelte auf seiner „Vento di Sardegna“ die klassische, nördliche Atlantikroute in 17:04:06 Tagen. Ein Sturmtief reduzierte die OSTAR- und TWOSTAR-Flotte dramatisch.

„Die Hölle“. So titelten britische Tageszeitungen, als ein brachiales Sturmtief über die OSTAR- und TWOSTAR-Flotte fegte und die Reihen der 15 Einhandsegler und sechs Zweihandcrews deutlich lichtete (SR berichtete). 

Später Schneefall auf Neufundland und außergewöhnliche Kaltfronten, die im Frühjahr nochmals das nördliche Kanada heimsuchten, verursachten ein selbst für den nördlichen Atlantik außergewöhnlich aggressives Sturmtief.

OSTAR; TWOSTAR, Andrea Mura, Sieger

Andrea Mura feiert in der NYC-Bar seine Ankunft nach einem wilden Ritt über den Teich © rwyc

Am 9. Juni sank das Barometer auf 964 – immerhin 15 tiefer als während des verheerenden Fastnet-Sturms 1979. 

60 Knoten Wind und 10 bis 15 Meter hohe Wellen machten den Einhand- und Zweier-Crews mitten auf dem Atlantik schwer zu schaffen – nur sieben Boote blieben noch im Rennen, drei Skipper mussten von der Rettungswacht in Halifax/Neufundland und von der Queen Mary 2 gerettet werden. Ein Boot sank. 

Andrea Mura segelte an der Spitze des gebeutelten Regattafeldes  auf seinem Open 50 „Vento die Sardegna“ einen extrem nördlicheren Kurs als zunächst vorgesehen, um dem heranziehenden Sturm auszuweichen. Am 12. und 13.Juni legte sich Mura sogar vor Nova Scotia für 36 Stunden vor Anker, um sich unter den Ausläufern des Sturms wegzuducken und um eine Mütze Schlaf zu nehmen. 

Danach hangelte er sich die US-Küste entlang bis er gestern um 12:06 Uhr Ortszeit vor Newport, Rhode Island die Ziellinie überquerte. 17:04:06 Tage brauchte der Italiener für das Rennen, von dem er schon bei seiner letzten Teilnahme 2013 behauptete, es sei aufgrund der oft miserablen Wetterbedingungen das härteste Einhandrennen auf unserem Planeten. Und auch diesmal ließ er verlauten, dass er definitiv das letzte Mal dabei gewesen sei. „Nie wieder tue ich mir das an!“ 

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“Nie wieder!” © rwyc

Uwe Röttgering hat mit seiner Mitseglerin Asia Pajkowska den dramatischen Sturm ganz offensichtlich ohne größere Probleme überstanden. Die beiden segeln auf Röttgerings Class 40 „Rote 66“ als bestplatzierte Zweihand-Crew bei 5,4 Knoten Speed nahezu gleichauf mit dem Iren Conor Fogerty auf seiner Sun Fast 3600.  Fogerty könnte Andrea Mura übrigens noch den Gesamtsieg streitig machen: nach korrigierter Zeit „brauchte“ der Italiener nämlich 24:05:28 Tage – somit hat der Ire noch sieben Tage Zeit für die ihm verbleibenden 535 Seemeilen. Der Wind soll wieder etwas auffrischen… dürfte machbar sein! 

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Uwe Röttgering hat noch etwas mehr als 500 Seemeilen vor sich © yb

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Michael Kunst

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