Star Sailors League Finale: Philipp Buhl segelt mit Markus Koy – Scheidts Olympia-Revanche

Duelle der Legenden

Vom 4. bis 9. Dezember treffen sich wieder die Starboot-Segler in Nassau auf den Bahamas, um das Finale der Star Sailors League zu bestreiten. Diesmal kommt Philipp Buhl zu seiner Premiere.

Einige der besten Segler der Welt treffen sich in fünf Tagen zum fünften Mal auf den Bahamas, um das Finale der Star Sailors League zu bestreiten. Sie werden von 200.000 Dollar Preisgeld angelockt, das unter den Besten verteilt wird. Die Sieger erhalten 20.000 Dollar.

Der Schweizer Unternehmer Michel Niklaus hält die Klasse seit dem Verlust des Olympia-Status 2012 als Mäzen der Star Sailors League am Leben und bringt zumindest beim alljährlichen Star Sailors League Finale in Nassau immer wieder ein starkes Feld an den Start.

Das Interesse der Großen bleibt zwar immer noch auf diese Regatta beschränkt, und ein echter Boost für die unter Nachwuchs-Sorgen leidende breite Klasse ist kaum feststellbar, aber das Bahamas-Event hat sich zu einem Höhepunkt der internationalen Regattaszene entwickelt.

Besonders aus deutscher Sicht waren die Übertragungen interessant, weil mit Robert Stanjek, Johannes Polgar und zuletzt auch Jochen Schümann die nationale Segel-Elite im Kreise der Champs mitmischte.

Interessante deutsche Paarung

Diesmal gehören sie nicht zu den 25 Steuerleuten, aber dennoch bewirbt sich eine interessante deutsche Paarung um den Sieg bei der wichtigsten Star-Regatta des Jahres. Philipp Buhl, der Weltranglisten-Erste im Laser, geht erstmals mit dem ungewohnten Kielboot an den Start.

Der Bayer springt für den kurzfristig beruflich verhinderten Johannes Polgar ein und lässt sich von dem erfahrenen Markus Koy in die Geheimnisse des Starboot-Segelns einweihen. Dabei könnten die Chancen der neuen Crew gar nicht so schlecht stehen, die Elite aufzumischen. Laser-Segler (u.a. Robert Scheidt, Robert Stanjek) haben in der Vergangenheit oft bewiesen, dass ihnen die ähnliche Taktik zu schnellen Erfolgen verhelfen kann. Außerdem bringt das Öffnen der Pump-Regel für das SSL-Finale gerade den physisch starken Quereinsteigern aus Laser und Finn Vorteile.

Schwieriger dürfte der Schritt für die beiden französischen Segellegenden Franck Cammas und Loick Peyron werden, die jeweils erstmals ein Starboot steuern, auch wenn beide erfahrene Vorschoter an ihrer Seite haben.

Edel-Joker Frithjof Kleen

Vom ex Laser-Olympiasieger und aktuellen Moth-Doppel-Weltmeister Paul Goodison dagegen wird mehr erwartet. Denn der Brite hat sich mit dem Berliner Frithjof Kleen einen der besten internationalen Starvorschoter geangelt, der sich einen Namen als Edel-Joker gemacht hat, seit er mit immer mal wieder wechselnden Steuermännern zu Erfolgen segelt.

Aus Deutschland ist aber auch wieder Star-Europameister Hubert Merkelbach vom Bodensee mit dabei. Der hat sich mit dem brasilianischen 103 Kilo schweren Grael-Vorschoter verstärkt.

Star Sailors League

Startphase bei den Star Sailors League Finals auf den Bahamas. © SSL/Carlo Borlenghi Studio Borlenghi

Allerdings dürften sich wie bisher am Ende doch die Spitzenteams durchsetzen, die noch das Know How der letzten Olympiakampagne von 2012 besitzen. Dabei ist insbesondere die Teilnahme von Freddy Loof bemerkenswert, dem Olympiasieger von London. Der Schwede ist erst einmal 2014 beim Star-Sailors-League-Finale gestartet und prompt Zweiter geworden. Danach war er aber mit dem Artemis Armerica’s Cup-Team beschäftigt.

Aber nun hat er sich keinen Geringeren als Bruno Prada ins Boot geholt, den ex Olympia-Vorschoter von Robert Scheidt. So kommt es fünf Jahre nach London zur Neuauflage des klassischen Duells mit dem Brasilianer, der gerade seine Olympia-Karriere im 49er beendet hat. Scheidt ist ebenfalls nach längerer Pause zurück auf den Bahamas und kann jetzt eine späte Revanche für Weymouth nehmen, als Loof nach einem dramatischen Medarace knapp Gold gewann und Scheidt Bronze.

Die Rennen werden wieder live übertragen und sind frei im Internet zu verfolgen. Das Format wird wieder nach dem bewährten speziellen Muster abgehalten, bei dem sich nach drei Tagen Fleetraces insgesamt 13 Boote für die nächsten Runden qualifizieren. Am Ende entscheidet ein Rennen der besten vier über den Sieg.

Format der Star Sailors Finals

Das Format der Star Sailors Finals in Nassau.

Eventseite Star Sailors League Finals

Teilnehmer beim SSL-Finale

Paul Goodison (GBR) – Frithjof Kleen (GER)
Loick Peyron (FRA) – Pascal Rambeau (FRA)
Francesco Bruni (ITA) – Nando Colaninno (ITA)
Franck Cammas (FRA) – Mark Strube (USA)
Torben Grael (BRA) – Guilherme de Almeida (BRA)
Paul Cayard (USA) – Phil Trinter (USA)
Robert Scheidt (BRA) – Henry Boening (BRA)
Mateusz Kusznierewicz (POL) – Dominik Zycki (POL)
Freddy Loof (SWE) – Bruno Prada (BRA)
Ben Saxton (GBR) – Steve Mitchell (GBR)
Oskari Muhonen (FIN) – Johan Tillander (SWE)
Facundo Olezza (ARG) – Juan Pablo Engelhard (ARG)
Xavier Rohart (FRA) – Pierre-Alexis Ponsot (FRA)
Lars Grael (BRA) – Samuel Gonçalves (BRA)
Georgy Shadyuko (RUS) – Alexander Zybin (RUS)
Jonathan Lobert (FRA) – Fabian Pic (FRA)
Eivind Melleby (NOR) – Joshua Revkin (USA)
Augie Diaz (USA) – Austin Sperry (USA)
Hamish Pepper (NZL) – Craig Monk (NZL)
Mark Mendelblatt (USA) – Brian Fatih (USA)
George Szabo (USA) – Edoardo Natucci (ITA)
Diego Negri (ITA) – Sergio Lambertenghi (ITA)
Philipp Buhl (GER) – Markus Koy (GER)
Hubert Merkelbach (GER) – Arthur Lopes (BRA)
Ivan Gaspic (CRO) – Ante Sitic (CRO) 

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Carsten Kemmling

Der Mann von der vordersten Front. Mehr zu ihm findest Du hier.

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