Stephan Bodens Kolumne: Zahlen und Doku der DGzRS machen nachdenklich

Wenn das Risiko spürbarer wird

Abends eine Folge der DGzRS Doku angesehen, morgens dann die Pressemitteilung über die Einsatzstatistik 2025 gelesen. Da kommt bei mir die Frage auf: Wie hoch ist eigentlich das Risiko an Bord?

Am Haken der Seenotretter auf dem Weg nach England. © Stephan Boden

Die neuen Jahreszahlen der Deutsche Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger  sind raus, am Abend vorher schaute ich eine Folge „Die Seenotretter“. Beides trifft mich inzwischen anders als noch vor ein paar Jahren. Damals war ich allein unterwegs. Ich war wachsam, ja, aber auch sorgloser. Risiken gehörten irgendwie dazu, sie waren Teil der Freiheit. Wenn etwas schiefging, betraf es in erster Linie mich. Das machte Entscheidungen leichter, manchmal auch leichtfertiger.

Die Familie macht den Unterschied

Heute ist das anders. Heute segle ich mit Familie, und mein Sohn ist fünf, wird bald sechs. Das verändert meinen Blick auf das Meer radikal. Nicht, weil plötzlich alles gefährlich wäre, sondern weil Verantwortung mich mit einem kräftigen Schubs immer wieder mal anschiebt. Dieselbe Situation, die ich früher achselzuckend genommen hätte, fühlt sich jetzt größer an. Ein Motor, der rumzickt, ist kein Ärgernis mehr, sondern wird zu einer ernsthaften Frage und Situation. Ein aufkommender Wind löst nicht mehr ein „is‘ halt so“ bei mir aus, sondern wird zu einem Faktoren, den ich beruhigend erklären, einschätzen und vor allem beherrschen muss.

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